(3) Caissa I – SK Schwäbisch Hall 1-7

SC Caissa Schwarzenbach   1 - 7 SK Schwäbisch Hall       
 3 Frischmann,Rick        0 : 1 Avrukh,Boris            5
 4 Mueller,Reinhold       0 : 1 Zeller,Frank            9
 5 Oberhofer,Andre        0 : 1 Raykhman,Alexander     11
 6 Tabatt,Hendrik         0 : 1 Zpevak,Pavel           12
 7 Fries,Frederik         0 : 1 Mudrak,Josef           14
 8 Grewenig,Jan           ½ : ½ Hirneise,Jens          15
 9 Wild,Achim             ½ : ½ Pogan,Nikolas          16
10 Weller,Manuel          0 : 1 Papp,Petra             18

Es ging so ziemlich alles schief. Zwar waren unsere Erwartungen gegen Schwäbisch Hall nicht besonders hoch gesteckt, aber nachdem unsere Gegner weit weg von ihrer Top-Aufstellung antraten, hatte ich mir schon ein paar mehr Brettpunkte gewünscht.

(Ich muss allerdings dazu erwähnen, dass ich die Partien noch nicht nachgespielt habe, und nur meine äußeren Eindrücke vom Match wiedergebe)

Rick vergaß in einer Slawisch-Variante den fünften Zug, und setzte direkt mit dem sechsten fort. Ein prinzipiell sehr lobenswerter Versuch die Entwicklung zu beschleunigen, hat aber nicht funktioniert. Trotzdem kämpfte er gegen seinen renommierten Gegner im großen Stil weiter, und hatte laut Eigenaussage sogar eine forcierte Zugwiederholung drin. Ich weiß im Moment nicht, aus welchen Gründen er daran vorbei ging, aber am Ende stand leider die Null. War trotzem eine starke Leistung von Rick.

Bei Ronny lief in der Eröffnung irgendwas komplett schief. Er hatte mit Weiß eine Nebenvariante vom Wolga-Gambit auf dem Brett – ok, es sah nicht ernsthaft wie Wolga-Gambit aus, ich hatte nur 3..b5 von Frank Zeller gesehen – und stand ziemlich schnell ziemlich schlimm. Dazu kam ein immenser Bedenkzeitverbrauch, so dass nach weniger als 15 Zügen (grob geschätzt vom Autor), der Drops schon gelutscht war. Irgendwann lief sein König dann auf der eigenen Grundreihe herum, und wurde dort von Zellers Figuren ins Kreuzfeuer genommen und schließlich erlegt.

Auch bei Andre war schnell eine ungewöhnliche Struktur auf dem Brett, die aber wahrscheinlich nicht sehr günstig für ihn war. Er hatte zwar einen gedeckten Freibauern, aber einen passiven schlechten Läufer, der nur mit Mühe den gegnerischen Springer vom Schlimmsten abhalten konnte. Die Position war eventuell noch auszuhalten - genau weiß ichs nicht – aber schließlich unterlief ihm ein trivialer Rechenfehler, der einen Bauern kostete bei Übergang ins Turmendspiel.

Dieses konnte Raykhman dann schließlich für sich entscheiden.

