Knapper Sieg gegen Schwalbach

Wie in den letzten Jahren schafften wir mit Mühe einen 4,5:3,5-Sieg gegen erneut sehr zähe Schwalbacher. Ich eröffnete das Ganze mit einem schnellen Ei nach einem Figureneinsteller in offenbar leicht besserer Stellung. (Warum sie besser war, hatten beide Spieler zum Zeitpunkt der Partie noch nicht verstanden.)

Jörg gelang der Ausgleich, nachdem er alles weggenommen hatte, was da so herumstand und der gegnerische Angriff sich als nicht durchschlagend erwies. Cedric stand nach einer "temporeichen" Eröffnungsphase (will sagen, er hatte nach fünf Zügen als Weißer ein glattes Extratempo eingefahren) besser und versäumte in der Folge, seine Stellung zu verstärken. Er dachte - genau wie ich beim Kiebitzen -, dass das inzwischen wohl eher in der Remisbreite sei. Bei genauerem Hinsehen (aka Computeranalyse) findet sich jedoch ein tiefes und schönes Druckspiel mithilfe des Läuferpaares und eines Springers im gegnerischen Lager, das vermutlich stark genug war, um einen Bauern zu erobern. Das war jedoch nicht einfach zu sehen und so endete die Partie mit Remis, nachdem klar wurde, dass ein knapper Sieg zu erwarten war. Dies wurde durch einen unstoppbaren Freibauer von Reinhold im Turmendspiel untermauert, das zuvor wohl eher im Remisbereich war und dann dem Gegner entglitt. Andererseits hatte Reinhold zuvor eine schöne Druckstellung gehabt, die wiederum ihm entglitten war. Gleitschach eben.

Max kämpfte sich aus schlechter Stellung in ein Turmendspiel mit Minusbauern, das er dann locker Remis hielt. Johannes, der unternehmungslustig eine Figur für drei Bauern geopfert hatte, konnte sein zwischenzeitlich gutes Gegenspiel nicht durchbringen, als er ein, zwei taktische Möglichkeiten ausließ, und musste schließlich die Waffen strecken. Somit war klar, dass Jan und Gerhard den Kampf entscheiden würden. Jan stand mit zwei Figuren gegen Turm auf Gewinn, musste sich aber eines stressigen gegnerischen Freibauern auf der 7. Reihe erwehren. Das gelang perfekt, und der volle Punkt war absehbar.

Gerhards optisch eindrucksvolle Angriffsstellung war mittlerweile versandet, und angesichts zunehmenden Gegenspiels überlegte er an einem Friedensangebot (das vermutlich in Anbetracht des Wettkampfstands keine Chance gehabt hätte). Die Stellung war mal besser, mal schlechter, mal ausgeglichen. Beide Spieler waren darauf bedacht nichts zu vermasseln, und nach über 70 Zügen hatte Gerhard schließlich in ein forciertes Remis abgewickelt. 6,5 Stunden harte Arbeit -- und große Erleichterung für mich, dass mein grober Patzer keine Mannschaftpunkte gekostet hatte.

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