Wichtiger Sieg in Schwalbach

Am Sonntag musste unsere zweite Mannschaft beim SV Schwalbach I die Tabellenführung in der Saarlandliga verteidigen. Vor diesem Spieltag lagen wir mit 9 Punkten einen Punkt vor Gema St. Ingbert / Lebach I. Schwalbach gehört traditionell zum engeren Favoritenkreis, lag aber mit 6 Punkten schon etwas zurück. Wir mussten auf Jörg Becker verzichten, als Ersatz stand uns dankenswerterweise Michael Horras von unserer dritten Mannschaft zur Seite. Unser Gegner trat ebenfalls nicht in Bestbesetzung an und es kam zu den folgenden Begegnungen und Ergebnissen, wobei wir an den ungeraden Brettnummern mit Weiß spielten:

1. Pohlig, B. (2037) – Tabatt, H. (2298) 0-1
2. Klein, J. (1982) – Bürmann, J. (2053) 0-1
3. Martin, P. G. (1914) – Uhrig, C. (1919) ½-½
4. Maurer, R. (1893) – Busemann, S. (2023) 0-1
5. Maas, E. (1758) – Scheuermann, G. (1987) ½-½
6. Becking, F. J. (1856) – Fiedler, R. (1845) ½-½
7. Gerhard, C. (1740) – Ripperger, R. (1891) 0-1
8. Heckmann, D. (1762) – Horras, M. (1830) 1-0

Gesamtergebnis: SV Schwalbach I – SC Caissa Schwarzenbach II: 2½ - 5½

Insgesamt lässt sich sagen, dass wir nach teilweise dramatischen Partieverläufen vielleicht etwas zu hoch, aber letztendlich doch verdient gewonnen haben. Aber der Reihe nach:

Früh zu Ende ging die Partie am siebten Brett, wo Reinhold gegen Christoph Gerhard spielte und durch einen weiteren Sieg seine blütenweiße Weste behielt. Er berichtete mir nach der Partie, die ich nicht selbst verfolgen konnte, dass sein Gegner einer taktischen Finesse erlegen war: nachdem dieser durch eine Unachtsamkeit das Rochaderecht verloren hatte, stellte er seinen König ungünstig nach e7. Danach hätte ein weißes Sxd5+ per Springergabel die schwarze Dame gewonnen, hätte es nicht noch einen schwarzen Springer auf f6 gegeben, der das Feld d5 kontrollierte. Diesen konnte Reinhold jedoch ungestört durch Vorrücken seines g-Bauern nach g5 attackieren, sodass letztlich Figurenverlust für Schwarz unvermeidlich war. Danach war die Partie entschieden, wir gingen also früh in Führung.

1 - 0

Ungefähr zur gleichen Zeit beendete Hendrik seine äußert konsequent vorgetragene Partie am ersten Brett auf spektakuläre Weise. Nach einem verzögerten chinesischen Angriff gegen Bernds Pirc Verteidigung (g4 erst im sechsten statt im fünften Zug) kam Letzterer relativ zügig unter die Räder. Zwar war es zweifellos gewagt, die einzige schwarze Figur, die dem kurz rochierten schwarzen König vor den heranstürmenden g- und h-Bauern noch etwas Schutz hätte bieten können, zum Damenflügel zu beordern – genau betrachtet war die Partie danach auch tatsächlich schon zugunsten von Weiß entschieden – es war jedoch beeindruckend, wie effizient Hendrik das Ganze dann zum Abschluss brachte:

Tabatt, H. – Pohlig, B. nach 13. .. Lb4?

Schwarz hatte mit den vorangegangenen Zügen seinen Fianchetto-Läufer von g7 über f8 nach b4 gestellt. Es folgte nun 14. hxg6 hxg6 15. Lc4! Lxc3 16. Df3! und nichts geht mehr. Nach dem Beschwichtigungsopfer 16. .. Te6 folgte noch 17. Lxe6 fxe6 und dann schob Hendrik seinen Königsturm gelassen nach h7. Die Schlussstellung verdient ein weiteres Diagramm:

Tabatt, H. – Pohlig, B. nach 18. Th7!

Angesichts der Tatsache, dass nach 18. .. Kxh7 19. Df7+ der verbleibende weiße Turm das Werk nach wenigen Zügen zu Ende bringen würde, gab Bernd die Partie auf.

