Glattes 6:2 gegen Mainz

Völlig verzögert (sorry, hatte in den letzten Wochen wenig Zeit) der Spielbericht von der 7ten Runde:

Bei unserem letzten Heimspiel für diese Saison hatten wir es mit den Schott Mainz 2 zu tun.

Nachdem uns letzte Saison in der zweiten Bundesliga ein Sieg gegen deren erste Garnitur gelungen war, wollten wir uns gegen die zweite Mannschaft natürlich keine Blöße geben.

Diese ist allerdings keineswegs zu unterschätzen!

Mit Zigurds Lanka vertritt dort ein bekannter Großmeister das Spitzenbrett, und sonst ist die Mannschaft mit starken Amateurspielern versehen.

Trotzdem lief es am Ende mit einem 6:2 ziemlich glatt. Etwas ersatzgeschwächt spielten wir im Einzelnen wie folgt:

 

Caissa – Schott Mainz 2 - 6:2

1. Frischmann, R - Lanka, Z 1:0

2. Müller, R - Seidler,L 1:0

3. Tabatt, H - Cremer, K 1:0

4. Weller, M - Vogler, T 1:0

5. Fries, F - Werner, D remis

6. Grewenig, J - Kahler, H 1:0

7. Becker, J - Manus, C remis

8. Gress, A - Schwarz, L 0:1

 

Ronny und Manuel gewannen ihre Partien sehr souverän, und hatten bereits im frühen Mittelspiel Vorteil.

Ronny nutzte die nicht ganz gelungene Partieanlage seines Gegners zum Bauerngewinn. In der Folge musste er ein paar taktische Schwierigkeiten überwinden, kam dann aber doch ungefährdet ins gewonnene Endspiel, und hatte mit der technischen Verwertung wie üblich keine Probleme.

Manuel verzichtete in der Eröffnung darauf, die dubiose Variante seines Gegners Tillmann Vogler mit taktischen Mitteln widerlegen zu wollen, und entschied sich stattdessen für frühen Damentausch mit minimalem Vorteil. Gegen einen so starken Gegner eine verantwortungsvolle Entscheidung, die sich aber schnell bezahlt machte. Manuel überspielte seinen Gegner erstaunlich einfach, und gewann noch vor der Zeitkontrolle. Technisch sehr stark!

Ich stand nach seltsamen Eröffnungsverlauf irgendwann bedenklich. Mein Gegner spielte jedoch seinen durchaus gefährlichen Königsangriff nicht sehr konsequent, und erlaubte mir danach, in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Da gabs Züge, die besser und schöner waren als diejenigen, die mir eingefallen sind, aber am Ende hats gereicht.

Freddy hatte gegen Dimo Werner nachhaltigen Positionsvorteil erspielt, allerdings war es schwierig, die Stellung zum Gewinn zu bringen. Trotzdem war der volle Punkt definitiv drin. Leider spielte Freddy nicht die Gewinnfortsetzung, sondern opferte – immerhin kreativ – seinen Springer für ein nicht ganz elemanteres Dauerschach.

Unsere Jungs aus der zweiten Mannschaft an Brett 7 und 8 kamen gut in ihre Partien.

Jörg hatte eine glasklare Gewinnposition mit Mehrfigur erreicht, ließ sich dann aber in Zeitnot auf ein Remis ein, was zu diesem Zeitpunkt eine mannschaftsdienliche Entscheidung war. Trotzdem etwas schade, denn da war definitiv mehr drin.

Auch Alex stand in einem hyperscharfen Sizilianer deutlich auf Gewinn. Hier wars aber – wie fast immer in diesem Stellungstypen – taktisch sehr schwierig. Seine junge Gegnerin spielte dabei zwar bei weitem nicht fehlerfrei (das können menschliche Wesen in solchen Positionen auch nicht) , hielt aber praktisch stark dagegen. Leider ließ Alex dann zuerst ein fantastisches Turmopfer aus (Am Brett auch kaum zu finden, Matt in 9 oder sowas...) - die Stellung war trotzdem noch klar für Weiß gewonnen - , und verfiel dann auf einen künstlerischen Bauernzug, der jedoch nicht funktionierte. Alex hatte leider ein Zwischenschach mit erzwungenem Damentausch übersehen, und musste von seinem Plan abweichen. Da war aber leider schon nichts mehr zu retten.

Immerhin wurde an Brett 8 echt für Unterhaltung gesorgt.

Jan verrutschte seine Partie bereits in der Anfangsphase, und er stand im Mittelspiel zumindest optisch sehr bedenklich. Aber im weiteren Verlauf fand er immer besser ins Spiel, während sein Gegner keine konkreten Möglichkeiten fand, seinen Vorteil auszubauen. Jan kam dann in ein Endspiel mit Minusbauern, das ihm aber durchaus Chancen bot. Ehrlich gesagt hätte ich schon beim Übergang aus praktischer Sicht die weiße Seite bevorzugt (der Computer wird’s sicher anders sehen). Mit taktischen Mitteln setzte er seinen Gegner unter großen Druck, bis dieser schließlich daneben griff, und Jan den vollen Punkt einfuhr. Belohnung für den Kampf!

Den Vogel (bzw. den Lanka) schoss jedoch Rick ab. Nach nicht mal sonderlich vielversprechendem Eröffnungsverlauf übernahm Rick im Mittelspiel immer mehr die Kontrolle über die Partie, gewann einen Bauern, und schließlich die Partie. Die letzten knapp 15 Züge von ihm waren lehrbuchreif.

Ganz großes Kino!

Lanka zeigte aber ebenfalls Größe, und kommentierte bei der Analyse hinterher zur Freude der Umstehenden die Partie auf sehr launige Art und Weise. Nach einer solchen Niederlage keine Selbstverständlichkeit, Respekt!

In der Vorschlussrunde ging es nach Neuwied, wo unser Gegner Heimbach-Weis auf uns wartete.

Der Aufsteiger aus der ersten Reinland-Pfalz-Liga kann an den ersten 4 Brettern Titelträger aufbieten, ist also durchaus ein ernsthafter Gegner.

Für uns war natürlich abgesehen von der weiten Anfahrt auch das nahende Saisonende eine gewisse Belastung.

Vor dem zu erwartenden „Showdown“ gegen Landau können vermeintliche „Pflichtaufgaben“ schnell zum Stolperstein werden, und kurz vor Ende sollte man sich keine Blöße geben.

Aber hier direkt ein Lob an unser Team:

Nach einer etwas „holprigen“ Anfangsphase – nicht jede Eröffnung glückte völlig – übernahmen unsere Leute bald an fast allen Brettern die Kontrolle, und am Ende wars dann ein deutliches und auch verdientes 6,5 – 1,5:

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