Breites Leistungsspektrum unserer Spieler beim diesjährigen Grenke Open in Karlsruhe

Da war wirklich alles dabei: angefangen bei grausam und schlecht, über durchwachsen und ordentlich bis hin zu gut und sogar sehr stark – so sehr ging das Leistungsspektrum unserer Spieler in Karlsruhe auseinander.

Im A-Open starteten Achim (2254), Alexander (2199), Jan (2140) und meine Wenigkeit (2317). Während drei von uns in der ersten Runde machbare Gegner bekamen, wurde Jan direkt ans Live-Brett verfrachtet und gegen GM Andrey Esipenko (2616) gelost. Jan spielte seit langer Zeit mal wieder ein Open mit und hatte demnach seine Bedenken, ob er mit der fehlenden Praxis gegen den jungen GM überhaupt in die Partie kommen würde. Ich musste ihn deshalb etwas stark reden, denn an einem guten Tag ist ja eine Waffe!

Die Partie startete bereits interessant, als sein Gegner 6.h4 gegen Najdorf spielte.

Esipenko – Grewenig nach 6.h4

Der Zug wird in letzter Zeit von vielen starken Spielern gegen Najdorf angewandt, aber sieht natürlich schon etwas merkwürdig aus. Da ich kein Najdorf-Experte bin, erlaube ich mir über den Sinn nun besser keine Bemerkung. Jan wählte jedenfalls nach kurzem Nachdenken 6.-b5, was bereits selten ist und nach 7.a4 wahrscheinlich auch einfach schon zu weißem Vorteil führt. Es entstand kurze Zeit später folgende Stellung:

Esipenko – Grewenig nach 12.0-0-0

Hier spielte Jan extrem riskant mit 12.-e5? (besser war z. B. 12.-Dd8 nebst Ld6, aber auch da steht Weiß besser) 13.exd5! exd4 und hier wie auch bei den nächsten Zügen war ich verblüfft, wie schnell Jans Gegner spielte. Es schien, als würde er Jan überhaupt nicht ernst nehmen und auch gar nicht objektiv die Stellung betrachten. Irgendwie zeigte sich dieses Verhalten sehr oft in seinen Partien, was mich daran zweifeln lässt, dass er es jemals zur Weltspitze schaffen wird. Sei’s drum, es folgte jedenfalls 14.Lg5? Db6 15.Te1+?! Kd7 und Schwarz war voll in der Partie. Natürlich hat Weiß gute Kompensation für die Figur, aber Schwarz steht bei weitem nicht schlecht. Deutlich stärker war stattdessen 14.Lxd4! Dd6 und nun z. B. 15.Te1+ Kd8 16.Le5 mit ziemlich ruinöser Stellung für Schwarz. Statt nun mal in die Stellung hineinzusehen blitzte der junge GM fröhlich munter vor sich hin und hätte dafür beinahe die verdiente Quittung kassiert.

Esipenko – Grewenig nach 19.a5?

Nun hat Jan leider Gespenster gesehen, denn der a-Bauer war nicht vergiftet und 19.-Dxa5! hätte ihm eine glatte Gewinnstellung gegeben! Weiß hat nicht nur eine Figur+Bauer weniger, sondern muss auch noch die Drohung Da1# parieren. Der schwarze Springer kann sich nach c6 entwickeln und zur Not fühlt sich auch der schwarze König auf c5 pudelwohl. Sehr schade!

Was Jan spielte, ging auch noch, aber Weiß bekam zunehmend Initiative. Die Stellung war dann schwierig zu spielen und Jan wurde erneut eine seiner Schwächen bewusst, denn er kam wie so oft in Zeitnot und verlor dadurch die Partie. Das war sehr schade für Jan und zu sehen, dass er glatt auf Gewinn stand, gab ihm eventuell bereits einen leichten Knick, denn er verlor auch die nächsten beiden Partien und hatte einen kompletten Horror-Start mit 0/3. So richtig erholen konnte er sich davon auch nicht und fand nie richtig ins Turnier. Schlussendlich standen immerhin 3,5 Punkte zu Buche, aber auch eine Elo-Einbuße von 36 Punkten. Man kann nur fantasieren wie das Turnier verlaufen wäre, wenn er die erste Runde gewonnen hätte…

Deutlich besser lief es dahingehend bei Achim, der mit 5,5/9 die meisten Punkte von uns allen im A-Open sammeln konnte. Bis auf ein Remis gegen 2111, räumte er die schwächeren Gegner alle weg, verlor allerdings gegen die stärkeren Gegner. Relativ krass ist seine Quote von 5/5 mit Schwarz und 0,5/4 mit Weiß – Friesisch Herb gone wrong 😉

Es schien, als kam Achim nie wirklich in seine Stellungen rein. In der 2. Runde gegen GM Jan Werle (2556) hatte er anscheinend die Zugreihenfolgen vertauscht.

Wild – Werle nach 8.-Sc6

Hier spielte Achim 9.Lb5, was in anderen Stellungen gut ist, aber nicht hier. Der Hauptzug wäre 9.Le2 gewesen. In der Partie folgte 9.-Lg4! 10.dxc5?! und Schwarz hatte bereits Initiative. Wenig später konnte sich Achim allerdings noch mehr oder weniger retten.

Wild – Werle nach 13.-Sxb5

14.Dxd8 Taxd8 15.Sxb5 nebst 0-0 wäre noch okay gewesen. Schwarz hat Aktivität und steht besser, aber mit genauem Spiel sollte die weiße Stellung zu halten sein. Stattdessen spielte Achim 14.Sxb5?!, was die starke und unerwartete Response 14.-De8! ermöglichte. Danach war die Partie kaum noch zu halten und der GM gab sich keine Blöße.

Die Partie gegen den anderen Großmeister ist für mich nicht nachvollziehbar, da die Live-Übertragung lediglich 11 Züge andauert.

Auch der letzte stärkere Gegner Adrian Gschnitzer (2380) konnte in der Eröffnung relativ leicht gegen Achim ausgleichen. Beim Versuch des „Bail-Outs“ stellte Achim etwas ein.

Wild – Gschnitzer nach 21.-Te8

Nach 22.Te1 wäre der Remisschluss wahrscheinlich nicht mehr weit entfernt gewesen. Nach 22.Dg3?! allerdings kann Schwarz wie in der Partie mit 22.-Lxa3! antworten. Es folgte 23.Dxg6 hxg6 24.Lxa6 Lxb2 25.Lxb2 bxa6 und hier verlor Achim etwas die Nerven und stellte mit 26.Txa6?? die Partien ein, denn Schwarz hat 26.-Tb8 27.Lc3 Tb1+ 28.Se1 Sd4 und Schwarz gewinnt eine Figur. Falls Weiß stattdessen z. B. 26.Sd4 spielt, ist die Lage noch nicht klar, denn das Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern wäre schwer zu gewinnen gewesen.

Insgesamt war es natürlich trotz der Niederlagen ein sehr ordentliches Turnier von Achim mit +9 Elo. Leider hatte ich nur Zugriff auf die Verlust-Partien und konnte keine Schwarz-Partien in Dynamikus-Maximus-Manier nachspielen.

Alexander schaffte es am Ende genau auf eine Punktladung und machte mit 4,5 Punkten weder Elo-Verlust noch -Gewinn.

Bereits die zweite Runde gegen IM Cem Kaan Gokerkan (2413) gegen einen Titelträger war sehr spannungsgeladen, da man zu jeder Zeit den Eindruck hatte, dass alle drei Ergebnisse möglich seien. Der türkische IM wählte eine sehr merkwürdige Eröffnungsbehandlung, die Schwarz bei korrektem Spiel mit Sicherheit bereits Vorteil eingeräumt hätte. Beide Seiten ließen allerdings einige Chancen auf Vorteil liegen und so entstand folgende Stellung:

Gokerkan – Gress nach 18.Sb3?

Alex spielte folgerichtig 18.-Txc3! 19.Lxf6 Sxf6 20.bxc3 Sxe4 mit typischer sizilianischer Kompensation. Sein Gegner spielte ziemlich ungenau weiter und bald stand Alex deutlich besser, patzte dann aber böse.

Gokerkan – Gress nach 31.Tcd1?

Wie in unserer Analyse später festgestellt wurde, hätte 31.-d3! die weiße Stellung mehr oder weniger aus den Angeln genommen. Nach 32.cxd3 Sxd3 sind die schwarzen Drohungen Sf2+ und Lc3 tödlich. Alex spielte 31.-Tc8? und übersah dann das relativ plumpe 32.Sxd4 Lxd4? 33.Dxd4 Dxd4 34.Txd4 Sxc2 35.Tc1 und Weiß gewann ohne Probleme. Sehr schade, dass Alex da mit einem Zug seinen hart erkämpften Vorteil in die Tonne trat und sich selbst um eine starke Gewinnpartie brachte.

In der 4. Runde bekam Alex mit FM Ruben Domingo Nunez (2354) den nächsten stärkeren Gegner zugelost und ich konnte nicht beurteilen, ob das Gespielte wirklich Alex‘ Analyse war oder ob er etwas verwechselt hat. Aufgrund der Engine-Bewertung von +1,7 gehe ich mal davon aus, dass Letzteres der Fall war. Auch hier ging es in der Partie wieder hin und her bis eine Ungenauigkeit im Turmendspiel die Partie entschied.

