Herbe Auftaktniederlage der ersten Mannschaft gegen Landau

Unser 1. Mannschaft hat erneut ihre Anfälligkeit an einem ersten Spieltag einer neuen Saison gezeigt und verlor deutlich gegen die Aufstiegskonkurrenten aus Landau mit 2,5 : 5,5. Keine der letzten vier Auftaktbegegnungen in denen unsere 1. Mannschaft in der Oberliga an den Start ging, wurde gewonnen – zugegebenermaßen waren es aber immer Mitkonkurrenten um den Aufstieg. Trotzdem scheint es generell so zu sein, dass wir uns erstmal „einspielen müssen“. Ich hatte das Gefühl, dass wir mental nicht zu 100 % bereit waren.

Die Paarungen lauteten:

SK Landau I (2291) – SC Caissa Schwarzenbach I (2219)

  1. FM Bärwinkel, T. (2341) – Frischmann, R. (2342)
  2. FM Silber, H. (2323) – Wild, A. (2277)
  3. IM Becking, S. (2413) – Fries, F. (2304)
  4. FM Lang, T. (2320) – Gress, A. (2210)
  5. FM Bruch, J. (2228) – Weller, M. (2232)
  6. FM Leuranguer, Y. (2251) – Czybik, N. (2167)
  7. FM Bernhardt, R. (2242) – Grewenig, J. (2129)
  8. Möldner, J. (2209) – Holle, C. (2088)

Ich zeigte mich am 1. Brett nicht sonderlich gut vorbereitet und anscheinend auch noch in schlechter Form. In einer Rossolimo-Variante schien ich etwas vertauscht zu haben. Generell hätte ich die Stellung deutlich besser analysieren müssen, um zu verstehen, unter welchen Umständen schwarzes b7-b5 gut ist.

Frischmann - Bärwinkel nach 7.-b5

Ich glaubte mich daran zu erinnern, dass hier 8.a4 c4 9.Lf1 folgt mit leichtem weißen Vorteil. Bei der Stellung, die ich im Kopf hatte, steht der Bauer allerdings auf e5 statt auf e6. In der Stellung mit e6 kann Schwarz, wie in der Partie, nach 8.a4 einfach mit 8.-Lb7 fortsetzen. Hier machte ich den nächsten Fehler, indem ich zu lang über meinen nächsten Zug nachdachte, obwohl ich nur einen einzigen Zug berechnete. Als ich mir nach ca. 40 Minuten etwas nach 9.axb5 axb5 10. Txa8 Dxa8 überlegt hatte, spielte mein Gegner relativ zügig 10.-Lxa8, was ich als deutlich unkritischer eingeschätzt habe.

Achim hatte die Philidor-Verteidigung gespielt und mit ziemlich genauen Zügen auch Ausgleich erreicht. Anschließend wurden ziemlich viele Figuren abgetauscht und Achim besaß leichte Vorteile. Um einen Sieg einzufahren, musste sich der Gegner allerdings einen richtigen Patzer erlauben.

Frederik hatte am dritten Brett mit Stephan Becking den stärksten Gegner erwischt. Die Partie begann mit der Slawischen Verteidigung und Frederik hatte einige gute Stellung bis sein Gegner eher unkonventionell fortsetzte.

Fries - Becking nach 14.-Se4?!

Kritisch ist natürlich 15.Lxe4 dxe4, aber jetzt nicht 16.Dxe4 wegen Lf5 nebst Sxc5, sondern 16.Sg5! und Schwarz hat erhebliche Probleme. 16.-Lf5 verliert einfach einen Bauern nach 17.Sg3 und die Alternative 16.-f5 ist ebenfalls sehr gefährlich nach 17.Sf4 mit der Drohung Se6 und dem Motiv d4-d5.

Frederik setzte allerdings mit 15.Sd2? fort. Es folgte 15.-Sxd2 16.Dxd2 e5! und Schwarz besaß Gegenspiel.

Alex hatte seinen Gegner anscheinend mit 1.d4 c5 überrascht und kam sofort sehr gut in die Partie. Weiß nahm einen Bauern, aber bekam dadurch riesige Probleme. Aus meiner Sicht hatte Schwarz bereits eine Traum-Stellung.

