(5) BG Buchen – Caissa I 5-3

BG Buchen                 5 - 3 SC Caissa Schwarzenbach  
 1 Pinter,Jozsef          1 : 0 Frischmann,Rick         3
 3 Krassowizkij,Jaroslaw  1 : 0 Mueller,Reinhold        4
 4 Stojanovic,Mihajlo     1 : 0 Oberhofer,Andre         5
 5 Dobosz,Henryk          1 : 0 Tabatt,Hendrik          6
 6 Eisenbeiser,Amadeus    0 : 1 Fries,Frederik          7
 9 Schloetzer,Waldemar    1 : 0 Grewenig,Jan            8
10 Becker,Matthias        0 : 1 Wild,Achim              9
12 Miltner,Arndt          0 : 1 Weller,Manuel          10

Hinten gut, vorne schlecht. So lässt sich wohl am Einfachsten unser Mannschaftskampf in Buchen zusammenfassen.

Dass es an den vorderen Brettern der zweiten Bundesliga kein Zuckerschlecken ist, wissen wir, und Buchen ist dort sicher auch gut besetzt.
Aber 0 aus 4 ist dann doch etwas dürftig, und in den nächsten Mannschaftskämpfen müssen wir an den ersten 4 Brettern wieder Brettpunkte beisteuern.

Im Einzelnen lief es wie folgt:

Rick hatte es mit dem ungarischen GM Jozsef Pinter zu tun.
In einer etwas untypischen Benoni-Partie – ich weiß, Benoni ist sowieso immer „untypisch“, aber trotzdem…- erreichte er eine verheißungsvolle Position im Mittelspiel. Mit jeweils 3 Schwer- und 2 Leichtfiguren waren Raum- und Aktivitätsvorteile auf Seiten von Weiß. Vielleicht kein entscheidender Vorteil, aber zumindest war Ricks Stellung sehr angenehm, und er stellte bald Drohungen gegen den schwarzen König auf. Hierbei ging allerdings bei knapper werdender Zeit etwas schief, und Pinter konnte einen Bauern gewinnen, den er bis ins gewonnene Damenendspiel transferierte. Mit der technischen Verwertung hatte der Großmeister keine Schwierigkeiten.

Ronny spielte an Brett 2 in einer spannenden und taktisch scharf geführten Partie gegen Jaroslaw Krassowitzky. Im späten Mittelspiel opferte Ronny vorübergehend 2 Bauern, und es entstand eine Position, in der die Dynamik auf schwarzer Seite lag, die langfristigen Vorteile auf der weißen. Auch hier spielte wohl die Zeitnot eine Rolle, und Ronny konnte nur einen der beiden Bauern zurückerobern. Der andere – ein vorerst schwach aussehender Bauer auf der h-Linie – rückte immer weiter vor, und wurde schließlich zum spielentscheidenden Faktor.

Andre hatte gegen GM Stojanovic früh eine ungewöhnliche Struktur auf dem Brett. Beide Seiten hatten noch ihre 3 Schwerfiguren, Andre die beiden Springer, sein Gegner das Läuferpaar. Zwar lag die Aktivität und der Raumvorteil klar auf weißer Seite, andererseits hatten die Springer auch keine wirklichen Stützpunkte. In dieser schwierigen Position wurde beidseitig nicht sehr genau gespielt, aber nach der Zeitkontrolle hatte Schwarz wahrscheinlich schon etwas Vorteil. Am Ende der Partie standen Turm, Springer und 3 Bauern gegen Turm, Läufer und 3 Bauern. Allerdings waren die Bauern auf unterschiedlichen Flügeln, wo der langschrittige Läufer dem Springer bekanntermaßen überlegen ist. Stojanovic konnte auch als erster starke Drohungen aufstellen, und schließlich mittels eines Freibauerns den Sieg erzwingen.

