Umkämpfter Saison-Auftakt

Schwarzenbach startet mit einem 4:4 in Koblenz

Zum Saisonstart in die Oberliga verschlug es uns direkt zum Mit-Absteiger und Konkurrenten SV Koblenz, die aus der zweiten Liga West herunterkamen.

Ambitionen zum Wieder-Aufstieg haben sicherlich beide Mannschaften, so dass die Begegnung am ersten Spieltag schon entsprechende Bedeutung hatte.

Am Ende stand ein Unentschieden, welches - so die ziemlich einhellige Meinung unserer Mannschaft – für uns ziemlich glücklich war. Andererseits haben wir auch einen harten Kampf geboten, und das darf ja ab und zu mal belohnt werden.

Unterm Strich können beide Teams mit der Punkteteilung leben, und die Saison ist weiterhin so offen, wie sie es vor der Runde war.

Zum Matchverlauf:

Wir mussten leider auf Rick und Manuel verzichten, brachten aber trotzdem eine gute Mannschaft an den Start, die mit den starken Koblenzern konkurrieren konnte.

An Brett 1 spielte Slim mit Weiß gegen Jens Kipper, und legte eine fulminante Partie hin. In wenigen Zügen (keine Ahnung wieviele genau, knapp 25 schätze ich) und einem Bedenkzeitverbrauch von unter 30 Minuten zertrümmerte er mit leichter Hand die schwarze Stellung schon aus der Eröffnung heraus. Man kann ahnen, dass er Ähnliches wohl schon mal auf dem Brett hatte:) So ein Start kann sich sehen lassen!

An Brett 2 sah es bei Ronny weniger gut aus. Er spielte mit Schwarz gegen das Koblenzer „Ur-Gestein“ Lutz Fritsche, und geriet nach einem Fehler im frühen Mittelspiel gehörig unter Druck. „Einen Bauern zuviel abgetauscht“ kommentierte unser neuer Mannschaftsführer hinterher. Danach baute Fritsche seinen Positionsvorteil gekonnt aus, bis er schließlich eine Gewinnstellung erreichte. Zu unserem Glück ließ er dann jedoch 2 mal die Gewinnfortsetzung aus, und Ronny konnte sich in einem Endspiel mit Minus-Qualität, in dem er jedoch einen Mehrbauern hatte, erfolgreich verteidigen. Das Remis haben wir gerne genommen!

Auch Andre stand an Brett 3 im Mittelspiel bedenklich. Die Eröffnung gegen den langjährigen Koblenzer Spitzenspieler Michael Hammes mißglückte ihm, und Schwarz ging mit einigem Vorteil ins Mittelspiel. Genau wie an Brett 2 hatte der Gegner irgendwann Gewinnmöglichkeiten, aber Andres Zähigkeit und den ungleichfarbigen Läufern geschuldet blieb Weiß im Rennen, und kam auf einmal zu starkem Gegenspiel. Nach einem Fehler von Schwarz hatte Andre sogar einen klaren Gewinn drin! Aber laut Eigenaussage kam er gar nicht so recht auf die Idee zu gewinnen, und wählte stattdessen eine sichere Remis-Variante. Das ist ziemlich nachvollziehbar: wenn man die ganze Partie über schlechter steht und nur nach Wegen zum halben Punkt suchen kann, entgehen einem solche Momente schon mal. Das ist zwar ein bißchen schade für uns, aber wenn man den gesamten Partieverlauf betrachtet, sollten wir auch über diesen halben Punkt nicht klagen.

Ich spielte an Brett 4 mit Schwarz gegen Dario Doncevic. Die Eröffnungsphase lief recht gut für mich, und ich erreichte eingermaßen frühzeitig bequemen Ausgleich. Dummerweise überschätzte ich meine Position, und wähnte mich bereits im Vorteil. So verzweifelte ich im frühen Mittelspiel etwas daran, dass ich keine Möglichkeiten fand, den (nicht vorhandenen) Vorteil in etwas Greifbares umzuwandeln, und verlor völlig den Faden. Aus einer bequemen Stellung machte ich innerhalb von 3 bis 4 Zügen eine verlustträchtige. Ich muss allerdings meinem Gegner auch zugestehen, dass er in dieser Phase so ideenreiche wie starke Züge fand, was mir das Leben nicht unbedingt leichter machte. Trotzdem kam ich noch mit einem „blauen Auge“ davon, denn Doncevic entschied sich für eine Abwicklung ins Endspiel mit Dame, Läufer und Mehrbauer gg Dame und Springer, was nicht die für mich schlechteste Alternative war. Zwar hatte Weiß auch hier klaren Vorteil, aber praktisch war es eben schwierig, denn mein König war gut geschützt, und Dame und Springer sehr aktiv. Das Endspiel kippte schließlich immer mehr zu meinen Gunsten, vor allem weil dem Weißen der Plan fehlte (ich selbst sah auch keinen), und meine Züge sich leicht spielten. Nach knapp 5 Stunden Spielzeit vergriff sich mein Gegner schließlich, und ich bekam sogar den vollen Punkt. Also auch hier viel Glück für uns!

