Bericht über die SEM der Frauen 2014

Teilnehmerinnen_3Zunächst erst mal ein ganz dolles "Tröööst"  von mir an unsere erste Mannschaft, dass es mit der 2. BL nicht geklappt hat. Aber ich bin auch so sehr stolz auf Euch!

Ihr habt eine tolle Leistung erbracht! Nach unserem Aufstieg hat niemand - und Ihr auch nicht - damit gerechnet, dass wir die Liga halten können. Und siehe da, vor der letzten Runde stehen wir auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Und plötzlich war die Hoffnung groß und der Verbleib in der Liga schien zum Greifen nah. Aber es sollte halt nicht sein. Nicht schlimm, lasst den Kopf nicht hängen, feiern wir halt nächste Saison 'ne Aufstiegsparty 🙂

Und "Tröööst" auch an unsere zweite Mannschaft! Fühlt euch geknuddelt.

Sooo, und nun zu Einzelheiten der SEM-F:

Acht Frauen gingen Freitagabend in Schwalbach an den Start. Das ist quantitativ nicht die Welt, aber ich kann mich noch gut an geringere Teilnehmerzahlen in der Vergangenheit erinnern. Nichts desto trotz waren ehrgeizige und nicht zu unterschätzende Spielerinnen dabei, die unbedingt den Saarlandmeistertitel bei den Frauen ergattern wollten. Mit dabei natürlich ich als Titelverteidigerin. Und es sollte eine riesen Überaschung geben! Laut eigener Aussage war dies für Lena Dellert aus Trier, vereinslos, das erste Turnierschachturnier überhaupt. Wenn man sich ihre Partien anschaut, möchte und kann man dies kaum glauben. Sie spielt erst seit zwei Jahren Schach, hat ihr Wissen aus Büchern und die Spielpraxis bei Partien im Internet gesammelt. Der Wahnsinn!

Aber nun zum Turnierverlauf:
1.Runde
In der ersten Runde verlief fast alles nach Plan - wie gesagt, fast alles. Die DWZ-stärkeren Gegnerinnen holten ihren ersten Punkt. Außer Stefanie Kurzenberger gegen Lena. Letztere hat, als vermeintliche "Anfängerin", die Eröffnung sauber gespielt, geht mit Vorteil ins Mittel-und Endspiel über und zieht diesen bis zum Sieg durch. Ich dachte mir noch: "Die spielt nicht schlecht!". War also vorgewarnt.

2. Runde
Am Samstagmorgen spielte ich gegen die noch DWZ-lose Newcomerin Lena. Ich hatte weiß und mit meinem derzeitigen Lieblingszug eröffnet, was sonst. Hab mich im Mittelspiel recht wohl gefühlt, aber der Wohlfühlfaktor sollte nicht ewig anhalten. Mein Remisangebot in etwas schlechterer Stellung wurde abgelehnt. Oh oooh! Beim Rauchen vor der Tür ging mir nur durch den Kopf, dass es das jetzt war mit der Titelverteidigung. Zu der Zeit spielte die zig-fache Saarlandmeisterin Elke , dank derer ich schon so oft Vizemeisterin war, noch mit schwarz gegen Helen und ihre Stellung sah sehr remislich aus, was auch letztendlich, ca. eine halbe Stunde vor Beendigung  meiner Partie, eintraf. Nach knapp fünf Stunden hab ich mich dann noch im Turmendspiel mit einem Minusbauern in ein remis retten können. Heftig!

3. Runde
Nach einer gut halben Stunde Pause ging es weiter. Ich mit schwarz gegen meine "Angstgegnerin" Elke. Eine höchst interessante Partie mit allem drum und dran! Mich riss es nach einer, sagen wir mal nicht in Schachprogrammen gespeicherten, Eröffnung zu einem Springeropfer auf f2 hin, was Elke ohne Zögern annahm. Na ja, so gut war das Opfer dann vielleicht nicht, aber letztendlich bin ich unterm Strich mit lediglich mit einem Minusbauern aus der Sache rausgekommen, aber ich hatte das Läuferpaar! Hm, und eine besch...eidende Stellung dazu! Nichts desto trotz, konnte ich mich mit einem Zauberzug wieder ins Spiel bringen! Elke hat danach im Turmendspiel gekämpft und verteidigt wie ein Löwe, aber dank Schwarzenbacher Schachtraining (ich sag nur "Brückenbau": ist nicht nur gut für den Verteidiger, sondern auch nützlich für den Angreifer) konnte ich die Partie nach gut 4,5 Stunden für mich entscheiden :-). Ich war happy!
Zur gleichen Zeit spielte Lena gegen Helen Weinmann und Helens Gesichtsausdruck, den ich desöfteren im Blick hatte, verhieß nichts Gutes für sie. Sie verlor. Es war klar, dass ich die nächste Runde gegen Helen kommen würde, und ebenso klar, dass sie erbittert um den Sieg kämpfen würde.

4. Runde
Am Sonntagmorgen hatte ich weiß gegen Helen. Dreimal, nein, einmal dürft Ihr raten, mit welchem Zug ich eröffnet habe ;-). Gegen Helen habe ich immer lebhafte und ideenreiche  Partien, so auch diese, die ich für mich entscheiden konnte. Beim Rauchen vor der Tür merkte ich an, dass es sich doch mittlerweile im Saarland herumgesprochen haben sollte, was ich mit weiß spiele und ich erwartet hätte, dass meine Gegnerin sich darauf vorbereitet hat. Angeblich hätte sie das und hätte gesagt, sie wüsste, wie man die Eröffnung zerrupft. "Ach so, na dann", war mein einziger Kommentar dazu. Die restlichen Paarungen dieser Runde verliefen erwartungsgemäß.

5. Runde
In der letzten Runde habe ich gegen Sabine Staub meinen finalen Sieg errungen und hatte 4,5 aus 5 Punkte. Meine Titelverteidigung war damit dingfest. Barbara Alt erzielte mit ihrem Sieg gegen Monika Stenzel 2,5 aus 5 Punkte und durfte sich über Platz 4 freuen. Helen und Stefanie (beide bis dahin 1,5 Punkte) kämpften unermüdlich, die Partie endete aber letztendlich unentschieden. Elke (2,5 Punkte) und Lena (3,5 Punkte) lieferten sich bis zum Schluss einen harten und wahrhaftig dramatischen Kampf. Elke hatte zwischenzeitlich in besserer Stellung im Bauernendspiel das Remisangebot Ihrer Gegnerin abgelehnt und dann... ja dann, .... kam alles anders. Schade für Elke, schön für Neuling Lena, die punktgleich mit mir Turniersiegerin wurde.

Tabelle und Einzelergebnisse: http://www.sv-schwalbach.de/index.php/component/clm/?view=turnier_teilnehmer&turnier=17&Itemid=101

Nr. Titel Spieler Verein TWZ Sp Pkt Bhlz SoBe +
1. Dellert,Lena - 5 4.5 13.5 11.25 4
2. Noll,Sonja SC Caissa Schwarzenbach 1681 5 4.5 11.0 8.75 4
3. Zimmer,Elke SF Wadgassen/Differten e.V. 1803 5 2.5 13.5 3.50 2
4. Alt,Barbara SV 1926 Riegelsberg 1280 5 2.5 11.0 3.00 2
5. Weinmann,Helene SV Schwalbach 1556 5 2.0 15.5 4.25 1
6. Kurzenberger,Stefanie SC Rochade Saarlouis 1993 e.V. 1295 5 2.0 11.0 2.25 1
7. Staub,Sabine SC Turm Illingen - 5 2.0 11.0 2.00 2
8. Stenzel,Monika Turm Wadern 820 5 0.0 13.5 0.00 0

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