2 - 0

Am sechsten Brett kam es zwischen Robert und Franz Josef Becking durch Zugumstellung zu einem Grünfeld-Indischen Aufbau. Zwar hatte Franz Josef anfangs die Partie noch unter Kontrolle, nach und nach übernahm jedoch Robert das Ruder, indem er dem vielleicht etwas verfrühten Vormarsch der weißen Bauern am Königsflügel durch aktives Spiel im Zentrum begegnete. Schon bald kam es zu einem weißen Fehlgriff, der folgenschwer hätte enden können:

Becking, F. J. – Fiedler, R. nach 18. dxe5?

Statt mit 18. h4 konsequent weiter gegen die schwarze Königsstellung zu spielen, hatte Franz Josef gerade mit 18. dxe5 die Öffnung der a8-h1 Diagonale ermöglicht. Vielleicht hatte er nur mit der Zugfolge 18. .. d4 19. Dxd4 (sowohl 19. Se4? als auch 19. Le4? verliert nach 19. .. Sxe5) Lxh1? (19. .. Sc5 wäre deutlich besser) e6+ gerechnet, die allerdings auch schon gut für Schwarz gewesen wäre. In der Diagrammstellung erhält Schwarz jedoch nach sofortigem 18. .. Sc5! bereits spielentscheidenden Vorteil. Sowohl nach 19. Td1 als auch nach Wegzügen des Läufers folgt 19. .. d4 und Weiß verliert in allen Varianten Material. Leider hat Robert die Chance mit 18. .. Sxe5? verpasst, um sich dann nur wenige Züge später mit der folgenden Stellung konfrontiert zu sehen:

Becking, F. J. – Fiedler, R. nach 21. Dxd5

Hier hätte ein einfaches 21. .. Td8 den Sack zu gemacht. Nach dem gespielten 21. .. Sxd3?? 22. Dxd3 Dxg5 behielt Schwarz zwar leichten Vorteil, im weiteren Verlauf und nach Abtausch einiger Schwerfiguren kam es jedoch zu einem Endspiel mit Turm und drei Bauern auf jeder Seite, das man schließlich nur noch Remis geben konnte.

2½ - ½

Ich sah mich am dritten Brett gegen Paul Guido Martin im Alapin Sizilianer früh mit einer Variante konfrontiert, die ich bisher noch nicht gesehen hatte: 1. e4 c5 2. c3 Da5. Ich nahm mir etwas Zeit, um mir eine Strategie zurechtzulegen, wobei meine Hauptkandidaten 3. Sa3 und 3. Sf3 waren. Ich entschied mich schließlich für den letzteren, weil mir in Unkenntnis der relevanten Theorie die Option einer normalen Entwicklung attraktiver schien als am Brett eine Wiederlegung des frühen Damenausfalls zu suchen, die es vermutlich gar nicht gibt. In der Folge hatte ich persönlich zwar den Eindruck, dass ich in der Eröffnung etwas mehr vom Spiel hatte, Stockfish sieht die Partie aber schon früh im Gleichgewicht, das im späteren Spielverlauf auch nicht mehr entscheidend ins Wanken geriet. Vielleicht kann man für die Eröffnung etwas Besseres für Weiß finden. In Ermangelung spektakulärer Stellungen dieser Partie hier zumindest eine Momentaufnahme nach dem 11. Zug:

Uhrig, C. – Martin, P. G. nach 11. .. Lxd6

Ich fasste hier den Plan, nach 12. Sd2 den König in der Mitte zu belassen (genauer, ihn nach e2 zu stellen) und mittel- bis langfristig die Bauernmehrheit am Damenflügel mit Unterstützung der beiden Türme in Bewegung zu setzen. Mein Gegner verzichtete jedoch ebenfalls auf die Rochade, hielt im Zentrum dagegen und es kam für keine der Seiten etwas Zählbares dabei rum. Ich hatte ein frühes Remis-Angebot erst einmal abgelehnt, aber nachdem ich nach 22 Zügen nicht mehr an einen eigenen Vorteil geglaubt und zudem ins Kalkül gezogen hatte, dass wir mit 2½ zu ½ vorne lagen und ich die aktuelle Stellung von Gerhard für gewonnen und sowohl die von Jan als auch von Stephan für ausgeglichen erachtete – die Einschätzung dieser Positionen sollte sich allerdings im weiteren Verlauf des Wettkampfes noch mehrfach ändern – war ich zu diesem Zeitpunkt trotz der Tatsache, dass Michael am achten Brett etwas unter Druck geraten war, mit einer Punkteteilung zufrieden.

3 - 1

Einige Zeit später hatte sich mein Optimismus deutlich verringert. Michael stand mittlerweile zumindest optisch ausgesprochen kritisch, Jan hatte einen Minus-Bauern mit Option auf einen zweiten und Stephan war ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Auch die erfolgreiche Umsetzung von Gerhards Vorteil schien nach erfolgtem Damentausch gar nicht mehr so sicher. Plötzlich schien ein 4 zu 4 nicht nur möglich, sondern fast schon wünschenswert. Aber eins nach dem anderen: Die nächste Partie, die entschieden wurde, war die von Michael am achten Brett. In einem geschlossenen Sizilianer war es zu einer Variante des Grand Prix Angriffs gekommen. Obwohl der Computer die Partiestellungen bis weit ins Mittelspiel als ausgeglichen bewertet, hatte man als Beobachter ein gewisses Unbehagen ob des ständig anwachsenden Drucks am Königsflügel. Tatsächlich kam Weiß dann nach einigen ungenauen Zügen auf beiden Seiten in Vorteil, wobei sich insbesondere der Versuch von Schwarz, das Zentrum zu öffnen, als nachteilig erwies. Danach war kein wirksames Gegenspiel in Sicht und es schien immer schwieriger, die Verteidigung des Königsflügels zu organisieren. Das folgende Diagramm zeigt die letzte mir bekannte Stellung dieser Partie:

Heckmann, D. – Horras, M. nach 28. .. De8

Da ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Weiß kann mit 29. Df3 und späterem g5 einen gewinnbringenden Angriff einleiten. Nach etwa 10 weiteren Zügen musste Michael leider die Waffen strecken.

3 - 2

Kurze Zeit später kam ich zu Stephan ans Brett und dachte erst, dass seine Stellung nicht mehr zu halten sei, Weiß hatte mittlerweile zwei Mehrbauern, einen davon frei auf e6. Da er selbst jedoch recht vergnügt dreinschaute, sah ich nochmal genauer aufs Brett und stellte fest, dass ich in dem entstandenen Schwerfiguren-Endspiel den weißen Gegenpart von Stephans schwarzem Turm nirgendwo entdecken konnte. Was war passiert?

Stephan hatte gegen Rainer Maurer mit der klassischen Variante des Dameninders eröffnet. An sich ging erst mal alles gut, bis Stephan sich entschloss, seine Dame zu zentralisieren, was ja nicht unbedingt verwerflich ist. In der vorliegenden Stellung stand sie allerdings auf e4 etwas beengt und Weiß konnte Vorteil daraus ziehen, indem er, teilweise eben diese Stellung der schwarzen Dame ausnutzend, Kontrolle über das Zentrum gewann. Schließlich kam es zu der folgenden kritischen Stellung:

Maurer, R. – Busemann, S. nach 25. .. Dc6

Weiß hatte mit dem letzten Zug die schwarze Dame aus dem Zentrum vertrieben und wollte jetzt die Früchte seines Spieles ernten. Das hätte er auch tun können, nach 26. d5 stünde er tatsächlich auf Gewinn. Als Beispiel seien hier nur zwei Varianten aufgeführt: nach 26. .. Lxc3 könnte etwa folgen 27. Dxc3 exd5 28. Sxd5 Kh8 29. Tb1 Dc8 30. Txb6 usw. und auf 26. .. Da4 kommt beispielsweise 27. Tde1 Sc5 28. Lxf6 Txf6 29. dxe6, in jedem Falle mit deutlichem Vorteil für Weiß. Dieser wollte jedoch in der Diagrammstellung nach 26. Sxe6?? Txe6 27. d5 sofort eine Qualität gewinnen, worauf Stephan aber die schöne Riposte 27. .. Da4 spielte. Durch den Gegenangriff auf den weißen Turm darf er nicht nur den von Weiß geopferten Springer als Mehrfigur behalten, es kommt noch dicker (erst hat man kein Glück, dann kommt noch Pech dazu): nach 28. Te6: Dd1:+ 29. Kg2 Sc5 geht durch die unglückliche Stellung der weißen Figuren auch noch mindestens eine zusätzliche Qualität über den Jordan (wovon man sich im nächsten Diagramm überzeugen kann), was in der Summe jenen fehlenden Turm ausmacht, den ich eingangs als vermisst gemeldet hatte.