An Brett 5 lief es jedoch eindeutig schlecht für uns: Freddy kam mit Weiß gegen Volker Schlick gar nicht in die Partie. Eine ungenaue Zugfolge in der Eröffnung erlaubte Schwarz früh in Vorteil zu kommen. Zudem spielte sich die Stellung des Nachziehenden äußerst bequem. Freddy meinte hinterher, er hätte sämtliche Züge von Schwarz auch selbst gespielt, fand jedoch einfach kein Gegenmittel. So brachte Schlick seinen Vorteil bis ins Endspiel, welches er sicher verwertete.

Eine ziemliche klare Angelegenheit also. Nächstes mal läufts besser:)

Achim hingegen kam an Brett 6 gegen Ludwig Stahnecker gut in die Partie, und hatte im Mittelspiel bereits etwas Vorteil. Nur war die Position ziemlich zäh, und gute Pläne nicht einfach zu finden. Irgendwann im späten Mittelspiel wurde es bedenklich: nach ungenauen Zügen von Achim gingen die Chancen auf die weiße Seite über. Stahnecker kam in ein vorteilhaftes Endspiel mit Turm, Springer gg Turm, Läufer, in dem er als Trumpf einen starken Freibauern auf der a-Linie hatte. Wir wussten alle nicht genau, ob sich Schwarz noch verteidigen kann (ich weiß es immer noch nicht...), und da es die letzte Partie war, war die Anspannung entsprechend hoch.

Am Ende ging aber alles gut aus. Achim konnte schließlich ein Turmendspiel herbei führen, welches er trotz bedrochlicher Aktivität von Weiß remisierte. Ganz am Ende stand die „Philidor-Verteidigung“ auf dem Brett, und wir durften durchatmen.

Auch an Brett 7 lief die Anfangsphase nicht schlecht für uns. Jan behandelte die Eröffnung gegen Neil Stewart durchaus einfallsreich und erhielt einige Aktivität. Ich kann leider hier nicht sagen, ob Weiß nennenswerten Vorteil erzielt hatte, denn die Stellung war kompliziert, und auch unsere anschließende Analyse brachte nicht so recht Aufschluss. Aber zumindest optisch sah es sehr gut aus, und entsprechend versuchte Jan, auf den vollen Punkt zu gehen.

Leider unterlief ihm dabei ein Rechenfehler, und um nicht auch noch in Verlustgefahr zu geraten, musste er sich in eine Zugwiederholung fügen. Darüber war Jan hinterher nicht sehr glücklich, aber gegen einen erfahrenen Fide-Meister ist das trotzdem kein schlechtes Ergebnis.

An Brett 8 spielte Jörg mit Schwarz gegen Wolfgang Polster. Die Eröffnungsphase der Partie wurde von uns nachher beim „Abendessen mit Schachbrett“ lange diskutiert, und wir glauben dass Schwarz gute Chancen hatte. Aber ganz klar ist das nicht, denn die Analysen waren wild und kompliziert, und ähnlich verlief auch die Partie. Jörg erreichte große Aktivität am Königsflügel, musste dafür aber mit schwachen Feldern in den eigenen Reihen leben. Der entscheidendeMoment kam, als Jörg den thematischen Angriff mittels eines Läuferzuges vorbereiten musste: ein bescheidener Rückzug hätte große Drohungen aufgestellt, aber leider verfiel Jörg auf die „aktive“ Möglichkeit. Daraufhin konterte Polster sehr gelungen mit einem Qualitätsopfer. Er sperrte dabei dem Läufer den Rückzug ab, so dass dieser keine Bindung mehr zu den schwachen Feldern herstellen konnte. Jörg nahm die Qualität nicht, aber das war bereits nicht mehr entscheidend, denn das weiße Figurenspiel war so und so zu stark, und Polster fuhr schließlich den vollen Punkt ein.

Also alles in allem ein harter Kampf, und ein Saisonauftakt, mit dem wir gut leben können. Trotzdem steht noch eine lange und schwierige Saison bevor, und die gesamte erste Runde zeigt bereits, wie stark die Liga ist.

In der nächsten Runde geht es zu Hause gegen Mutterstadt. Gespielt wird am 19.10. , im Konferenzraum des „Jugenddorfes“ in Schwarzenbach. Beginn ist um 11 Uhr, und Zuschauer sind wie immer willkommen.

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