Lang - Gress nach 14.Lc1

Alex platzierte seine Türme jetzt auf b8 und d8 – ich hätte b8 und c8 bevorzugt. Das einzig unangenehme an der schwarzen Stellung ist, dass er so viele Möglichkeiten besitzt. In der Partie folgte 14.-Tab8 15.Ta2 Tfd8 16.Lf1 und Schwarz entschied sich für 16.-Lc8 (16.-Sa5 und Läufertausch, war wahrscheinlich objektiv besser).

Lang - Gress nach 16.-Lc8

Weiß spielte nun 17.Sfd2, was der falsche Springer war. Nach 17.-Scxd2 18.Sxd2 setzte Alex mit 18.-Dxc3 fort und bekam sogar noch einige Probleme. Stattdessen konnte Schwarz tatsächlich 18.-Sxc3 spielen, denn nach 19.Tc2 folgt Le6! und ich glaube nicht, dass Weiß diese Stellung insbesondere in einer praktischen Partie verteidigen kann.

Manu bekam eigentlich genau die Stellung, die man im Marozcy haben möchte. Der Gegner manövrierte danach recht interessant bis die folgende Stellung entstand.

Weller - Bruch nach 22.-Sc6

Zuvor spielte Schwarz 21.-Sa5 22.Sd2 Sc6 und bat somit eine Zugwiederholung an. Ich kann nur vermuten, dass Manu sich aus irgendeinem Grund nicht mehr wohlfühlte in der Stellung und deshalb das Remis annahm. Schwarz hat eigentlich gar keine Drohung, da Sd4 nichts einbringt. Des Weiteren ist die konkrete Stellung schon extrem schlecht für Schwarz, da Weiß die sehr typische Marozcy-Ressource 23.Sd5! hat. Nach 23.-exd5 24.exd5 besitzt Weiß klare Initiative z.B. 24.-Db7 25.Te1!.

0,5 – 0,5

Nils wählte im Franzosen einen flexiblen Aufbau mit Dd7, welchen sein Gegner mit einem frühen a2-a4 beantwortete.

Leuranguer - Czybik nach 9.Sb3

Hier musste Nils die Vorteile seines soliden Aufbaus ausnutzen, denn in der Hauptvariante nach Dd6 (statt Dd7) ist a2-a4 ein recht harmloser Zug. Deshalb sollte Schwarz einfach 9.-Sf6 spielen und falls 10.Sbxd4, dann 10.-Sxd4 11.Sxd4 Dc7 nebst Ld6,0-0 und Ausgleich.

Stattdessen spielte Nils 9.-Ld6 10.Sbxd4 Sge7, wonach die Stellung bereits schlechter ist und ganz schlecht wurde, als er sich dafür entschied seinen König in der Mitte zu lassen. Er landete bald in einem Endspiel mit Minusbauer, das technisch verloren ist.

Jans Gegner spielte das Lc5-System gegen Schottisch, aber spielte vor Sge7 erst Df6, was schlecht ist, da die Dame dort anfällig ist und Gegenspiel mit f7-f5 blockiert. In der Folge starte Jan den Angriff am Königsflügel und sein Gegner am Damenflügel eben nicht.

Grewenig - Bernhardt nach 23.g5

Die Stellung sieht schon ziemlich hoffnungslos für Schwarz aus.

Cedric spielte am letzten Brett Französisch und das sogar ziemlich aggressiv.

Möldner - Holle nach 12.Se1

Weiß plant mit seinem letzten Zug manchmal f2-f4 zu spielen und dem schwarzen König an den Kragen zu gehen. Deshalb war es unbedingt nötig mit 12.-Dc7 schnell die lange Rochade vorzubereiten. Falls nun wie in der Partie 13.Sd3 folgt, könnte die Partie weitergehen mit 13.-0-0-0 14.f4 gxf4 15.Sexf4 Tdg8 mit unklarer Stellung.

Cedric setzte mit Tg8 und Sa5 zu langsam fort und wurde am Königsflügel überrollt. Die Stellung war wenige Züge später bereits komplett platt.

Mein Gegner spielte gut und bereitete mir einige positionelle Probleme.