Maurer, R. – Busemann, S. nach 29. .. Sc5

Wenn Weiß hier auf f6 nimmt, egal womit, schlägt Schwarz danach den weißen Turm. Wenn der sich aber stattdessen in Sicherheit bringen möchte, kommt als nächstes 30. .. Sa4, was noch eine zusätzliche Figur gewinnt. Zieht der Turm aber nach e1, nimmt die schwarze Dame ihn einfach weg. In der Partie spielte Weiß 30. Lxf6 und gab nach zwei weiteren Zügen auf. Wer diese Partie spannend und den Ausgang für uns erfreulich fand, es stand jetzt

4 - 2

wird auch die nächste Partie mögen. Jan war am zweiten Brett mit Schwarz gegen Jörg Klein nach Zugumstellung in einer Position aus dem abgelehnten Damengambit gelandet. Die Partie entwickelte sich nicht schlecht und nach 18 Zügen hatte er seinen e-Bauern für Weiß unangenehm auf e4 platziert. Seine Türme standen gut auf c8 und d8 und ein Springer blickte hoffnungsfroh von e5 auf das Feld d3, welches ja auch von besagtem Bauern kontrolliert wurde. Den Abtausch dieses Springers auf e5 zuzulassen erwies sich jedoch in der Folge als ungünstig. Weiß gelang es innerhalb weniger Züge, den gegnerischen Druck zu neutralisieren und zudem den schwarzen a-Bauern einzuheimsen. Durch den Abtausch weiterer Figuren stieg schließlich nach und nach der Wert des Mehrbauern und es war gar nicht mehr leicht, einen guten Plan für Schwarz zu finden. Jan versuchte, Weiß am Königsflügel zu beschäftigen, aber mittlerweile war das Material hinreichend reduziert, sodass Weiß erkennbar auf Gewinn stand.

Klein, J. – Bürmann, J. nach 34. .. Lc7

Es gab hier für Jörg eigentlich keinen guten Grund, 35. Dxb7 nicht zu spielen. Der weiße König ließe sich danach gut verteidigen und die beiden Freibauern sollten für Weiß den Sieg garantieren. Er spielte jedoch überraschenderweise 35. b4. Jan arbeitete unterdessen an der besten praktischen Chance: Sein Ziel war, durch ein spekulatives Läufer-Opfer eventuell zu einem Dauerschach zu kommen. Vorher bemühte er sich, durch den Vorstoß seines h-Bauern die gegnerische Bauernstruktur vor dem König noch etwas zu verschlechtern.

Klein, J. – Bürmann, J. nach 38. .. Lxe3

Und da ist das erwähnte Figurenopfer. Allerdings gewinnt in dieser Stellung 39. Sxe4 relativ problemlos, zum Beispiel nach 40. Dxd6 Sxd6 41. Lc1 a4 und der schwarze b-Bauer geht verloren. Im Gewinnsinne auch möglich, aber nicht ganz so gut wäre 39. Dd8+. Jörg schlug aber stattdessen mit 39. fxe3 den Läufer und nach 39. .. De2+ war die Stellung dann tatsächlich bereits remis. Aber damit nicht genug: Jan holte sich nun erst einmal unter Schachgeboten alle weißen Bauern am Königsflügel ab und es kam schließlich zu folgender Stellung:

Klein, J. – Bürmann, J. nach 44. .. f5

Weiß ist am Zug und hat noch unterschiedliche Wege, ein Remis zu erreichen. Dafür sollte er anstreben, möglichst schnell ein Feld vor dem h-Bauern zu kontrollieren. Eine offensichtliche Strategie wäre, die weiße Dame zügig zum Ort des Geschehens zu bringen, z. B. mit 45. Dc7 h3 46. Dh2. Aber auch 45. Sf1 reicht noch zum Unentschieden. Jörg spielte jedoch 45. De7?? und verlor damit ein wichtiges Tempo. Nach 45. .. h3 hilft nun auch 46. Sf1 nicht mehr, nach 46. .. h2 47. Sxh2 Dg3+ 48. Kf1 Dxh2 erreicht Schwarz eine Gewinnstellung. In der Partie versuchte Weiß (nach 45. De7 h3) 46. De5, aber nach 47. .. Dh4+ 48. Ke2 Dh5+ 49. Kf2 h2 50. Sxe4 h1D ging der Bauer zur Dame und Weiß gab auf. Jan hatte also in der Not noch kreativ einen Weg gefunden, weiße Fehler zu provozieren.

