(2) TSG Mutterstadt – Caissa II 4-4

TSG Mutterstadt     4 : 4 SC Caissa Schwarzenbach II
 2 Ehringer,Chr     ½ : ½ Gress,Alexand  1
 3 Koehler,Patr     0 : 1 Bureik,Matthi  2
 4 Commercon,Si     1 : 0 Scheuermann,G  3
 5 Scheiblauer,     1 : 0 Becker,Joerg    4
 6 Voelpel,Robe     0 : 1 Busemann,Step  5
 7 Feibert,Fred     1 : 0 Bürmann,Jan,D  6
 8 Hoegerl,Gerd     0 : 1 Yin,Stanley   7
11 Kohlbruch,Je     ½ : ½ Ripperger,Rei   8

Es ist Sonntag, kurz vor 9 Uhr, es regnet in Strömen, das Thermometer sagt irgendetwas Einstelliges, und glaubt man Google Maps, liegen noch 130 Kilometer zwischen uns und der Gegnerschaft. Wird man dann auf der Autobahn von Dieter und der Ersten, ihrerseits unterwegs nach Mainz, überholt, gibt das natürlich noch einen zusätzlichen Motivationsschub für unseren ersten Auswärtskampf im Abenteuer Oberliga.

Vor Ort der nächste Schreck: Der Bärwinkel ist nicht da. Das Mutterstädter Spitzenbrett fehlt, stundenlange Vorbereitungsarbeit unseres Teams damit für die Katz. Was nichts daran änderte, dass unsere Zweite, die zum ersten Mal in der neuen Stammformation antrat, an fast allen Brettern wertungsgemäßig deutlich unterlegen war. Selbst gegen unseren direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wäre also alles andere als eine Niederlage als Erfolg zu werten. Das Prinzip Eintracht Braunschweig eben.

Doch in die Rolle des Underdogs zu schlüpfen - nichts läge uns ferner. Wie gegen Gau-Algesheim waren auch nach zwei Stunden alle Bretter noch offen, keine halbe Stunde später gingen wir sogar durch den Berichtserstatter 1-0 in Führung. Dank gewohnt sonderbarer Eröffnungsbehandlung konnte Stanley am Brett 7 den mehrmaligen Pfalzmeister Gerd Högerl noch vor der Zeitkontrolle auf die Bretter schicken.

Doch wer wie Stanley ein wahrer Augsburg-Fan ist, weiß, was von einer 1:0-Führung zu halten ist. Tatsächlich gelang es den Mutterstädtern bereits kurz darauf, per Doppelschlag den Spielstand zu drehen. Sowohl unser Kapitän Jan an 6 (gegen FM Fred Feibert), als auch Gerhard an 3 (gegen Simon Commercon) konnten dem Druck ihrer favorisierten, erfahrenen Gegner nicht standhalten. Als auch noch Jörg in (relativer) Zeitnot an Brett 4 eine glatte Figur bei guter Stellung an Dr. Scheiblauer verlor, der seinerseits für Mutterstadt auf 3-1 erhöhte, waren die Lichter schon sehr dunkel.

Aber keineswegs aus - alle übrigen Bretter standen gut, oder zumindest nicht auf Verlust, beispielsweise Reinhold, der bald an 8 ein ungefährdetes Remis einfuhr. Während Matthias ein unklares Endspiel zu bestreiten hatte, standen die Zeichen bei Alex und Stephan klar auf Sieg. Kaum umringten wir jedoch Matthias' vermeintlich entscheidendes Brett 2, geschah das Unfassbare:

Sowohl bei Alex als auch bei Stephan flatterten die Nerven. Während Stephan in einem nicht übermäßig komplexen Turmendspiel mit zwei Mehrbauern zusehends die Kontrolle verlor, berechnete Alex in einem ebenfalls gewinnträchtigen Bauernendspiel mit Mehrbauern einen Durchbruch falsch und musste ins Remis einwilligen. Beim Stande von 2-4 begann die Zitterpartie - Stephan und Matthias mussten beide ihre Partien gewinnen...

Nach fünf Stunden Spielzeit kurzes Aufatmen: Stephan fing sich wieder und anschließend auch seinen Kontrahenten Robert Völpel in einem letztlich souveränen T+B vs. T-Endspiel. 3-4 also nur noch, alle Hoffnungen ruhten auf Matthias' turbulente, hochtaktische Partie mit gegenseitiger Damenumwandlung. Zwischendrin stellte Patrick Köhler auf Seiten der Mutterstädter sogar mehrzügig die Dame ein, ohne dass dies jedoch von Matthias bemerkt worden wäre.

Um 16:45 Uhr schließlich die Erleichterung: Nach dem Damentausch sichert ein Mehrbauer Matthias den Sieg und der Zweiten ein schon verloren geglaubtes 4-4. Mit dem ersten Oberliga-Punkt im Rücken geht es in zwei Wochen zum "Heimspiel" bei der SVG Saarbrücken. Diese scheinen im Übrigen eine gewisse Affinität zu zweiten Mannschaften zu besitzen: Während Schwarzenbach I souverän bei Schott Mainz I gewann, verlor Saarbrücken I ein Stockwerk höher gegen Schott II...

Kommentare sind deaktiviert