Schwarzenbach 2: 3:5-Niederlage im Spitzenspiel gegen Turm Winterbach

Am 20.3. empfingen wir zum Spitzenspiel der Saarlandliga den Tabellenzweiten Turm Winterbach. Die letzten beiden Kämpfe unserer 2. Mannschaft gegen Winterbach waren jeweils mit einem für uns glücklichen 4,5:3,5 geendet. Diesmal sollte es leider nicht so kommen. Dabei hätte uns ein 4:4 wahrscheinlich zum Saarlandligatitel gereicht. Zudem musste Winterbach Philipp Sahm durch den nominell deutlich schwächeren Christof Braun ersetzen. Wir mussten zwar auf Gerhard Scheuermann verzichten, konnten mit unserem erfreulicherweise gerade im Saarland weilenden Edeljoker Matthias Bureik jedoch auf einen sehr starken Ersatz zurückgreifen.

Der Kampf begann mit einem schnellen Sieg von Reinhold Ripperger an Brett 8. Reinhold konnte einen Fehler seines Gegners Christof Braun zu einem vernichtenden Einschlag am Königsflügel nutzen. Winterbach ließ sich hierdurch jedoch nicht verunsichern, so dass sich ansonsten ein zäher Kampf entwickelte.

An Brett 1 brachte Max Müller mit Schwarz gegen Hanno Spengler ein chancenreiches Bauernopfer. Er verzichtete allerdings auf einen schnellen Rückgewinn des Bauern, wonach er gutes Spiel hätte erlangen können, und geriet im weiteren Verlauf unter Druck. An Brett 2 stand Stephan Busemann gegen Thomas Becker erst etwas besser, verpasste dann sogar eine (allerdings keineswegs naheliegende) Möglichkeit, in großen Vorteil zu kommen, und geriet in ein zunehmend schwieriges Endspiel. An Brett 3 stand Alex Gress gegen Thomas Herrmann nach der Eröffnung leicht schlechter, ohne dass sein Gegner etwas Greifbares hatte.

An Brett 4 kam Matthias Bureik gegen Manfred Hell zwischenzeitlich in Vorteil, konnte diesen aber nicht halten und willigte schließlich in eine Zugwiederholung ein. Die Endstellung hätte Manfred Hell sogar mit etwas Vorteil weiterspielen können, so dass das Remis wohl in Ordnung geht. An Brett 5 geriet Johannes Backens gegen Thomas Schütz nach der Eröffnung unter Druck, konnte sich jedoch konsolidieren und in verschachtelter Stellung ebenfalls ein Remis erreichen. Jörg Becker an 6 stand gegen Josef Robert optisch gut, allerdings verteidigte sein Gegner stark und hätte zwischenzeitlich mit einem (allerdings wiederum schwer zu sehenden) Manöver in Vorteil kommen können. So ging die Partie in ein ausgeglichenes Endspiel über. Mein Gegner Michael Horras an Brett 7 legte die Partie als Weißer zurückhaltend an. In der entstandenen Stellung mit Dame und 2 Türmen auf beiden Seiten ohne Leichtfiguren war die Remisbreite hoch.

Beim Stand von 2:1 nach 3,5 Stunden neigte sich allmählich der Kampf zugunsten von Winterbach. Ich ließ eine Möglichkeit zu einem Bauerngewinn aus, wonach ich noch chancenreich hätte weiterspielen können, und musste ins Remis einwilligen. Max verlor leider gegen einen zunehmend stark aufspielenden Hanno Spengler. Keine Schande gegen einen guten Gegner, Max hat immer noch eine tolle Saison gespielt und uns mehr als einmal wichtige Punkte gerettet. Alex Gress stand gegen Thomas Herrmann etwas schlechter, konnte aber eine Zugwiederholung erreichen.

Nach der Zeitkontrolle stand es somit 3:3. Stephan Busemann musste gegen Thomas Becker ein schwieriges Endspiel mit Minusbauer verteidigen. Jörg Becker stand im Endspiel gegen Josef Robert etwas aktiver, allerdings war die Stellung objektiv weiterhin ausgeglichen. Nach den erfolgreichen Endphasen der vorherigen Kämpfe glaubte ich noch an ein 4:4, wenngleich mir bewusst war, dass wir hierfür eine Menge Glück benötigen würden.

Diesmal sollte es allerdings nicht sein. Stephan kam zwar ganz nah ans Remis, verpasste aber bei knapper Zeit seine Chance und verlor das Endspiel am Ende. Jörg Becker wich angesichts dieser Umstände dem möglichen Remis aus und wurde am Ende sogar noch klassisch ausgekontert. Großen Respekt für Jörgs selbstlosen Einsatz für die Mannschaft. Somit gewann Winterbach mit 5:3.

Realistisch gesehen haben wir damit unsere Meisterschafts- und Aufstiegschance verspielt. Vielleicht hätten wir an einigen Brettern (z.B. an meinem) etwas mehr Risiko eingehen müssen. Andererseits nutzten die Winterbacher ihre Chancen konsequent und ließen an den anderen Brettern wenig zu, so dass ihr Sieg auf keinen Fall unverdient war. Niederlagen gehören halt auch zum Sport. Wie steht so schön am Eingang des Centre Court von Wimbledon: "If you can meet with triumph and disaster / And treat those two impostors just the same." (Rudyard Kipling). Wir werden am letzten Spieltag definitiv nichts abschenken und uns gegen Ensdorf noch einmal voll reinhängen.

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