Saisonabschluss in der Saarlandliga

Am letzten Spieltag, einem gemeinsamen Spieltag, den die SVG professionell ausrichtete, ging es eigentlich nur noch um die Goldene Ananas, denn Aufsteiger und Absteiger sowie Zweit- und Drittplatzierte waren eine Runde vor Schluss so ziemlich sonnenklar, und nur krasse Dinge wie eine Illinger Niederlage mit nur einem halben Brettpunkt konnten uns an die Spitze katapultieren. Nun, Illingen hatte schon keine rechte Lust mehr und verlor - allerdings mit drei Brettpunkten - gegen SVG II und wurde verdient Saarlandmeister. Unser zweiter Platz geht in Ordnung, denn in dem Kampf gegen gegen Illingen hatten wir keine Chance.

Gegen Ostertal jedoch spielten wir trotz goldener Südfrucht auf Sieg und fuhren einen hochverdienten 6,5:1,5-Sieg ein. Viele der Partien waren von groben Böcken gekennzeichnet, was Schach ja bekanntlich besonders interessant macht. Erneut holten die unteren vier Bretter alles, was da zu holen war. Reinhold gewann auch dieses Mal im Angriffsstil und ist mit 8/8 unser Top-Scorer. Gerhard stand nach misslungener Eröffnungsbehandlung seines Gegners schnell besser und überrannte ihn in 17 Zügen. Auch Jörg erarbeitete sich nach anfänglich starkem Spiel seines Gegners eine Druckstellung, gewann einen Bauern und sorgte dann dafür, dass dieser Bauer etwas wert zu werden drohte. Schwarz übersah alsdann eine Taktik und büßte einen vollen Turm ein. Am ersten Brett produzierte Michael Weber gegen Max in ausgeglichener Stellung einen Abzug auf das falsche Feld, wo Max die abgezogene Figur mit Schachgebot schlagen konnte.

Meine eigene Partie gegen Kreuscher war ziemlich ausgeglichen, da ich die Vollebndung seiner Entwicklung nicht würde verhindern können. Stattdessen griff er auf b2 zu, was man bekanntlich dreimal überlegen sollte, egal ob es Sizilianisch oder sonst irgend eine schräge Eröffnung ist, wie in unserer Partie. Da die schwarzen Türme noch nicht verbunden waren, hatte ich eine hübsche Kombination mit Mattmöglichkeiten drin, die ihn letztlich die Dame kostete. Nach einige Verwicklungen stand ich mit Dame und Turm gegen Turm und zwei Leichtfiguren und je drei Bauern am Königsflügel glatt auf Gewinn. Ich brachte dann einen sehr aktiven Damenzug aufs Brett, der das Fass zumachen sollte. Nach dem schwarzen Konter, der so schwer auch nicht zu sehen war, blieben der Dame nur drei Felder hinein in jeweils eine andere Springergabel. Ich gab sie dann lieber für den Turm, und wir einigten uns auf eine Punkteteilung, auch wenn er mich mit zwei Figuren gegen Turm noch eine Weile hätte malträtieren können. Ich spiele ja gern gegen Wolfgang, weil die Partien immer hohen Unterhaltungswert haben. Aber irgendwann möchte ich gern mal wieder einen ganzen Punkt für eine Gewinnstellung bekommen.

Johannes spielte eine geschlossene Stellung gegen Morgenstern, der sich nach und nach Vorteile am Königsflügel verschaffte, während Johannes Gegenspiel auf der anderen Brettseite fand. Der König soll im Allgemeinen der Röntgenwirkung gegnerischer Schwerfiguren ausweichen. So spielte Johannes mal Kh8 und später, nach weißem Dh3, Kg8. Das Letztere erwies sich leider als böser Fauxpas, weil ein hübsches Springeropfer auf f6 das nahende Ende bedeutete. Die Engines sehen keine großen Probleme für Johannes' Stellung, wenn er rechtzeitig ..f5 eingestreut hätte.

Jan spielte eine starke Partie gegen Cullmann, der lange gut mithielt, aber nach und nach leichte Nachteile im Schwerfigurenspiel mit ungleichen Läufern akzeptieren musste. Als er einen naheliegenden Verteidigungszug verwarf und seinen König auf die Farbe von Jans Läufer stellte, war auf einmal eine Qualität futsch. Dafür hatte der Gegner ein Bauernpaar, das er mit Unterstützung des Läufers nach vorne trieb. Jan griff den Freibauern mit dem Turm von hinten an, und Cullmann zog ihn brav auf ein Feld von der Farbe seines Läufers, wo die Bauern erst blockiert und schließlich abgeholt wurden. Schöner Sieg für Jan, doch an der kritischen Stelle entging wohl beiden Spielern, dass der Ostertaler den anderen Bauern hätte ziehen und die Partie gewinnen können!

Cedric ließ einmal wieder der Zeit ihren freien Lauf und spielte den entscheidenden Teil der scharfen Partie über Inkrement. Dieses Mal behielt er jedoch nach einigen Ungenauigkeiten von Engelberth, dessen Gegenspiel ein Zug zu langsam war, die Oberhand. Engelberth hatte Cedrics König am Kanthaken und brauchte nur noch einen freien Zug. Er beschleunigte jedoch das Ende drastisch, indem er seinen eigenen König in die Mitte und damit in die Reichweite von Cedrics Schwerfiguren dirigierte statt in die Brettecke, wo Könige bekanntlich zumeist sicherer stehen. Nachdem Cedric ein zweizügiges Matt in Zeitnot ausgelassen hatte, erlegte er den Ostertaler König unter permanenten Schachgeboten einige Züge später.

1 Antwort

  1. Jan Bürmann
    Den Bauernzug b6 statt c6, nach dem die Partie gekippt wäre, habe ich tatsächlich völlig übersehen. Aber in meinen Partien gegen Lothar ging noch nie alles glatt, man denke an meinen diagrammreifen Einsteller meiner Mehrfigur vor 2 Jahren...

Einen Kommentar schreiben