Schwarzenbach 2: Mit Stargast Matthias Bureik zum 5,5:2,5-Sieg gegen Illingen 2

Nach dem etwas holprigen Auftakt gegen unsere dritte Mannschaft trafen wir in der 2. Runde auf Illingen 2. Als Highlight durften wir uns freuen, nach anderthalb Jahren wieder einmal auf unseren Wahl-Chinesen Matthias Bureik zurückgreifen zu können, der einen Besuch im Saarland zu einem Comeback in unserer zweiten Mannschaft nutzte. Da wir auch ansonsten komplett waren, konnte ich mir den Luxus gönnen, das Spiel als non-playing Captain zu verfolgen.

Wer dahinter meinen Eintritt ins Schachrentnerdasein oder gar eine beginnende Midlife Crisis vermutet, ist jedoch auf dem Holzweg. Zur Midlife Crisis im Schach habe ich übrigens neulich noch folgendes nette Zitat von Matthew Sadler gefunden:

"When my midlife crisis comes, you‘re not going to see me riding a Harley Davidson, hair down to my shoulders with a 20-year old blonde on my arm. No, I suspect I‘ll pine for my lost youth in another way, trying to revive the time when I could remember variations up to move 40 and would leave my king in the centre with an insouciant shrug of the shoulders. Yes, when you see me playing the Najdorf again, you‘ll know I‘m going through a difficult patch!"

Also, erst wenn ich anfange, Najdorf zu spielen, müsst ihr euch Sorgen machen...

Zum Spiel: Illingen trat ohne Spitzenbrett Thomas Schuh an, dafür mit Neuzugang Andreas Hauer und Ersatzmann Artur Ziegler an Brett 8. Somit waren wir sicherlich in der Favoritenrolle.

Im frühen Mittelspiel stand die Partie von Max Müller an 1 gegen Andreas Hauer etwa ausgeglichen, während Alexander Gress an 2 gegen Anke Henschel unter doppeltem Bauernopfer einen scharfen Angriff startete. Stephan Busemann an 3 musste gegen Viktor Siebert nach einem Übersehen die Qualität für einen Bauern geben, wobei ich Stephans Lage aufgrund seiner geschwächten Königsstellung als sehr kritisch einschätzte. Dafür konnte Matthias Bureik an 4 gegen Alexander Keßler nach einem Eröffnungsfehler seines Gegners bereits früh einen Bauern gewinnen und stand klar besser.  Johannes Backens an 5 behandelte die Eröffnung gegen Daniel Fries wie üblich solide, geriet dann aber nach einer aus seiner Sicht vielleicht zu frühen Öffnung der Stellung in eine taktisch anfällige Stellungen mit mehreren Fesselungen.  Dafür hatte Jörg Becker an 6 soliden Vorteil gegen Fritz Henschel, wenngleich noch nichts Greifbares. Gerhard Scheuermann an 7 gewann gegen Fabian Meiser in der Eröffnung bereits einen Bauern ohne allzu viel Kompensation seines Gegners. Reinhold Ripperger an Brett 8 hatte nach der Eröffnung ebenfalls einen Bauern mehr, allerdings hatte sein Gegner Artur Ziegler hier Kompensation in Form offener Linien am Damenflügel und Druck gegen Reinholds lang rochierten König.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Matthias Bureik spielte seine überlegene Stellung sicher zu Ende (1:0). Trotz der langen Pause eine souveräne Leistung. Da Matthias bereits ankündigte, in der entscheidenden Saisonphase nochmal aus China einzufliegen, müssen sich unsere künftigen Gegner warm anziehen. Kurz darauf konnte Jörg Becker entscheidend Material gewinnen, nachdem er bereits zuvor den Fianchettoläufer von Fritz Henschel einmauern und damit eine strategische Gewinnstellung erreichen konnte - 2:0. Alex Gress krönte seine Angriffspartie mit einem Qualitätsopfer, wonach sich Anke Henschel unparierbaren Drohungen gegen ihren in der Mitte verbliebenen König ausgesetzt sah und aufgeben musste (3:0). Den Anschluss zum 3:1 erzielte Daniel Fries, da Johannes Backens wie von mir befürchtet in seiner taktisch anfälligen Stellung Materialverlust nicht vermeiden konnte. Gerhard Scheuermann verwertete seinen Mehrbauern letztlich recht sicher zum 4:1.

Ein Drama spielte sich in der Partie Ripperger gegen Ziegler ab, in der Artur trotz zweier Minusbauern gewisse Gegenchancen gegen Reinholds König besaß . Artur entkorkte in eigener Zeitnot nun ein Turmopfer, das eigentlich wohl nicht korrekt war. Reinhold gab vor Annahme des Opfers einige Schachs mit seiner Dame, was erst noch völlig OK war. Leider gab er ein Schach zu viel, wonach Artur seinen Läufer so zwischenziehen konnte, dass Reinhold kein Schach mehr hatte und wegen des Angriffs auf seine Dame den hängenden Turm nicht mehr nehmen konnte. Danach kam Artur Ziegler zu entscheidendem Angriff, den er trotz seiner Zeitnot erfolgreich zu Ende spielte (4:2).

Zum Ausgleich hierfür hatte Stephan Busemann seine Stellung gegen Viktor Siebert konsolidieren können und gewann einen zweiten Bauern für die Qualität. Die entstandene Stellung entwickelte sich mehr und mehr zu seinen Gunsten, am Ende gewann Stephan sie recht sicher. Da sich Max Müller zwischenzeitlich mit Andreas Hauer auf ein leistungsgerechtes Remis geeinigt hatte, stand somit unser 5,5:2,5-Sieg fest.

Besonders gefreut hat mich der deutliche Sieg unserer ersten Mannschaft gegen Heidesheim, so dass die Aufstiegshoffnungen der 1. und 2. Mannschaft am Leben bleiben. Die dritte Mannschaft unterlag leider gegen eine sehr kompakt stehende Schwalbacher Mannschaft, während die 4. Mannschaft nach dem Sieg gegen Illingen 3 bereits 4 Punkte auf dem Konto hat. Respekt! Für die zweite Mannschaft geht es bereits in 2 Wochen mit dem Auswärtsspiel bei Bexbach/Fischbach an.  Das wird sicher kein Spaziergang , wenn man sich an den letztjährigen Kampf erinnert, der von wildromantischen Gambiteröffnungen und spannenden Partien geprägt war und letztlich mit einem hart umkämpften 5:3 für uns bei 8 entschiedenen Partien ohne ein einziges Remis endete. Die dritte Mannschaft muss zeitgleich bei Illingen 2 antreten.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.