5 - 2

Auch bei Gerhard, der mit Weiß gegen Edmund Maas spielte, kam es zu einem geschlossenen Sizilianer. Gerhard bemühte sich in gewohnter Manier, einen Angriff am Königsflügel zu inszenieren, aber an sich kam sein Gegner ganz gut aus der Eröffnung. Beide Spieler ließen dann im Mittelspiel die ein oder andere Chance aus, etwas in Vorteil zu kommen. So stand auch nach 22 Zügen Edmund etwas chancenreicher, aber kurz darauf hatte Gerhard wieder die Nase vorn. Es kam schließlich zu der folgenden interessanten Stellung:

Scheuermann, G. – Maas, E. nach 24. .. Lxb2?

Edmund hatte gerade auf b2 geschlagen, was ein Fehler war. Man denkt hier als Weißer vielleicht spontan an 25. Tb1 mit Blick auf b7, aber Schwarz spielt dann 25. .. exf5, wonach Weiß nicht 26. Txb2?? spielen darf, weil Schwarz dann mit 26. .. Sg4! gewinnt. Nach 26. Dxf5 stünde Weiß allerdings gut. Gerhard hatte diese Variante wohl gesehen und dann in der Diagrammstellung das bessere 25. Tg1 gefunden und gespielt, worauf sein Gegner 25. .. De7? zog (Dd7 war zwar besser aber auch nicht wirklich gut). Nun hätte 26. Tb1! tatsächlich gewonnen, aber da Gerhard diesen Zug in der Diagrammstellung gerade erst verworfen hatte, kehrte er wohl nicht zu dieser Idee zurück, sondern tauschte auf g8 die Türme. Danach stand er immer noch besser und konnte weiter auf den vollen Punkt hoffen, wenige Züge später kam es jedoch zu einer weiteren Schlüsselstellung:

Scheuermann, G. – Maas, E. nach 28. .. axb5

Richtig ist nun, im Hinblick auf den Angriff die Stellung der Figuren zu verbessern, etwa durch 29. Sg3 oder 29. Df5. Stattdessen zog Gerhard das auf den ersten Blick verlockende 29. f5? um sich nach der Antwort 29. .. Dg5 zum Damentausch genötigt zu sehen, wonach der weiße Vorteil nur schwierig, wenn überhaupt, in einen vollen Punkt umgewandelt werden kann. Das entstandene Endspiel war sehr spannend zu verfolgen, beide Kontrahenten schenkten sich nichts. Schließlich entschied sich Schwarz dafür, von einer passiven auf eine aktive Strategie umzuschwenken: er tauschte seinen Läufer gegen den gegnerischen Springer und setzte die Bauern am Damenflügel in Bewegung. Die Stellung blieb wohl bis zum Ende remis, es kam aber zu weiteren interessanten Positionen, beispielsweise:

Scheuermann, G. – Maas, E. nach 64. .. dxc4

Gerhard muss hier natürlich schauen, dass sein König rechtzeitig zum Damenflügel kommt. Mit 65. Ke3 hätte er hier die Bauern am Damenflügel vollständig auflösen können, aber auch das hätte nicht zum Sieg gereicht. Nach 65. .. b3 66. cxb3 cxb3 67. Kd3 Sd5 68. Kc4 Sf4 69. Kxb3 Sxg6 70. fxg6 Kxe6 71. h5 behält er zwar einen gedeckten Freibauern, der schwarze König versteckt sich aber in der Ecke und die Partie endet remis. Gerhard hat in der Diagrammstellung allerdings 65. Ke2 gespielt und nach weiteren 10 Zügen landete man schließlich auf andere Weise beim gleichen Resultat.

Endergebnis 5½ - 2½

Insgesamt war es also eine hart umkämpfte Begegnung mit einem für uns sehr erfreulichen Endergebnis.

Unser zuvor unmittelbarster Verfolger, die SC Gema St. Ingbert / Lebach I, war am selben Tag der zweiten Mannschaft der SVG Saarbrücken unterlegen, wodurch unser Vorsprung jetzt sowohl auf diese Teams als auch auf SC Turm Illingen I drei Punkte beträgt. Unsere nächste Begegnung ist ein Heimspiel am 17. Februar gegen Saarbrücken.

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