Schwarzenbach 2: Deutliche Niederlage im Spitzenspiel bei Gambit

Am 25.1. kam es im Haus der Parität im Saarbrücker Nauwieserviertel zum Duell unserer zweiten Mannschaft mit Gambit Saarbrücken. Beide Mannschaften waren bis dahin verlustpunktfrei, Gambit lag nur um einen Brettpunkt vorne. Erfreulicherweise konnten wir bis auf Matthias vollzählig antreten. Respekt und danke vor allem für den Einsatz der aus Mainz bzw. Augsburg angereisten Gerhard und Stanley!

Gambit trat, für mich etwas überraschend, ohne Harald Wagner an, dafür mit Thomas Kurfess und Andreas Keil an 7 und 8. Nominell war Gambit somit nicht so klar favorisiert, wie es bei bestmöglicher Aufstellung möglich gewesen wäre. Wenn man sich den Verlauf des Kampfes ansieht, war dies vielleicht sogar ein Vorteil für Gambit.

Dabei ließ es sich für uns eigentlich ganz gut an. Nach der Eröffnungsphase standen wir an den meisten Brettern recht ordentlich. Als uns Stanley Yin durch seinen Sieg gegen Thomas Kurfess dann noch mit 1:0 in Führung brachte, durften wir leise auf einen weiteren Überraschungs-Coup wie vor 2 Jahren gegen Illingen hoffen. Nach wie üblich unkonventioneller Eröffnungsbehandlung von Stanley hätte Thomas einen Bauern gewinnen können, übersah in der Partiefolge jedoch einen vernichtenden Königsangriff und musste bereits im 22. Zug in Anbetracht eines unabwendbaren Matts kapitulieren. Bravo Stanley!

Leider währte die Freude über diesen Sieg nur kurz, da Andreas Keil gegen Reinhold bald den Ausgleich erzielte und sich zusätzlich an mehreren Brettern (1, 2 und 5) ein Vorteil für Gambit abzeichnete. Reinhold war eigentlich ganz gut aus der Eröffnung gekommen, ließ dann aber eine Verdopplung seines c-Bauern zu, geriet zunehmend in eine schwierige Stellung und verlor.

Um den 40. Zug herum wurde dann der Kampf zugunsten von Gambit entschieden. Der ehemalige Saarlandmeister Georg Groß überspielte Max Müller mit starkem Positionsspiel trotz tapferer Gegenwehr zunehmend, erreichte eine dominante Stellung und zwang Max schließlich zur Aufgabe. Die erste Saisonniederlage für Max, die jedoch keineswegs seine starke Leistung in dieser Saison schmälert. Auch Gerhard Scheuermann musste gegen Christoph Thiery die Segel streichen. Nach interessantem Eröffnungsverlauf kam Christoph im Mittelspiel in gewissen Vorteil. Nach spannenden Verwicklungen musste Gerhard kurz vor dem 40. Zug in Anbetracht eines vernichtenden Schwarzen Königsangriffs mit Hilfe des Läuferpaares aufgeben. Meines Erachtens nach trotz der Niederlage eine gute Partie von Gerhard gegen einen an diesem Tag noch etwas besseren Gegner.

Als ich dann kurz nach der Zeitkontrolle meine Partie gegen Michael Erhardt zum 1:4 aufgeben musste, war der Kampf im Grunde gelaufen, da auch Stephan und Alex ohne Gewinnaussichten ums Remis kämpften, nur Jörg Becker hatte mit Mehrbauern gegen Patrick Forthoffer Aussicht auf einen weiteren Punktgewinn.

In meiner Partie brachte Michael Erhardt in einer langen Theorievariante einen zweischneidigen Bauernvorstoß am Königflügel auf Brett, der sicher spielbar war, mir aber aufgrund seiner offenen Königsstellung erhebliches Gegenspiel einbrachte. Leider spielte ich eine Abwicklung, in der ich zunächst einen Bauern gewann, wobei ich im Gegensatz zu meinem Gegner allerdings nicht gesehen hatte, dass ich diesen aufgrund meiner schwachen Grundreihe zwangsläufig wieder verliere und dann auch noch schlechter stehe. Bei bestem Spiel hätte ich die Position wahrscheinlich gerade noch halten können, verlor dann jedoch komplett den Faden und landete in einem glatt verlorenen Damenendspiel. Ein verdienter Sieg für Michael Erhardt, der in der entscheidenden Phase mehr Biss entwickelte.

Unser Topscorer Stephan Busemann erreichte gegen Eric Etienne immerhin noch ein Remis, auch wenn damit der Sieg von Gambit endgültig feststand (1,5:4,5). Erstmals in dieser Partie kam Stephan im Mittelspiel in eine schwierige Stellung, aus der er sich aber befreien konnte und ein etwa gleiches Endspiel erreichte. Im 40. und 42. Zug gab es nach Stephans Analyse zwei Gewinnchancen für Eric Etienne, die jedoch nicht genutzt wurden. Alex Gress verlor dann noch gegen den starken französischen FM Sebastien Pucher. Nach gewohnt guter Eröffnungsbehandlung von Alex kippte die Partie im Mittelspiel zugunsten seines Gegners. Dieser wickelte in ein Turm-Läufer-Endspiel mit Mehrbauern ab und verwertete diesen Vorteil dann sicher (1,5:5,5).

Unsere sauberste Partie spielte eigentlich Jörg Becker gegen Patrick Forthoffer. Nach solider Partieanlage gewann er einen Bauern bei weiterhin besserer Stellung. Patrick verteidigte sich jedoch zäh, und letztlich willigte Jörg in eine Zugwiederholung ein (2:6). Schade, normalerweise lässt sich Jörg so etwas nicht entgehen.

Somit konnten wir das Wunder von Illingen nicht wiederholen, so dass Gambit nun alle Chancen auf Meisterschaft und Oberligaaufstieg besitzt. Die Höhe der Niederlage ist sicher schmerzlich, aber vom Einsatz her muss sich niemand einen Vorwurf machen. Mund abputzen und weitermachen, dann kann es immer noch eine erfolgreiche Saison werden!

Noch ein Wort zu Gambit: Diese Mannschaft, die in den letzten Jahren öfters mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen hatte, bot gegen uns eine Topleistung und überzeugte mit Durchsetzungsvermögen und mannschaftlicher Geschlossenheit. Wenn sie so weitermachen, haben sie den Aufstieg absolut verdient. Chapeau!

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.