(7) SF Schöneck – Caissa I 4-4

SF Schöneck               4 - 4 SC Caissa Schwarzenbach  
 1 Krejci,Jan             ½ : ½ Frischmann,Rick         3
 2 Poetsch,Hagen          ½ : ½ Mueller,Reinhold        4
 3 Konopka,Michal         0 : 1 Oberhofer,Andre         5
 4 Stockmann,Michael      ½ : ½ Tabatt,Hendrik          6
 5 Marchio,Enrico         1 : 0 Fries,Frederik          7
 7 Heinatz,Thomas         1 : 0 Grewenig,Jan            8
 9 Nazarenus,Moritz       ½ : ½ Wild,Achim              9
10 Meyer,Kai-Christian    0 : 1 Weller,Manuel          10

Endlich wieder ein Mannschaftspunkt! Darüber sind wir froh:)

Andererseits war da mehr drin, aber.. nun gut, .. immerhin.... , man soll ja nicht zu viel wollen, aber irgendwie war da mehr drin, allerdings hätte man auch verlieren können, und so gesehen...

Ich werde mir da nicht ganz einig, aber auf jeden Fall war da mehr drin...:)

In jedem Fall wars ein gutes und spannendes Match, das uns nochmal Auftrieb für die Schlussphase der Saison geben sollte.

Im Einzelnen lief es wie folgt:

Rick spielte an 1 mit Weiß gegen den tschechischen GM Jan Krejci. Dabei verrutschte ihm die Eröffnung etwas, und er kam in eine unvorteilhafte Position mit Feld-und Bewegungsvorteilen für Schwarz, die schließlich in einem Bauerngewinn mündeten.

Danach verteidigte sich Rick großartig. Mit Springer,Springer und Dame auf beiden Seiten hielt er die schlechtere Position mit Minusbauern solange, bis die schwarze Initiative verebbte, und Rick seinen Bauern zurück gewann. Nach dem folgenden Damentausch wurde bald Remis gemacht.

Großer Kampf, den halben Punkt hat Rick sich redlich verdient!

Ronny legte nach seinem Sieg in der letzten Runde direkt nach, und überspielte IM Hagen Poetsch in einem Damenlosen Spät-Mittelspiel. Das entstehende Endspiel war haushoch gewonnen, und es gab etliche Wege, den vollen Punkt zu holen. Hier entschied er sich erst für ein Turmendspiel, was zwar nicht der einfachste Weg war, aber doch ein durchaus machbarer.

Dort gab es dann 2 Gewinnwege: ein einfacher und die Partiefortsetzung:)

Die lief nämlich auf eine Position mit 2 Mehrbauern, einer auf der a- und einer auf der h-Linie hinaus. Ronny war sich wohl nicht ganz bewusst, wie schwierig dieses Endspiel ist. Beim Übergang war die Position noch gewonnen, nach Ronnys nächstem Zug schon remis! Nach einem Fehler seines Gegners wieder gewonnen, am Ende aber nicht mehr!

Am Schluss stand die sogenannte „Vancura-Stellung“, in der der zweite Mehrbauer keine Rolle spielt.

Bitter für uns: das war die letzte Partie des Matches, und natürlich war da mehr drin:)

Trotzdem spielt Ronny zur Zeit tolles Schach, und ich wünsche ihm, dass es so weiter geht.

Andre holt nach einer Durststrecke von 4 Niederlagen seinen zweiten vollen Punkt in der Saison. Das hat mich natürlich besonders gefreut!

Gegen IM Michal Konopka kam er mit Weiß leicht nachteilhaft aus der Eröffnung. Es sah ziemlich symmetrisch aus: bei vollem Figurensatz waren nur die beiden d-Bauern getauscht. Nachdem Andre  vermeintlich günstig den Damentausch einleitete, stellte sich heraus, dass sein Gegner die Position taktisch geschickt pointiert hatte. Andre konnte nicht so fortsetzen wie geplant, und Schwarz bekam positionelles Übergewicht. Um den Druck abzuschütteln, opferte er schließlich eine Figur für 2 Bauern, was ihm trotz der Abwesenheit der Damen große Initiative einbrachte. Objektiv stand Schwarz wohl an mindestens einer Stelle auf Gewinn, aber die Verteidigung war komplizierter zu spielen als der Angriff, und forderte an vielen Stellen einzige Züge. Schließlich vergriff sich Konopka in Zeitnot, und der weiße Angriff schlug durch. Eine couragierte Vorstellung von Andre, auch wenn hier vielleicht weniger drin war:).

Ich spielte an 4 mit Schwarz gegen FM Michael Stockmann. Nachdem beidseitig ein paar eher ungewöhnliche Eröffnungszüge gespielt wurden, waren schnell die Damen sowie 2 Bauern getauscht. Die Position „schwirrte“ laut Houdini die nächsten 15 Züge um den Ausgleich herum. Immerhin war die Bauernstruktur asymmetrisch, so dass es wenigstens nicht ganz langweilig war.

