Schwarzenbach 2: 6:2-Sieg gegen Illingen 2

Nachdem es mir nach der unglücklichen Niederlage unserer 1. Mannschaft, zu der ich mit dem Verlust einer Gewinnstellung nicht unwesentlich beigetragen habe, einige Tage die Sprache verschlagen hat (der Bericht von Hendrik zu diesem Kampf folgt bestimmt noch, "you only sing when you`re winning!" gibt es schließlich nicht in Schwarzenbach),kommt der Bericht zum 6:2-Sieg unserer 2. Mannschaft gegen Illingen 2 etwas verspätet, aber immerhin noch rechtzeitig vor der nächsten Runde. Aus Illinger Sicht hat bereits Thomas Biehler auf der Illinger Homepage einen lesenswerten und objektiven Bericht verfasst. Allein das Foto von Tilman Giese ist einen Besuch der Seite wert!

Da wir bis auf Matthias Bureik in bestmöglicher Besetzung antreten konnten, während bei Illingen u.a. Thomas Schuh, Markus Biegler und Oliver Gölzer fehlten, gingen wir sicherlich als Favorit in den Kampf. Trotzdem ist Illingen 2 eine kampfstarke  Mannschaft, die uns immerhin im Frühjahr 2012 die letzte Saarlandliga-Niederlage zugefügt hat (das Oberliga-Abenteuer nicht eingerechnet). Und tatsächlich war der Kampf lange nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis aussagt.

Los ging es mit einer Niederlage von Alex Gress am Spitzenbrett gegen Tilman Giese. Der fotogene Illinger Frontmann eröffnete solide mit dem Königsindischen Angriff, konnte einen wohl zu optimistischen Opferangriff von Alex abwehren und Illingen verdient in Führung bringen. Den Ausgleich erzielte Reinhold Ripperger mit Weiß gegen Volker Hubig. Bei gegenseitigen Rochaden griffen hier beide Seiten scharf den gegnerischen König an. Leider liegt mir die Notation nicht vor, vom Gefühl her befürchtete ich während der Partie sogar, dass der schwarze Angriff schneller sein könnte. In der Partie kam jedoch Reinhold zuerst und unterstrich seine gute Form (3/3 bisher, starke Leistung!).

Bei diesem Zwischenstand blieb es bis zur Zeitkontrolle. Insgesamt blieb ich jedoch optimistisch, da Max, Jörg, Gerhard, Stanley und ich etwas bis deutlich bessere Stellungen hatten und nur Stephan Busemann gegen Alexander Keßler nach Bauernverlust schlecht stand.

Nach dem 40. Zug gewann dann Jörg Becker, der zuerst Druck gegen die weit vorgerückten Bauern von Viktor Siebert entwickelte, dann mit seinen Figuren in die weiße Stellung eindrang , die Qualität gewann und im Endspiel trotz wie gewohnt zäher Gegenwehr von Viktor sicher verwertete. Schöne Partie! Auch Gerhard Scheuermann gewann mit Schwarz verdient gegen Daniel Fries. In einer dynamischen, etwas unkonventionellen Stellung gewann Gerhard mit Schwarz erst einen Bauern, gab diesen im weiteren Verlauf jedoch für Läuferpaar und überlegene Stellung zurück. Nach dem Damentausch erwies sich sein Läuferpaar bei offenen Brett als entscheidend. Toll, dass Gerhard nach seiner extrem bitteren Niederlage gegen Bexbach/Fischbach wieder so stark aufgespielt hat.

Damit stand es 3:1. Stephan Busemann brachte uns dann sogar glücklich mit 4:1 in Führung. Er hatte gegen Alexander Keßler als Weißer gegen Französisch die Vorstoßvariante gewählt , nach eigener Aussage jedoch die Folgen des schwarzen Bauernraubs auf b2 im 9. Zug falsch eingeschätzt und eigentlich keine wirkliche Kompensation für den Bauernverlust. Um den 30. Zug stand Stephan eigentlich auf Verlust. Mit einem klassischen "Betrug" konnte Stephan seinen bis dahin stark aufspielenden Gegner dann im Doppelturmendspiel in ein Mattnetz locken.

