6:2 bei Gambit

Und hier folgt Teil 2 der ausstehenden Spielberichte:

 

Das Wichtigste zuerst:

Das Spiellokal von Gambit liegt knapp 200 Meter entfernt von meiner Haustür.

Solche „Auswärtsspiele“ kann man sich gefallen lassen:)

Mindestens genauso erfreulich war, dass wir erneut in unserer Stammbesetzung antreten konnten.

Ideale Voraussetzungen also, um nach dem Sieg gegen Heidesheim direkt nachzulegen.

Da Gambit ohne seine Franzosen antrat, waren wir mit im Schnitt mehr als 200 DWZ-Punkten Vorsprung auf unsere Gegner deutlicher Favorit. Bemerkbar machen sollte sich dies vor allem an den hinteren Brettern, in denen die Saarbrücker auf Ersatzleute zurückgreifen mussten.

Allerdings war in der Auftaktphase des Matches von einer Schwarzenbacher Überlegenheit rein gar Nichts zu spüren. Gambit zeigte sich gut präpariert, und kam an einigen Brettern mit Vorteil in die Partien, besonders deutlich an Brett 2, an dem Rick mit Schwarz Georg Groß komplett in die Vorbereitung rannte. Als Resultat dessen fand der sich in einer damenlosen Mittelspiel-Position mit einem Turm(!) Minus wieder! Als Kompensation gab es gerade mal 2 magere Bauern, die zumindest optisch so etwas wie eine bedrohliche Phalanx darstellten. Tatsächlich stand Rick aber einfach glatt auf Verlust.

Auch Manuel stand gegen Christoph Thiery die komplette erste Partiehälfte unter starkem Druck. Christoph war in einer langen Theorievariante gut vorbereitet, und machte nach Abschluss der Eröffnungsphase Manuel mit präzisen Zügen das Leben schwer, bis er sich schließlich ein Endspiel mit Mehrbauern erreichte.

Meinem Gegner Andreas Keil mißglückte die Partieanlage hingegen völlig, und ich kam ohne große Schwierigkeiten in ein gewonnenes Mittelspiel.

Ähnlich lief es an Brett 8 bei Achim. Dieser konnte die seltsame Spielanlage seines Gegners Thomas Kurfess quasi widerlegen, und kam ebenfalls mit Gewinnstellung ins Mittelspiel.

Die restlichen Partien befanden sich im ungefähren Ausgleichsbereich.

Nachdem die Eröffnungen hinter sich gebracht wurden, kamen unsere Leute allerdings zusehends in Vorteil. Zwar setzte Ronny, der mit Weiß eigentlich ganz angenehm stand, mit einem doppelten Figurenopfer das Brett in Flammen, aber Andre und Jan waren auf dem besten Wege, trotz bescheidenem Eröffnungsverlaufs volle Punkte einzufahren. Andre konnte schließlich mit präziser Taktik die Königsstellung von Patrik Forthoffer zerlegen, lotse den schwaren König in die Brettmitte, und erlegte ihn dort bald. Auch Jan kam gegen Wladi Panfilenko bald zum vollen Punkt. In einer Position mit Schwerfiguren und ungleichfarbigen Läufern bewies er das bessere Verständnis für die Erfordernisse der Stellung, gewann einen Bauern und schließlich die Partie. Guter Vortrag!

Da auch Achim und ich unsere Partien bald heim brachten, war das Match schon frühzeitig so gut wie entschieden.

Den Siegtreffer erzielte schließlich Freddy gegen Alex Hillenbrand. Dabei verkaufte sich dieser wirklich gut gegen den hohen Favoriten, und hielt seinen Anzugsvorteil lange fest.

Allerdings opferte er dann ungenau eine Figur, erhielt dabei jedoch wenigstens praktische Chancen.

Und prompt griff Freddy fehl, und stand auf einmal schlechter. Bei korrekter Fortsetzung von Weiß wäre er in einem Turmendspiel mit Minusbauern gelandet. Aber Alex opferte stattdessen nochmal inkorrekt, und die Partie war kurz darauf zu Freddys Gunsten entschieden. Übrigens 3 aus 3 von Freddy! Weiter so!

Die letzten 3 Partien konnten wir nun einigermaßen beruhigt verfolgen:

Ronny kam mit seinem Opfer nicht so durch wie gewünscht. Michael verteidigte stark, und Ronny hatte bestenfalls an einer Stelle Dauerschach. Beim Versuch, den vollen Punkt zu holen, verirrte sich der Angriff bald, und Michael verblieb mit einer Mehrfigur im Damenendspiel, die er zum Sieg verwerten konnte.

Ganz bitter bei Manuel: Sein Endspiel mit Minusbauern hatte er inzwischen mit einem Kraftakt zu einer glatte Gewinnstellung gemacht! Super Technik, super Taktik von Manu! Natürlich auch ermöglicht durch Ungenauigkeiten des Gegners, aber trotzdem hätte er sich hier irgendwie den Sieg verdient gehabt. Stattdessen lief er in die letzte Falle von Weiß, eine Springergabel, die ihn sofort die Partie kostete. Nächstes mal wird’s besser laufen!

Zuguterletzt endete die Partie an Brett 2.

Hier hatte es Rick am Ende tatsächlich noch geschafft, sich den vollen Punkt zu holen!

Georg hatte zwischenzeitlich seinen Vorteil transformiert, und seinen Mehrturm für die 2 Bauern abgegeben zugunsten einer einfacher zu spielenden Stellung mit einer glatten Qualität mehr. Diese Abwicklung war zwar nicht zwingend, und vielleicht auch nicht optimal, aber ausreichend, und daher aus menschlicher Sicht richtig. Dann aber ließ er einige Ungenauigkeiten folgen, und Rick spielte das Endspiel einfach großartig! Zug um Zug holte er sich mehr Boden, presste einen Freibauern vor, gewann die Qualität zurück, und landete schließlich in einem Turmendspiel mit 2 Mehrbauern. Dieses war theoretisch höchst wahrscheinlich remis, aber nach dem langen Kampf und der Wendung der Ereignisse lagen alle psychologischen Vorteile jetzt bei unserem Spieler, der nun mit allem Willen das Endspiel zum Sieg presste.

Ganz, ganz großes Kampfschach von Rick!!

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass wirklich keiner unserer Leute Georg gewünscht hätte, auf diese Art eine Partie zu verlieren. Er möge sich am nächsten Gegner schadlos halten!

Im letzten Spiel vor der Weihnachtspause geht es zu Hause gegen Heimbach-Weis, die mit 4:2 Punkten einen starken Auftakt hingelegt haben, und genau wie Heidesheim mit uns „punkt-und torgleich“ sind.

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