Schwarzenbach 2: 4:4 bei der SG Völklingen/Püttlingen

Aufgrund der Terminüberschneidung mit der 1. Mannschaft, für die unser Alex Gress beim historischen 5,5:2,5-Sieg gegen die SVG Saarbrücken mitwirkte, und akuter Personalprobleme der unteren Mannschaften konnten wir leider zum zweiten Mal in Folge nur zu siebt antreten. So gingen wir keineswegs als Favorit in das Duell mit der stark aufgestellten SG Völklingen/Püttlingen.

Es entwickelte sich ein zäher Kampf, zunächst ohne klare Tendenz. Nach 2,5 Stunden hatte Max Müller leichten Vorteil gegen Christoph Dudek, Stephan Busemann konnte mit einem taktischen Schlag gegen Dominik Faas Material gewinnen und erreichte bald eine Gewinnstellung. Die Partie von Johannes Backens gegen Gerhard Näckel war ausgeglichen, ebenso wohl die von Jörg Becker gegen Joachim Ferner. Ich erreichte eine vorteilhafte, allerdings komplizierte Stellung gegen Stefan Paulus, während Gerhard Scheuermann nicht seinen besten Tag erwischt hatte und gegen einen stark aufspielenden Marc Groß zunehmend kritisch stand. Reinhold Ripperger konnte gegen Said Sadjjadi im Mittelspiel einen Bauern gewinnen und stand besser, Brett 8 mussten wir wie erwähnt leider kampflos den Gegnern überlassen.

Die ersten Entscheidungen fielen dann erst um den 40. Zug. Gerhard Scheuermann hatte Materialverlust  nicht verhindern können und musste nach der Zeitkontrolle seinem Gegner zum verdienten Sieg gratulieren. Reinhold konnte hingegen durch Generalabtausch in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln, das er sicher nach Hause brachte. Auch Stephan Busemann konnte seine Mehrfigur verwerten und im 40. Zug sogar mattsetzen.

Somit hatten wir zum 2:2 ausgeglichen, und Gerhard sagte zu mir: "Das Ergebnis hängt von deiner Partie ab. Wenn du gewinnst, gewinnen wir, die anderen Bretter sind remisverdächtig." Doch wie so oft kam es ganz anders als erwartet...

Mein Gegner Stefan Paulus fing ab einem gewissen Zeitpunkt an, sich sehr erfinderisch zu verteidigen und gegen meine Freibauern eine Blockadestellung zu errichten. Beim Versuch, diese zu durchbrechen, übersah ich leider eine Springergabel, die mich einen ganzen Turm und damit die Partie kostete (2:3). Bitter, aber beim Schach kann man sich nun mal keine derartigen Aussetzer erlauben. Fairerweise muss ich allerdings zugeben, dass ich meine Stellung am Ende wohl zu optimistisch eingeschätzt habe - in einer ersten kurzen Analyse habe ich keinen klaren Gewinn gefunden.

Nach Gerhards Prognose hätten wir nun also verlieren müssen. Doch die nach weit über 5 Stunden noch spielenden Max, Johannes und Jörg konnten dies zum Glück verhindern. Jörg konnte sein zwischenzeitlich kritisches Endspiel Remis halten. In der Endstellung gab es nach Stephans Analyse einen (allerdings schwer zu sehenden) Gewinn für Joachim Ferner. Allerdings hätte Jörg zuvor auch einmal in Vorteil kommen können, so dass das remis insgesamt in Ordnung geht (2,5:3,5).

Wesentlichen Anteil an unserem Punktgewinn hatte wieder einmal Max Müller. Er gewann nach spannendem Verlauf ein kompliziertes Dame-Läufer-Endspiel mit Mehrbauern, aber beidseits offener Königstellung und somit hoher Remisbreite (3,5:3,5). Beeindruckend, mit welcher Kondition und Nervenstärke Max in den letzten Runden die gegnerischen Spitzenspieler in komplexen Stellungen besiegen konnte. Max entwickelt sich immer mehr zu unserer Lebensversicherung.

Jetzt konnten wir sogar von einem totalen Happy End wie gegen Schwalbach träumen, denn Johannes hatte in einem zunächst ausgeglichenen Doppelturmendspiel geduldig seine Stellung verstärkt. Nach einem Turmtausch kamen wegen der besseren Bauernstellung von Johannes mit der Möglichkeit, einen Freibauern zu bilden, sogar Gewinnhoffnungen auf. Tatsächlich war die Stellung zwischenzeitlich gewonnen, wenngleich die Gewinnführung alles andere als trivial und nach 6 Stunden am Brett sehr schwer zu finden war. In der Partie konnte sich Gerhard Näckel in ein gerade noch Remis zu haltendes Bauernendspiel retten. Trotzdem eine starke Vorstellung von Johannes!

Unter dem Strich steht also ein hart umkämpftes 4:4. Wie gehen somit mit einem Mannschafts- und einem Brettpunkt Vorsprung in das Topspiel am 20.3. zu Hause in der Saarpfalzhalle in Einöd gegen Verfolger Turm Winterbach.

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