Kantersieg am zweiten Spieltag

Gegen Mutterstadt gelang uns diesmal ein glattes 8:0.

Ich muss hier direkt einwerfen, dass der langjährige Oberliga-Traditionsverein in den letzten Jahren – im Besonderen vor dieser Saison – unter dem Verlust vieler Leistungsträger zu leiden hatte.

Im Mannschaftsschnitt waren wir mit über 300 Wertungspunkten Vorsprung zu klar favorisiert, als das hätte große Spannung aufkommen können. Trotzdem zeigten unsere Gegner eine absolut positive Einstellung, und kamen weniger zum „punkten“, sondern einfach zum Schach spielen angereist.

Das hat mir imponiert, und ich wünsche Mutterstadt, dass sie sich in den nächsten Jahren sportlich wieder erholen.

Der Spielverlauf war entsprechend einseitig, und den einzigen „Zittersieg“ legte ich selbst hin:

Zuerst gewann Jörg an Brett 8 gegen den Mutterstädter Ersatzmann Karl Reimer. In der Eröffnung erspielte er sich einigen Raum-und Aktivitätsvorteil, den er zum Königsangriff nutzen konnte. Schwarz fand nach knapp über 20 Zügen nicht die richtige Verteidigung, und nach ca. 2 Stunden führten wir mit 1:0.

Kurz darauf erhöhte Rick an Brett 1 gegen Andreas Ehringer die Führung. Er kam mit guter Vorbereitung bereits in der Eröffnung zu einem Mehrbauern, den er souverän zu einem gewonnen Endspiel verwertete.

Am Ende drängte er mit Turm und Springer den gegnerischen König so an den Rand, dass ein Matt unabwendbar war.

Als nächster gewann Jan, der mit einer starken positionellen Vorstellung Philip Weißkopf bezwang. Nach 22 Zügen hatten die weißen Figuren kaum noch Atemluft. In dieser schwierigen Stellung und mit wenig Bedenkzeit stellte Weiß einen Turm ein, und wir führten bereits mit 3:0.

Auch Manuel kam gegen den Mutterstädter Routinier und Mannschaftsführer Günter Haag gut durch die Partie. Bereits früh opferte Schwarz eine Qualität für einen Bauern. Das war wahrscheinlich auch spielbar, aber die Schwierigkeiten lagen auf Seiten des Nachziehenden. Nach dem Damentausch baute Manuel seine Stellung aus, und als der weiße Vorteil langsam bedrohlich wurde, vergriff sich Schwarz taktisch.

Bei mir lief es wie üblich weniger glatt: mein Gegner Fauad Reha baute sich mit Weiß für meinem Geschmack viel zu solide auf, und ich beschloss, die Stellung unter Bauernopfer gewaltsam aufzubrechen. Das war vollkommen ungenau, und ich stand danach direkt auf Verlust. Allerdings war die Position auch taktisch kompliziert, und nachdem Weiß 2 gute Möglichkeiten ausgelassen hat, war ich wieder im Geschäft. Nach einem Fehler von Reha in einer praktisch mittlerweile sehr schwierig zu spielenden Position konnte ich auf 5:0 erhöhen, und nach weniger als 4 Stunden war der Mannschaftskampf bereits entschieden.

Als nächster gewann Freddy mit einer überzeugenden Leistung gegen Jens Kohlbruch. Nach der Eröffnung stand er als Schwarzer bereits angemehmer. In einem damenlosen Mittelspiel setzte er seinen Gegner mit starken positionellen Manövern unter Druck, bis die weiße Stellung schließlich einbrach. Das sah sehr überzeugend aus.

Länger kämpfen musste Ronny gegen Patrick Köhler. Der verteidigte sich mit Schwarz sehr zäh, und konnte die Partie lange im Gleichgewicht halten. Erst nach längerem Lavieren stellte Köhler mit Turm und Springer gegen Ronnys Turm und Läufer die Partie ein. Ein unglückliches Springermanöver erlaubte Weiß, in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln.

Den Schlusspunkt setzte Achim an Brett 6. Er stand zwar als einer der ersten im Mannschaftskampf auf Gewinn (im höheren Sinne nach knapp 10 Zügen, als er kompensationslos einen Bauern gewann), aber die Realisierung des Vorteils brauchte Zeit. Ein weiterer Materialgewinn (Dame gg Turm und Läufer) folgte 10 Züge später. Die Position wird von meinem Rechner mit knapp +3 bewertet, und das blieb sie auch die nächsten knapp 30 Züge! Etwas erstaunlich, denn Achim ließ nichts Nenneswertes aus, und normalerweise passiert da ja schneller was:) Aber nach 52 Zügen war dann der volle Punkt völlig ungefährdet eingetütet.

Das nächste mal wird es deutlich schwieriger werden!

In nicht ganz 3 Wochen erwarten wir SVG Saarbrücken zum saarländischen Lokalderby. Einen spannenden Mannschaftskampf kann man schon fast garantieren, und die erste Vorfreude darauf ist auch schon da.

Spielen werden wir im „Kardinal-Wendel-Haus“ direkt neben dem Johanneum-Homburg.

Über Zuschauer freuen wir uns wie immer!

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