Domingo Nunez – Gress nach 46.Kd4

Der Bauer musste so schnell wie möglich mit 46.-g5 loslaufen und die Partie hätte vermutlich im Remis geendet. Zum Beispiel: 47.Kc5 Tb8 48.c4 g4 49.Ta1 Kf5 und Weiß kann keine Fortschritte machen. In anderen Varianten muss der weiße Turm den Bauern auch g2 mit Tg1 stoppen und der schwarze König läuft zurück zu den beiden verbundenen Freibauern. Auch diese Stellung wäre Remis.

Weiter geht’s mit mir und für mich war es ein ziemliches Katastrophen-Turnier. Es ging direkt in der 1. Runde etwas merkwürdig los.

Frischmann – Schmid nach 16.Sb5?

Nach 13 Zügen war ich aufgrund einer guten Neuerung meines Gegners bereits auf eigenen Pforten unterwegs. Als ich gerade dachte nach meinem letzten Zug gut zu stehen, hätte die erste Turnierkrise folgen können. Es folgte 16.-Lxb5! 17.cxb5 und hier wäre 17.-Sa4! extrem unangenehm gewesen. Wahrscheinlich dachte ich, dass sowohl 18.Lxh7+ als auch 18.Tac1 gehen würden, aber ganz im Gegenteil.

Auf 18.Lxh7+ folgt einfach 18.-Kxh7 19.bxa4 Dc2 und Weiß kann den Bauern nicht nur nicht halten, sondern steht bereits richtig schlecht.

Die andere Möglichkeit 18.Tac1 wird widerlegt durch 18.-Sxb2 (sogar 18.-Dxc2!? geht) 19.Lxh7+ Kxh7 20.Txc7 Txc7 21.Sb1, was vermeintlich den Springer fängt, aber Schwarz hat 21.-Sc5 mit Gewinnstellung. Glücklicherweise griff mein Gegner mit 17.-g6? daneben und ich konnte eine schöne positionelle Partie gewinnen.

Na ja, 1. Runde ist immer schwierig, dann halt in der 2. Runde zurück zu alter Stärke…

WIM Rakshitta – Frischmann nach 9.Te1

Versuch Nr. 1 mit dem klassischen Sizilianer ging schön in die Hose. 9.-d5?? stellte glatt einen Bauern ein, denn Weiß kann einfach 10.exd5 Sxd5 11.Sxd5 Dxd5 12.Dxd5 Lxd5 13.Sxe5! mit Bauerngewinn spielen. Oops...

© GIPHY

In der Folge versuchte ich alles, um die Stellung noch zu halten, was mir auch zunächst gut gelangt, da wir in ein Turmendspiel gelangen, was auf den ersten Blick haltbar erschien. Dann entschied ich mich allerdings den gegnerischen König "reinzulassen", was meine Gegnerin hätte bestrafen müssen.

WIM Rakshitta – Frischmann nach 35.-Te8

Es gewann 36.h5!, denn Weiß sammelt einfach irgendwann die Schwäche auf h6 ein und bringt den Bauern durch. Stattdessen machte 36.hxg5? Tf8+ 37. Kg4 hxg5 38.Kxg5 Kb4 39.Kg4 a5 die Partie wieder unklar und meine Gegner verdarb den Gewinn. Sicherlich ein sehr glücklicher halber Punkt!

Die folgende Partie gegen Narayanin Oupindrin verschweige ich besser, denn mein spielerisches Niveau wurde an diesem Tag nicht mehr besser. Immerhin sprach erneut irgendwie ein Remis dabei raus.

Was folgte, war ein wenig der Knackpunkt des Turniers. Klassischer Sizilianer Versuch Nr. 2 und endlich spielte ich mal eine ordentliche Partie.

Hoffmann – Frischmann nach 27.Txf5

Ich hatte mir bereits einen Zeitvorteil herausgespielt und war mir zu 100 % sicher, dass diese Stellung gewonnen sein muss! Es ist auch gar nicht so schwer, aber ich hatte mal wieder Gespenster gesehen. 27.-Txc4! war natürlich möglich gewesen. Ich hatte Angst vor 28.Tcf1, da ich halluzinierte, dass Weiß Txf7 nebst De6 droht, aber Schwarz hat ca. 3 verschiedene Gewinnvarianten um darauf zu reagieren. Ich fand und fand den Gewinn einfach nicht und verbrat hier so viel Zeit, dass ich später in der Zeitnotphase die komplette Partie vermasselte und in gefühlt jedes taktische Motiv reinlief. Schließlich sprang wieder nur ein mageres Remis dabei raus – sehr enttäuschend.