Frischmann - Bärwinkel nach 16.-d5

Meine erste Idee war es nun 17.g4 zu spielen und ich weiß nicht, wieso ich es nicht getan habe. Vermutlich dachte ich, dass ich die Partie auch ohne so einen verpflichtenden Zug halten kann.

Falls Schwarz 17.-0-0 spielt, folgt 18.Ld3 und ich habe zumindest den Hauch von Gegenspiel.

Falls Schwarz 17.-h6 spielt, folgt einfach 18.h4 und Züge wie 18.-Sh7 bringen nicht viel, da der Bauer h4 wegen Sxd5 nicht wirklich hängt, z.B. 19.Kg2 0-0 20.Th1! und Weiß hat Gegenspiel.

Ich setzte allerdings mit 17.Lf4 fort und verlor komplett den Faden, was mein Gegner souverän ausnutzte. Es ist immer katastrophal Weißpartien zu verlieren und das bekamen wir besonders in diesem Wettkampf zu spüren.

0,5 : 1,5

Denn auch Frederik hatte komplett den Faden verloren und ließ sich einfach überspielen. Die letzte Rettungsmöglichkeit entging ihm hier:

Fries - Becking nach 26.-Tb8

27.Txa4 c5 28.Sf3 Dc7 29.Ta1 cxb4 30.Sd4 und Weiß kann noch kämpfen.

0,5 : 2,5

Anschließend war auch bei Achim nichts mehr drin und die Partie endete leistungsgerecht Remis.

1 : 3

Jan gewann seine Partie sehr souverän, aber war erschreckenderweise wohl auch der einzige Schwarzenbacher, der an diesem Tag in Form war. Und das nach 2 Stunden als Fahrer! Deshalb nochmal danke dafür und Kompliment für die gute Leistung. Weiter so!

2 : 3

Alex musste sich nach ausgelassenen Möglichkeiten sogar noch verteidigen, was ihm allerdings gelang. Auch hier einigte man sich im Endspiel mit gleicher Materialverteilung auf Remis.

2,5 : 3,5

Cedric hatte trotzdem vorheriger kompletter Ruine nochmal die Möglichkeit die Partie am Leben zu halten.

Möldner - Holle nach 22.Kh1

Schwarz hat nur einen Bauern für die Figur, aber immerhin wird es dauern, bis Weiß seinen Damenflügel entwickelt hat. Schwarz musste nun allerdings 22.-Tde8! spielen und auf 23.Dh5 folgt das sehr coole 23.-Kb8. Der schwarze Plan ist nun z.B. Lb7 nebst e6-e5 und die Stellung ist überhaupt nicht klar.

Nach Cedrics Fortsetzung war nicht mehr viel drin und er verlor die Partie.

2,5 : 4,5

Auch Nils konnte das Endspiel nicht mehr halten und so wurde der Endstand von 2,5 : 5,5 besiegelt.

Endergebnis:

SK Landau I (2291) – SC Caissa Schwarzenbach I (2219) 5,5 : 2,5

  1. FM Bärwinkel, T. (2341) – Frischmann, R. (2342) 1-0
  2. FM Silber, H. (2323) – Wild, A. (2277) ½ - ½
  3. IM Becking, S. (2413) – Fries, F. (2304) 1-0
  4. FM Lang, T. (2320) – Gress, A. (2210) ½ - ½
  5. FM Bruch, J. (2228) – Weller, M. (2232) ½ - ½
  6. FM Leuranguer, Y. (2251) – Czybik, N. (2167) 1-0
  7. FM Bernhardt, R. (2242) – Grewenig, J. (2129) 0-1
  8. Möldner, J. (2209) – Holle, C. (2088) 1-0

Ein erschreckend deutliches Ergebnis, das uns in dieser Form einfach nicht passieren darf. Falls wir uns spielerisch nicht deutlich steigern, kann vom Aufstiegsziel erstmal nicht die Rede sein.

Da dieser Bericht verfasst wurde, als unser Spiel gegen Altenkirchen bereits abgesagt wurde, steht als Nächstes ein Auswärtsspiel gegen die SVG Saarbrücken auf dem Plan. Hier haben wir definitiv noch eine Rechnung offen. Gespielt wird am 25. November in der ATSV-Halle (Lulustein 5-9, 66117 Saarbrücken).

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben