Knapper Sieg im Derby

Am 5. Spieltag der OSW kam es seit längerer Zeit mal wieder auf ein Aufeinandertreffen mit Illingen. Nach 2-jähriger Oberliga-Abstinenz stiegen unsere Freunde aus dem Mittelsaarland letzte Saison aus der Saarlandliga erfreulicherweise wieder auf. Noch erfreulicher ist, dass auch wieder viele frühere Stammspieler zurückgekehrt sind, was die Mannschaft wieder absolut Oberliga-tauglich macht.

Dementsprechend stellten wir uns auf ein enges Match ein, und waren froh in guter Besetzung antreten zu können.

Im Einzelnen spielten wir:

(Caissa Schwarzenbach - Turm Illingen 4,5 – 3,5)

  1. Frischmann, R  -  Mayer, F            remis
  2. Müller, R          - Klein, J               1:0
  3. Oberhofer, A    - Schmidt, J           0:1
  4. Tabatt, H         - Ziegler, M            1:0
  5. Weller, M         - Schumacher, C    1:0
  6. Fries, F            - Rückert, H           remis
  7. Wild, A            - Traub, B              0:1
  8. Grewenig,J      - Biehler, T             remis

Wie so oft in letzter Zeit war unser Start ins Match mehr als gelungen: Mir gelang gegen Mario, der etwas passiv angelegt hatte ein Angriffssieg in 28 Zügen. Der war zwar nicht hundertprozentig glatt heraus gespielt – nach einer Ungenauigkeit von mir stand Mario zumindest kurzzeitig völlig intakt – aber insgesamt war ich diesmal zufrieden mit der Partie. Noch schneller gewann aber Ronny, der Joachim Klein nach 20 Zügen zur Aufgabe brachte. Dabei mißlang Joachim mit Schwarz die Partieanlage, was Ronny souverän zum Sieg nutzte.

Einige Zeit später erhöhte Manuel auf 3:0. Gegen Christoph Schumacher nahm er sich in der Eröffnung einen Bauern, für den nie so recht Kompensation ersichtlich war. Als sich die schwarze Stellung immer weiter verstärkte, opferte Weiß schließlich noch eine Qualität, um ein paar aktive Felder zu erhalten. Allerdings brachte das auch keine wirkliche Verbesserung und nach 30 Zügen hatte Manuel den vollen Punkt geholt.

Mit einer 3:0-Führung im Rücken spielt es sich normalerweise befreit, aber es sollte noch eng werden:

Jan erreichte in einer umkämpften Partie gegen Thomas Biehler ein besseres Endspiel. Bis dahin ein sehr starker Vortrag von Jan gegen den ehemaligen saarländischen Spitzenmann.

Hier ließ er aber an mindestens einer Stelle den Gewinn aus, und remisierte schließlich. Nach einer guten Partie und mit Blick auf den Spielstand immer noch ein gutes Ergebnis.

Danach kamen wir aber noch in Bedrängnis:

Eine spektakuläre Partie lieferte sich Andre, - die schwarzen Steine führend – mit Johannes Schmidt. Mit den letzten paar Zügen der Begegnung ließen sich ganze „Taktik-Bücher“ füllen.

Auch in der anschließenden längeren Analyse wurde keine Wahrheit gefunden. Da kann man es von dem sich in Zeitnot befindenden Spieler am Brett auch kaum verlangen, aber fürs Protokoll:

Andre hatte intuitiv korrekt geopfert, und stand auf Gewinn. Nach Beendigung der Zeitnotphase war die Position allerdings wieder remis, und Andre gezwungen, eine Zugwiederholung herbeizuführen. Das war auf verschiedene Weise möglich, nur leider unterlief ihm beim Versuch, noch etwas „auszureizen“ ein Fingerfehler, der die direkte Niederlage einbrachte. Das war bitter für Andre und uns, aber es bleibt trotzdem eine großartige Partie in Erinnerung.

Der neue Zwischenstand war also 3,5 – 1,5, und auf einmal wars nicht mehr so klar:

Achim stand gegen Boris Traub durchaus bedenklich. Der hatte in einer positionell stark geführten Partie die Qualität für „Dominanz“ geopfert, und Achim kam nicht so recht zum Zuge. In der schwierigen Stellung verteidigte Achim lange Zeit präzise, aber Boris blieb am Drücker, und fuhr letztlich verdient den ganzen Punkt ein.

Nach dem Anschlusstreffer für Illingen lag entsprechender Druck auf Freddy und Rick, die zwar beide nicht schlecht standen, aber klar war da eben auch noch Nichts.

Freddy war etwas nachteilhaft aus der Eröffnung gekommen, drehte dann aber in kleinen Schritten die Partie zu seinen Gunsten. Als sein Vorteil schließlich handfest wurde, leistete er sich eine Ungenauigkeit, und Helge war wieder im Spiel. Dieser interpretierte die Stellung dann richtig, und beschäftigte Freddy mit seinen aktiven Springern, bis sich schließlich beidseitig in die Zugwiederholung gefügt wurde.

Mannschaftstechnisch gut, denn nun stand es 4:3, und Rick hatte keinen Druck mehr, auf den vollen Punkt gehen zu müssen. Mit den schwarzen Steinen landete er gegen Frank Mayer in einem etwas schlechteren Endspiel, zeigte dort aber seine Qualitäten:

Zug für Zug kippte die Stellung in unsere Richtung. Als schließlich die Gewinnposition für Rick erreicht war – ganz elementar wars aber noch nicht - , entschied er sich bei knapper Bedenkzeit mannschaftsdienlich für ein Dauerschach, und stellte unseren Sieg sicher! So muss das sein, auch wenn Rick sicher gerne den Sieg für sich mitgenommen hätte.

Unterm Strich war das verdient für uns. Ein paar halbe Punkte haben wir liegen lassen, aber den Mannschaftssieg mitgenommen.

Illingen hinterließ auf mich einen starken Eindruck, und ich bin sicher, dass sie ihr Ziel die Klasse zu halten erreichen werden.

Nach dem Spiel knüpften wir an eine alte Tradition an, und gingen mit den Illingern zusammen essen. Das war damals eine schöne Sache, und ist es heute noch. Ich hoffe, dass wir das auch in Zukunft so beibehalten.

In der nächsten Runde geht es für uns nach Heidesheim, die bisher eine hervorragende Saison spielen, und den zweiten Tabellenplatz belegen.

Das wird sicher schwierig, ist für uns aber auch eine Gelegenheit, nochmal oben anzuknüpfen.

Aber wie immer: wir werden alles geben! 🙂

2 Antworten

  1. Alex
    Gut gemacht. Leider gibt es noch keine Gegendarstellung auf der Seite von Illingen.
  2. Alex
    Jetzt haben sie einfach deinen Bericht genommen, natürlich mit korrekter Referenz.

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