Ich (Hendrik) spielte mit Schwarz gegen IM Henryk Dobosz, mit dem ich es bereits einmal bei gleicher Farbverteilung auf einem Open zu tun hatte. Die Partie hatte ich in guter Erinnerung, obwohl ich dort eine Gewinnstellung schließlich zum Remis verdarb.

Diesmal wollte mir aber nichts gelingen. In einer völlig verschachtelten Struktur warf ich permanent meine Pläne um, solange, bis keiner mehr funktionierte. Am Ende hatte ich mich selbst völlig eingemauert, und musste tatenlos zusehen, wie die weißen Figuren unaufhaltsam in meine Stellung eindrangen. Das war eine ziemlich grausige Leistung von mir.

Ich muss bis Brett 5 gehen, um endlich Positives berichten zu können:
Freddy holte seinen ersten vollen Punkt in dieser Saison, und dies auch in überzeugender Manier. Er bekam gegen Amadeus Eisenbeiser Holländisch aufs Brett, und konnte sich im Mittelspiel Vorteil verschaffen, der schließlich in einem Bauerngewinn kulminierte. In einem reinen Schwerfigurenendspiel musste Freddy dennoch einiges leisten, um den Sieg einzufahren, denn Schwarz stellte mithilfe eines gefährlichen Bauern auf f3 permanent Drohungen gegen den weißen König auf. Freddy verteidigte jedoch präzise und erreichte schließlich ein gewonnenes Turmendspiel. Glückwunsch zum ersten Saisonsieg!

Bei Jan hingegen lief es nicht so gut. Die Anfangsphase der Partie misslang offensichtlich, und Jan fand sich früh in einer unangenehmen Position wieder. Die schwarze Stellung krankte an Felderschwächen und Passivität. Weiß gab seinen Vorteil im Laufe der Partie nicht mehr aus der Hand, und erreichte schließlich ein Endspiel mit gesundem Mehrbauern. Zwar waren vom Figurensatz nur noch 2 ungleichfarbige Läufer übrig, aber trotzdem war kein Rettungsweg in Sicht, und Jan musste schließlich die Waffen strecken.

Achim hatte mit Weiß ein sehr gutes Mittelspiel mit gesundem Mehrbauern erreicht. Nach ein paar Ungenauigkeiten entstand jedoch ein schwer zu gewinnendes Endspiel, in dem beide Parteien jeweils das Läuferpaar und einen Turm hatten. Achim hatte zwar noch seinen Mehrbauern, allerdings war die Aktivität an Schwarz übergegangen. Nach einigen Verwicklungen entstand eine Position mit Läuferpaar und Bauern gegen Läufer und 3 Bauern. Außenrum waren wir uns nicht sicher, ob das zum Sieg reichte, aber schließlich konnte Achim, der als Letzter spielte, sich durchsetzen, und noch für etwas Ergebnis-Kosmetik sorgen.

Manuel konnte seinen guten Lauf gegen Buchen fortsetzen, und ist im Moment unser Top-Scorer. Mich freut besonders, dass er in seiner ersten Saison für Schwarzenbach so einen tollen Start hinlegt!

Diesmal besiegte er mit Schwarz FM Arndt Miltner. In einer halboffenen Position mit je 3 Schwerfiguren schien auf den ersten Blick Weiß Vorteil zu haben, da er einen starken Läufer auf b2 hatte, der über die lange Diagonale einige Kraft entfaltete. Allerdings konnte Manuel seinen verbleibenden Springer im gegnerischen Zentrum einschweißen, und hatte so ausreichend Gegenspiel. Im weiteren Verlauf gelang es ihm, den Weißen ungünstig festzulegen, und schließlich mit einer kleinen Kombination den Sieg sicher stellen. Weiter so!

In der nächsten Begegnung am 9. Februar erwarten wir zu Hause den Tabellenzweiten aus Baden-Baden.

Gespielt wird wieder im Haus der Begegnung, ab 11 Uhr, und Zuschauer sind wie immer herzlich willkommen.

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