Den Vogel des Spieltages habe allerdings ich abgeschossen. Ich hatte mich gegen Pavel Zvepak in einem offenen Sizilianer versucht, allerdings ohne größeres Theoriewissen in diesem Abspiel. Ich spielte daher etwas vorsichtiger, als die Position wahrscheinlich verlangt, und versuchte einen etwas langsamen aber dafür risikoarmen Angriff auf dem Königsflügel. Nachdem mein Gegner ganz logisch den Damenflügel geöffnet hatte, ergab sich folgende Konstellation: Schwarz hatte am Königsflügel fianchettiert, und sein Springer auf f6 wurde von meinem Läufer auf g5 belagert, da sein e-Bauer schon auf der 6ten Reihe stand. Zudem hatte er einen derzeit ungedeckten Springer auf b4. Allerdings muss man dazu sagen, dass sein Turm auf b8 stand, und nur ein Läufer auf b7 ihn von der Deckung des Springers abhielt. Und dieser Läufer war im offenen Feld durchaus ein Ärgernis, zumal mein König sich auf h1 befand.In dieser Position verfiel ich auf den grandiosen Zug Dc3???. Jetzt „hängen“ natürlich erstmal beide Springer, allerdings stelle ich mich zum einen in die Abzugsdiagonale des Lg7, zum zweiten greife ich einen Springer an, der ebenfalls durch einen Abzug geschützt ist. Sowas kann zwar mal funktionieren, aber zumindest sollte man es durchrechnen. Aus mir unerfindlichen Gründen habe ich es nicht durchgerechnet sondern eher „abgeschätzt“. Die „Abschätzung“ stellte sich als falsch heraus. Die letzten 20 Züge waren dann Agonie.

Freddy hatte mit Schwarz ebenfalls in der Eröffnung einen Zug vor dem anderen gemacht ( das war echt ein Tag..), und stand wohl kritisch. Sein Gegner ließ dann eine vorteilhafte Möglichkeit aus, und das entstehende Endspiel sah für mich vollkommen ok aus. Aber irgendwie wollte uns diesmal nichts gelingen. Als ich eine Viertelstunde später wieder auf sein Brett schaute, wars schon vorbei. Sein Gegner hatte jetzt eine Qualität mehr und Freddy konnte keine seiner beiden Leichtfiguren wirklich bewegen.

Brett 6 brachte uns den ersten „Ehrentreffer“: Jan holte Remis gegen Jens Hirneise. Auch er hatte mit Weiß offenes Sizilianisch auf dem Brett. Nach Abschluss der Eröffnung wähnte ich allerdings Schwarz im Vorteil (Kann aber auch eine Fehleinschätzung sein). Schließlich gelang Jan eine Transformation zu einem Endspiel mit gutem Springer gegen schlechten Läufer, indem er durchaus gute Chancen hatte. Aber irgendwann kam auch hier die Ungenauigkeit, und Jan bekam fast noch Schwierigkeiten, konnte aber zum Glück wenigstens den halben Punkt noch festhalten.

Bei Achim habe ich den Eröffnungsverlauf komplett verpasst, aber er hatte zumindest gutes Spiel, als ich das erste mal schauen war. Schließlich erreichte er ein Endspiel mit Mehrbauer, das zum Sieg hätte reichen müssen. Aber wie gesagt... Wenigstens der zweite halbe Punkt.

Ähnliche Story bei Manuel, leider mit noch schlechterem Ausgang. Auch er hatte gegen Petra Papp ein Endspiel auf dem Brett, das eigentlich vielverspechend aussah. Aber es sollte einfach nicht sein.

 

Ich weiß nicht genau was los war. Sicher kein Beinbruch gegen Schwäbisch-Hall zu verlieren, aber vom Faktor „Konzentration“ war das diemal eine kollektive Katastrophe. Gepatzt wurde tatsächlich an jedem einzelnen Brett, in Zeitnot oder ohne.

Es wurden Züge in der Eröffnung vertauscht, und Material eingestellt im großen Stil. Und vor allem im Endspiel, einer Partiephase, in der wir in den letzten 12 Monaten die meisten Matches zu unseren Gunsten drehen konnten, lief diesmal alles schief.

Positiv zu erwähnen bleibt, dass wir mit unserer Leistung geschlossen als Mannschaft aufgetreten sind, und ich möchte an dieser Stelle den Jungs nochmal danken, dass sich wirklich keiner ausgeschlossen hat:)

In der nächsten Runde erwarten wir mit Hofheim wieder einen sehr starken Gegner, und ich hoffe, dass wir dann wieder konzentrierter zu Werke gehen werden.

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