Bericht zum 5,5:2,5-Sieg im Ostertal

Am 24.1. stand für die 2. Mannschaft die Reise nach Saal im Ostertal an. Nach interessanter, kurvenreicher Anfahrt über die Dörfer des Nordpfälzer Berglandes mit klangvollen Namen wie "Waldziegelhütte" und "Bambergerhof" erreichte ich mit Jörg, Karolina und Johannes das Spiellokal. Kurzfristig wurden wir jedoch ins DRK-Heim umgeleitet, wodurch wir leider nicht mit unserer 4. Mannschaft zusammenspielen konnten, die ersatzgeschwächt leider 3:5 gegen Ostertal 2 unterlag.

In unserem Spiel gegen Ostertal 1 mussten wir auf Spitzenbrett Max Müller verzichten, der durch Susanne Stolz ersetzt wurde. Ostertal spielte mit Vincent Buttgereit für Klaus-Jürgen Engelberth, stand aber ansonsten ebenfalls komplett. Im Unterschied zum fragwürdigen Auftritt von Schott Mainz 2 gegen unsere erste Mannschaft (siehe Hendriks Bericht) versteckte sich Ostertal keineswegs, so dass viele spannende Partien entstanden. Ob die hohe Fehlerquote meiner Partie gegen Michael Weber damit zusammenhängt, dass ich es nach wenigen Zügen schaffte, durch ungeschicktes Öffnen einer Sprudelflasche meine Hose zu bekleckern, lasse ich mal dahingestellt...

Susanne, die letztes Jahr gegen Ostertal einen schönen Sieg erspielt hatte, unterlag leider gegen den Ostertaler Nachwuchsspieler Vincent Buttgereit. Vincent griff scharf an, wobei Susanne nach der Eröffnung die beste Fortsetzung verpasste, mit der sie hätte in Vorteil kommen können, und hatte dann Glück, dass Vincent den direkten KO verpasste. In weiterhin scharfer, wohl etwa ausgeglichener Stellung ließen bei Susanne dann nach eigener Aussage nach sehr harter Arbeitswoche Kraft und Konzentration nach, so dass Vincent entscheidend Material gewann. Trotzdem danke für deinen Einsatz, Susi!

Stephan Busemann geriet mit Schwarz gegen Frank Müller nach etwas ungenauer Eröffnungsbehandlung in eine schwierige Stellung. Im 21.Zug hatte er sich etwas konsolidiert, allerdings hätte Frank ein Endspiel mit besserer Bauernstruktur und Leichtfigur sicherlich noch weiterspielen können. Statt dessen bot er Remis an, was Stephan annahm. Zu Recht, denn erstens hatte er keine Gewinnaussichten, und zweitens kam uns das Remis im weiteren Verlauf deutlich mehr zugute als den Ostertalern.

Johannes Backens setzte dann gegen den nominell überlegenen Wolfgang Kreuscher ein echtes Highlight. Mit einem taktischen Schlag unter Ausnutzung einer Fesselung konnte Johannes zunächst 2 Figuren gegen einem Turm gewinnen. Die geschwächte gegnerische Königsstellung nutzte er dann zu einem wirklich sehenswerten Turmopfer mit unparierbaren Mattdrohungen. Großartige Partie! Wenn Johannes so weitermacht, bin ich sehr gespannt, wohin seine schachliche Entwicklung noch führt.

Am Spitzenbrett war in der Partie zwischen Alex Gress und Daniel Fernschild bereits nach wenigen Zügen "fire on the board". Da Alex derartige Stellungen liebt, machte ich mir über diese Partie relativ wenig Sorgen. Alex erreichte  auch deutlichen Vorteil, gab seinem Gegner allerdings mit einem taktischen Übersehen eine Möglichkeit, das Spiel etwa auszugleichen. Als Daniel diese Chance verpasste, gewann Alex dann überzeugend.

Jörg Becker schaffte es an Brett 4 gegen Martin Morgenstern, sich für seine Vorjahresniederlage zu revanchieren. Eine starke Partie von Jörg, der gegen die ruhige Eröffnung seines starken Gegners nichts überstürzte, sondern zuerst geduldig Ausgleich erzielte und im weiteren Verlauf langsam die Initiative übernahm. Schließlich konnte er mit seinem Turm in die gegnerische Stellung eindringen und 2 starke Freibauern bilden, die die Partie zu seinen Gunsten entschieden.

Reinhold unterlag dann leider gegen Jonas Metzler. Leider liegt mir seine Partie nicht vor, so dass ich nur meine Eindrücke wiedergeben kann. Meiner Einschätzung nach stand Reinhold nach der Eröffnung etwas besser, hatte aber noch nichts Greifbares. Schließlich landete Reinhold in einem etwa ausgeglichenen Endspiel und erhielt ein Remisangebot. Im Gegensatz zur letzten Runde brachte Reinhold diesmal sein Versuch, weiter auf Gewinn zu spielen, keinen Erfolg, und er verlor - wie, habe ich nicht gesehen.

Somit führten wir 3,5:2,5, und es spielten noch Gerhard Scheuermann gegen Lothar Cullmann und ich gegen Michael Weber. Lothar spielte gegen den favorisierten Gerhard lange gut mit und hielt die Stellung bis zum 35. Zug ausgeglichen. Dann allerdings kam Gerhard in Vorteil, und nachdem Lothar dann noch eine Figur einstellte, konnte Gerhard die Partie gewinnen und den Mannschaftserfolg sicherstellen. Gerhard, der zu jeder Partie extra aus Mainz anreist, bleibt damit unser einziger Spieler mit 100%. Respekt!

Als letzter spielte ich dann noch gegen Michael Weber. Nach wie erwähnt auf meiner Seite feuchtfröhlicher Eröffnungsphase waren wir beide nach ca. 10 Zügen aus dem Buch, und es entwickelte sich eine hochinteressante, allerdings keineswegs fehlerfreie Partie. Nach beiderseitigen Ungenauigkeiten entstand eine etwa ausgeglichene Stellung mit gegenseitigen Rochaden. Ich verschärfte die Stellung mit einem Bauernaufmarsch am Damenflügel, ließ meinen b-Bauern allerdings wohl einen Zug zu lange stehen, wonach Michael den Bauern korrekterweise nahm und ich objektiv nicht genug Kompensation bekam. Dann übersah Michael einen Zwischenzug und musste die Qualität geben. Er schlug daraufhin mit seinem Läufer einen meiner Bauern, was sich nach der Partie als Bluff herausstellte, ich hätte den Läufer einfach nehmen können mit glatt gewonnener Stellung. Da ich dies nicht tat, entstand eine Position, in der Michael mit 2 Bauern für die Qualität durchaus Kompensation hatte. Im 40. Zug gewann ich einen Bauern und stand dann besser. Die direkte Aufgabe von Michael hat mich dann aber doch überrascht, ich hätte mir das definitiv zeigen lassen.

So gewannen wir letztlich mit 5,5:2,5. Ich wünsche den Ostertalern, die sich trotz des bisher für sie enttäuschenden Saisonverlaufs voll reinhängten, noch viel Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt (außer natürlich gegen unsere 3. Mannschaft...).

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