Das große Finale/ die ultimative Steigerung folgte in Runde 5. Aus der Russischen Verteidigung entstand eine sehr unklare Stellung, die zunächst bei korrektem Spiel meinem Gegner guten Angriff verschafft hätte, aber nach der Partiefortsetzung in kompletter Gewinnstellung für mich mündete. Ein armer Läufer auf h8 sehnte sich danach von seiner Dame befreit zu werden. Ich bin immer noch etwas sprachlos, dass genau das dann passierte.

Frischmann – Hesse nach 33.-cxd4

Ein Anfang wäre es schon mal gewesen den Läufer zu nehmen, der einfach hing, aber okay safety first, also 34. Sb3 Lf5 und nun 35.Dxd4??. Besonders krass, dass mir der Fehler erst 5 Minuten später auffiel. 35.-Dxe7! 36.fxe7 Lxd4 (Schwarzenegger: „I’LL BE BACK“).

Immerhin war die Stellung gar nicht so klar gewonnen für Schwarz und mein Gegner hat vermeintlich schon im direkt folgenden Zug den Gewinn verdorben. Was dann später folgte, war aber nicht unbedingt nötig und ziemlich schmeichelhaft.

Frischmann – Hesse nach 50.Sf6+

Der richtige Zug war nun 50.-Kf3!, wonach Weiß Remis nachweisen muss mit 51.e8D g1D+ 52.Ke5 De1+ 53.Kd6 Dxe8 54.Sxe8 Txd8+ 55.Ke7 Tc8 56.Kd6 Txe8 57.c6 nebst Bauern umwandeln und nach c2 zurücklaufen. Weiß ist genau rechtzeitig um Remis zu halten. Zu meinen Gunsten spielte mein Gegner allerdings 50.-Kf5??, was vermeintlich gewinnt, denn nach 51.e8D?? g1+D 52.Kd3 Txd8+! 53.Dxd8 Dd1+ gewinnt Schwarz die Dame, doch Weiß kann mit dem unglaublichen 51.Sd5! den Spieß umdrehen. 51.-g1D+ 52.Se3+ Kf4 53.e8D und Schwarz musste mit 53.-Txd8+ in ein verlorenes Damenendspiel abwickeln. Das war natürlich ein super glücklicher Ausgang der Partie. Wenngleich ich meinen Gegner vorher sauber überspielt hatte, darf so ein grobes taktisches Übersehen niemals vorkommen.

In der nächsten Runde gab es dann der ersten GM. Versuch Nr. 3 mit dem klassischen Sizilianer lief äußerst gut.

Hakobyan – Frischmann nach 18.Df2

Hier verlor ich allerdings den Überblick und spielte völlig unnötig 18.-Dc5?!, wonach Weiß mit 19.Sd4 fortsetzen konnte und Vorteil bekam. Da Endspiele meistens gut für Schwarz sind, musste ich auf jeden Fall die Damen tauschen. Nach 18.-Dxf2 19.Txf2 Tc5! kontrolliert der Turm einige wichtige Felder auf der 5. Reihe und Schwarz wird einfach mit Lh6, Ke7 fortsetzen und steht dank dem Läuferpaar tendenziell eher etwas besser. In der Partie setzte der GM sich dann relativ locker und mit starker Technik durch.

In der folgenden Partie gegen den jungen Inder CM Prraneeth Vuppalla holte ich mit Weiß mal wieder objektiv nix aus der Eröffnung heraus, aber überspielte meinen Gegner anschließend in einer schönen positionellen Partie. An einer Stelle ließ ich eine schöne Gewinnkombination aus.

Frischmann – Vuppalla nach 45.-Kh6

Sofort gewann 46.Txf7! Txf7 47.Txe6+ Kg7 48.Dg6+ Kf8 49.Dh6+ Tg7 50.Tg6 +-. Schwarz besitzt keine Verteidigung gegen Dh8+. Ich bereitete stattdessen langsam f4-f5 vor, was natürlich im Endeffekt auch gewann, aber noch ein paar Züge dauerte.

In Runde 8 gabs mit Jan-Christian Schröder den nächsten GM. Es kam wieder das 6.Le2-System gegen den klassischen Sizilianer aufs Brett, was überraschend war, da mein Gegner in Runde 4 mit f4 und langer Rochade gespielt hatte.