Im Spät-Mittelspiel bekam ich dann leichten Vorteil, auch wenn die weiße Stellung sicherlich noch in Ordnung war. Dann aber kam ein nachträglich betrachtet für mich schmerzhafter Moment:

Mein Gegner stand am Scheideweg, welches Endspiel er anstreben wollte, und dachte längere Zeit nach. Ich tat natürlich dasselbe, und als er schließlich zog, versäumte ich es, nochmal kurz auf das Brett zu schauen. Hätte ich das getan (anstatt a tempo „gegen zu ziehen“), wäre mir vielleicht aufgefallen, dass sich 2-zügig die Qualität gewinnen ließ, was in der gegebenen Position ziemlich sicher den vollen Punkt eingebracht hätte. Stattdessen entstand ein Turmendspiel, was ich als klar vorteilhaft für mich eingeschätzt hatte, tatsächlich aber Nichts her gab.

Knapp 20 Züge später wurde remis vereinbart.

Hier war (einen Zug lang) mehr drin:).

An Brett 5 spielte Freddy mit Weiß gegen FM Enrico Marchio. Nach der Eröffnungsphase hatte Freddy sich eine Bauernmehrheit im Zentrum erspielt, der jedoch eine schwarze Mehrheit am Damenflügel gegenüberstand, die nicht minder gefährlich war. In der nächsten Partiephase wurde erstmal laviert, was in der komplizierten Stellung sicher nicht einfach war.

Hier agierte Marchio einfach besser, und nach einer längeren taktischen Phase erreichte er schließlich ein gewonnenes Endspiel mit Springer und Läufer gegen Springer. Freddy, der als Vorlezter kämpfte, musste irgenwann auch noch den Springer für den letzten gegnerischen Bauern geben, und ließ sich die Mattsetzung mit Läufer und Springer zeigen. Prinzipiell ist das richtig, denn auch manch starker Spieler kann da ins Wanken kommen. Marchio allerdings meisterte die technische Schlussphase problemlos, und fuhr den verdienten Punkt ein.

Den muss man geben:)

Jan verlor mit Schwarz gegen FM Thomas Heinatz nach ähnlichen Mustern wie in der lezten Runde: Ein gut vorvereiteter und stark spielender Gegner holte im offenen Sizilianer (sogar dieselbe Variante) den ganzen Punkt. Wie letztes mal hat sich Jan auch hier teuer verkauft, und man kann ihm wirklich nichts vorwerfen. Heinatz hat das wirklich stark gemacht!

Hier war nicht mehr drin:)

Achim hatte mit Weiß gegen Moritz Nazarenus schon aus der Eröffnung heraus einen Angriff gegen den gegnerischen Königsflügel losgetreten. Das war in der Partiestellung sicher ein interessantes Konzept. Beim ersten Durchlauf zeigt mein Rechner erst ziemlichen Ausgleich an, gibt aber nach dem folgenden Damentausch Weiß doch einigen Vorteil. Laut Eigenaussage hatte Achim aber zu viele Rechenfehler in der Partie, und tatsächlich kam bald Schwarz in Vorteil. Aber die Position blieb kompliziert, und nachdem sein Gegner ebenfalls nicht optimal gespielt hatte, glich Achim wieder aus. Am Ende blieben 2 ungleichfarbige Läufer, und es wurde Remis vereinbart.

Hier war ..keine Ahnung, geht unterm Strich wohl in Ordnung:)

Was soll ich über Manuel noch schreiben? Ich kann fast meine Texte aus den letzten Runden rein kopieren: Eine etwas seltsam aussehende Position, die man beim ersten Blick kaum für gesund halten kann, ein paar verknotete Manöver, eine super-zähe Verteidigung und am Ende hat Manuel den ganzen Punkt! Diesmal fiel ihm Kai-Christian Meyer zum Opfer, der sich nach dem Eröffnungsverlauf sicher mehr versprochen hat. Zumindest hätte ich mir mit Weiß hier mehr versprochen. Aber auch wenn Manuels Aufbau sicher grenzwertig war, war wohl wie meistens bei ihm alles noch im grünen Bereich. Nach 31 Zügen gibt Houdini Weiß einen kleinen Vorteil in allen „normalen“ Varianten, und schlägt stattdessen einen seltsam anmutenden Springerzug auf ein mehrfach (auch von einem Bauern..) gedecktes Feld vor, was er grob mit +0,6 bewertet. Dort soll der Springer dann längere Zeit stehen bleiben, wobei mir nicht klar ist, was er dort macht (außer sich zu freuen, dass er nicht geschlagen werden kann:)). War mir jetzt in der Kurz-Analyse auch mit Computerhilfe zu kompliziert, aber es kam auch ganz anders: Genau an dieser Stelle stellte Meyer die Partie ein. Er zog besagten Springer auf ein anderes – ebenfalls ungedecktes – Feld, aber anstatt wie gedacht die Qualität zu gewinnen, verlor er eine Figur. Die entstehende Position mit Läufer und Springer gegen Turm bereitete Manuel keine Schwierigkeiten, und wenige Züge später hatte er den nächsten Punkt eingetütet.

Bitte noch 2 mal!

Unterm Strich ein hart umkämpftes Match, und zumindest den einen Mannschaftspunkt haben wir uns verdient. Vergebenen Möglichkeiten hinterher zu trauern hat noch nie viel gebracht, und wir werden uns stattdessen auf das nächste Match gegen Neuberg konzentrieren, was bestimmt nicht minder hart umkämpft sein wird.

Gespielt wird wieder im „Haus der Begegnung“ in Homburg-Erbach, am 16.03. ab 11 Uhr.

Wie immer sind Zuschauer herzlich willkommen!

Kommentare sind deaktiviert