Stanley war extra aus Bayern angereist war (Danke und großen Respekt für diesen Einsatz!). Er verzichtete gegen den Englischen Aufbau von Fritz Henschel auf extravagante Züge in der Eröffnung und erreichte bald eine überlegene Stellung. Auch wenn Stanley das anders sieht, mir gefallen seine Schwarzpartien meist sehr gut. Er gewann bald einen Bauern und hätte mit 26. ...Dd5+ die Partie sogar sofort gewinnen können. Besser stand er danach mit Mehrbauer im Endspiel immer noch, nach tapferer Gegenwehr von Fritz sicherte er nach langem Kampf in immer noch besserer Stellung mit einem Remisangebot den Mannschaftssieg (4,5:1,5). Da der Ausgang bei Max und mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, geht diese Entscheidung absolut in Ordnung.

Ich selbst erreichte mit Weiß gegen den jungen Fabian Meiser  eine Druckstellung gegen die "hängenden" Bauern auf d5 und c5. Nach zwischenzeitlichen Komplikationen, bei denen ich einen direkten Gewinn übersah (20. Sxd5! mit Figurengewinn), entstand ein Turm-Springer-Endspiel mit einem Mehrbauern für mich. Als ich dann einen Freibauern bilden und zu diesem mit meinem König durchbrechen konnte, war die Stellung eigentlich klar gewonnen. Allerdings spielte ich viel zu sorglos und ermöglichte meinem Gegner ein Springeropfer für meinen Freibauern, nach dem er bei ungünstiger Königsstellung meinerseits mit seinem Turm in meine verbliebenen Bauern eindringen konnte. Wenn mein Gegner mit 52. ...Kf5 mit dem König nach vorne gelaufen wäre, wäre die Stellung wahrscheinlich objektiv Remis gewesen, allerdings mit Gelegenheit für beide Seiten, fehlzugreifen. Fabian blieb mit seinem König hinter den Bauern, wonach ich den Springer zurückgab, um ein meiner Einschätzung nach gewonnenes Bauernendspiel zu erreichen. Diese Einschätzung bestätigte sich auch in der Analyse, allerdings hätte ich auf den Vorschlag von Thomas Biehler 56. ... h4 statt des von mir geplanten 57. g4 die korrekte Antwort h3 nebst f4 finden müssen. Insgesamt sicher kein unverdienter Sieg, dennoch wäre meine Unachtsamkeit um ein Haar böse bestraft worden.

Als letztes spielte noch Max gegen Anke Henschel. In der Eröffnung erreichte er gegen den skandinavischen Aufbau von Anke deutlichen Vorteil, den er nach Hendriks Vorschlag 12. Se4! wohl entscheidend hätte ausbauen können. Danach stand Max immer noch gut und unternahm durchaus berechtigt sowohl im Mittelspiel als auch im Doppelturmendspiel Gewinnversuche. Anke verteidigte sich jedoch erfolgreich und hätte in der Endstellung, in der sie Remis bot, wahrscheinlich sogar gewinnen können, da Te5+ nebst Txf5 mit verbundenen Freibauern nicht zu verhindern ist. So gesehen ein etwas glückliches Remis für Max, wobei ich es toll finde, welchen Biss er inzwischen entwickelt hat - genau die richtige Einstellung, um weiter nach oben zu kommen!

Alles in allem ein in Anbetracht von Stephans Partie vielleicht etwas zu hoch ausgefallener, aber verdienter Erfolg, der uns bis auf 2 Brettpunkte an den Meisterschaftsfavoriten Gambit Saarbrücken herangebracht hat. Am 23.11. steht nun das Auswärtsspiel bei SVG Saarbrücken 2 an.

Kommentare sind deaktiviert