Schröder – Frischmann nach 9.-0-0

Ich wusste noch, dass Weiß hier normalerweise 10.h3 spielt im Lg4 zu verhindern. Alternativ geht auch 10.Lf1 Lg4 11.h3 Lh5. Stattdessen spielte mein Gegner allerdings das sehr seltene 10.Lc4!?. Das schwarze Problem ist, dass auf 10.-Le6 einfach 11.Sd5 folgt und die entstehenden Stellungen scheinen immer leicht angenehmer für Weiß zu sein. Vermutlich ist der korrekte Zug nun 10.-Sa5, um den Läufer sofort von dieser Diagonalen zu vertreiben. Anschließend spielt Schwarz mit a7-a6, b7-b5, Le6, Tc8 und später kann unter Umständen Sb7-c5 folgen. Die Stellung bleibt natürlich kompliziert.

In der Partie spielte ich 10.-Lg4?! 11.h3 Lh5, was wahrscheinlich schon etwas ungenau ist, denn 12.g4 wäre möglich gewesen. 12.-Sxg4 ist nun zu optimistisch und nach 12.-Lg6 13.Sh4 Lxe4 14.Sxe4 Sxe4 15.Sg6 Sf6 16.Sxf8 hat Schwarz durchaus Kompensation, aber für Ausgleich reicht das nicht. Mein Gegner spielte nicht 12.g4, sondern 12.a3!?, was auch gut war.

Schröder – Frischmann nach 13.-Dd7

Hier übersah ich das starke 14.Dd3!. Der Springer kommt über h4 nach f5 und Weiß steht bereits riesig. Es folgte allerdings 14.-Tfd8 15.Sh4 Sd4 16.Le3?! (16.Sf5!±) g5 17.Sf5 Sxf5 18.exf5 d5 und kurze Zeit später entstand folgende Stellung:

Schröder – Frischmann nach 21.Ld4

Was auf den ersten Blick okay für Schwarz schien, war dann doch relativ schwer zu spielen und ich fand den richtigen Plan zu spät. Die beste Chance wäre vermutlich 21.-Lg6 gewesen, um den schwarzen h-Bauern zu mobilisieren und manchmal Sh5 zu ermöglichen. Wahrscheinlich hat Weiß danach ebenfalls einen Weg um zu leichtem Vorteil zu gelangen, aber so einfach ist die Lage nicht. Ich spielte 21.Kh7?! und nach dem starken Manöver 22.Sd1! nebst Se3 hatten Weiß deutlichen Vorteil und gewann die Partie problemlos.

In der letzten Runde holte ich dann nichts aus der Eröffnung raus und so wurde sich schnell auf Remis geeinigt.

Insgesamt ein relativ enttäuschendes Turnier, aber die fehlende Praxis hat sich deutlich bemerkbar gemacht. Sei’s drum, das nächste Turnier wird schon kommen!

Im B-Turnier starteten für unseren Verein Stanley Yin, Cedric Recktenwald und Michael Schera.

Stanley, an Startplatz 12 gesetzt, konnte sich durchaus Chancen auf den mit 2.000 Euro dotierten 1. Platz ausrechnen. Allerdings ist bekannt, dass in einem so großen Turnier einiges gut laufen muss und teilweise auch ein wenig Glück gefragt ist. Nach einer Niederlage in Runde 3 und einem Remis in Runde 4, musste Stanley die Titelträume bereits vorzeitig begraben. Er kämpfte sich mit 3 Siegen nochmal ran, aber holte nur 0,5/2 in den letzten beiden Runden und musste sich mit dem 70. Platz begnügen.

Recht ordentlich lief es für Cedric, der es relativ gemächlich mit 3/4 anging, aber dann 2 Partien verlor. Erfreulicherweise hat ihn den nicht heruntergezogen und er konnte die letzten 3 Partien allesamt gewinnen. Als sein erstes Turnier nach seiner Deutschland-Rückkehr, war das ein passables Ergebnis.

Der Beste zum Schluss: Das war in diesem Jahr deutlich Michael Schera gewesen. Gestartet an Platz 342 erreichte er am Schluss einen ausgezeichneten 36. Platz! In der 6. Runde (4,5/5 bis dato) verzeichnete er leider seine einzige Verlust-Partie, ohne die eventuell noch mehr drin gewesen wäre. Michael darf sich über einen DWZ/Elo-Gewinn von ca. 60 Punkten freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Fazit: Super Leistung von Michael, solide von Achim, Alex und Cedric. Die anderen haben sich sicherlich mehr erhofft. Spaß hat’s trotzdem gemacht und so ist das Grenke Open in Karlsruhe auch im nächsten Jahr wieder ein heißer Anwärter für unseren Terminkalender!

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben