Schwarzenbach 2: 6:2-Sieg gegen Ensdorf

Zum ersten Saarlandligaspiel im neuen Jahr stand das Heimspiel gegen Ensdorf an. Diese eigentlich starke Mannschaft, die in den letzten Jahren eigentlich immer zur erweiterten Spitzengruppe stand, belegt überraschenderweise aktuell den letzten Tabellenplatz. Die Ensdorfer mussten auf ihre Spitzenspieler Krpan, Ludwig und Schäfer verzichten und traten nur zu siebt an, so dass wir nominell deutlich favorisiert waren.

Trotzdem entwickelte sich kein einseitiger Kampf, da die Ensdorfer trotz deutlichen DWZ-Nachteilen an den hinteren Brettern munter mitspielten und sich nicht versteckten. Nach 3 Stunden war außer unserem kampflosen Sieg an Brett 8 noch keine Partie entschieden. Günstig für uns schätzte ich die Weißpartien von Max Müller gegen Bernhard Jacob, Stephan Busemann gegen Dietmar Schuler und Reinhold Ripperger gegen Mathias Neuses ein. Die schwarzen Stellungen von Alexander Gress gegen Günther Ney, Jörg Becker gegen Alfred Becking und mir gegen Daniela Schuler waren eher unklar. Johannes Backens hatte in einer soliden Schwarzpartie gegen Lisa Ludwig etwas Vorteil, aber noch nichts Greifbares.

In der vierte Stunde wurden dann die meisten Partien entschieden. Zunächst brachte uns Johannes Backens mit 2:0 in Führung. Geduldig erzielte er mit Schwarz zunächst Ausgleich, sammelte dann Vorteile am Königsflügel und erzwang schließlich einen Figurengewinn, woraufhin seine Gegnerin bald aufgab. 3 aus 3 nur mit Schwarz in der Landesliga und eine Saisonperformance von deutlich über DWZ 1900 ohne Niederlage sprechen für sich: Johannes hat eine tolle Entwicklung genommen und avanciert immer mehr zum Shooting-Star der Saison!

Ich erhöhte dann auf 3:0. Nachdem ich etwas besser aus der Eröffnung gekommen war, übersahen beide Seiten Möglichkeiten, in Vorteil zu kommen, wobei Daniela Schuler auch mindestens eine Chance verpasste. Nach einer Abwicklung, während der ich einen direkten Gewinn ausließ, stand ich vor dem 30. Zug wenn überhaupt nur leicht besser. In diesem 30. Zug stellte Daniela allerdings durch einen übersehenen Abzug die Dame ein und gab daraufhin auf. Bitter für meine Gegnerin nach eigentlich gut gespielter Partie, aber wenn sie so weiterspielt, wird sich dies sicher noch auszahlen.

Den Anschlusstreffer für Ensdorf erzielte etwas überraschend Alfred Becking gegen Jörg Becker. Nach interessantem Eröffnungsverlauf entstand eine meiner Einschätzung nach etwa ausgeglichene Stellung mit beiderseitigen Chancen. Nach eigener Aussage fiel Jörg in der Folge nichts Richtiges ein. Alfred Becking nutzte dies aus, konnte in ein gewonnenes Turmendspiel mit verbundenen Freibauern abwickeln und dieses auch nach Hause bringen - nur noch 3:1.

Kurz vor der Zeitkontrolle erhöhte Stephan Busemann auf 4:1. Gegen Dietmar Schuler hatte er nach der Eröffnung etwas Vorteil, den er langsam vergrößerte. Dietmar Schuler verteidigte sich lange zäh, konnte die Partie letztendlich aber nicht halten. Stephan bleibt damit mit 5 aus 5 unser Mister 100%. Starke Leistung!

Dann brachte Alex Gress mit seinem schwer erkämpften Sieg gegen Günther Ney zum 5:1 den Mannschaftssieg unter Dach und Fach. Nach interessantem Partieverlauf mit meiner Einschätzung nach beidseitigen Chancen (besser kann ich es ohne genaue Analyse nicht beurteilen) kam Alex letztendlich zu überlegenem Figurenspiel, das er für einen entscheidenden Schlussangriff nutzte.

Nun liefen noch 2 Partien. Reinhold Ripperger hatte gegen den nominell deutlichen Außenseiter Mathias Neuses nach der Eröffnung bei heterogenen Rochaden Königsangriff und nach meinem Eindruck die besseren Chancen. Mathias Neuses verteidigte sich jedoch erfindungsreich und konnte den direkten KO abwehren. Nach einer Abwicklung entstand ein sehr interessantes Springerendspiel, das ich aufgrund eines weit entfernten weißen Freibauern, der bald bis a7 vorstieß, auf den ersten Blick als gewonnen für Reinhold einstufte. Sein Gegner konnte den Bauern jedoch gerade noch aufhalten und seinerseits einen Freibauern auf der g-Linie bilden, der ihm Gegenspiel einbrachte. Die Analyse wird zeigen, ob es im Mittelspiel oder Endspiel einen Gewinn für Reinhold gab. Die Partie endete mit einem Remis. Reinhold lobte nach der Partie zu Recht das gute Spiel seines Gegners.

Zuletzt trennten sich auch Max Müller und Bernhard Jacob mit einem Remis. Max erreichte nach der Eröffnung eine optisch gute Stellung. Nachdem Bernhard ohne Not seine f-Bauern verdoppelte, kam Max zu einem gefährlichen Angriff. Allerdings verteidigte sich der ehemalige Saarlandmeister aus Ensdorf gewohnt stark. Max und die Umstehenden hatten eigentlich alle das Gefühl, dass irgendwo eine entscheidende Verstärkung des Angriffes drin war. Ich bin gespannt, was die Analyse zeigen wird. In der Partie konnte Bernhard Jacob den Angriff abwehren und ein ausgeglichenes Endspiel erreichen. Max bleibt damit weiterhin an Brett 2 ungeschlagen und überzeugt durch sein sicheres Spiel gegen starke Gegner.

Insgesamt ein 6:2 gegen sich tapfer wehrende Ensdorfer, die sich trotz für sie widriger Umstände voll reinhängten und uns nicht schenkten. Ich wünsche dieser sympathischen Mannschaft, dass sie mit dieser Einstellung in den restlichen Spielen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holt.

In der Tabelle bleiben wir weiterhin einen Brettpunkt hinter Gambit Saarbrücken auf dem 2. Platz. Am 25.1. kommt es in Saarbrücken zum direkten Duell mit Gambit.

2 Antworten

  1. Michael Schera
    Deutlicher als erwartet! Sau stark! (Ich gebe es zu, ich teste gerade die Kommentar-Funktion ^^)
  2. Ich teste gleich mal fleißig mit :) Respekt an die "Zweite" - ihr schafft es auch ohne mich!

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