Deutsche Blitzeinzelmeisterschaft in Völklingen – 5. Platz

Nachdem ich bei der diesjährigen SBEM nur Zweiter hinter Herbert wurde, hat es mich natürlich gefreut, dass die DBEM im Saarland stattfinden würde. Freundlicherweise kam der ausrichtende Verein „En Passant“ Völklingen im Vorfeld auf mich zu und bat mir deren Freiplatz an, den ich gerne annahm.

Am Turnier nahmen insgesamt 32 Spieler teil und wir spielten ein Rundensystem mit dem Modus 3 Minuten + 2 Sekunden. 31 Runden sind eine Menge, aber dafür gefiel mehr der Modus besser als der letztjährige (5 + 0).

Eine Woche vor Turnierstart erwischte mich eine Grippe, von der ich mich aber glücklicherweise wieder mehr oder weniger erholt hatte. Nachdem ich am Vorabend noch ein bisschen trainiert hatte, sah ich mich gut vorbereitet.

Ich startete ausgezeichnet mit 4,5/5, aber verlor danach gegen den Vorjahressieger Ilja Schneider. Danach schien ich mich nach 2 starken Siegen wieder zu fangen, als ich ins erste Konzentrationsloch fiel. Aus 7 Partien gab’s nur mickrige 2,5 Punkte und ich war auch mit der Qualität meiner Spielweise nicht mehr zufrieden. Hier hätte ich definitiv eine 5-10 minütige Pause gebraucht. Natürlich war der Zeitplan aufgrund der vielen Runden sehr eng, aber nur eine Pause zur Mitte des Turniers fand ich dann doch zu wenig.

Zwischenstand zur Pause: 11/17 – das war schon recht ordentlich, wenn man bedenkt, dass ich vor dem Turnier eine Erwartung von 15,7 Punkten hatte.

Ich setzte mit 3/4 fort, was gut war. Ich verlor nach guter Stellung gegen IM Christian Richter. Immerhin vermied ich es mich zu sehr über die Verlustpartien aufzuregen. Beim Blitzen ist der Grat zwischen Gewinn und Verlust ohnehin so schmal, dass ich nicht allzu viele Gedanken daran verschwenden wollte. Ich dachte nur an die nächste Partie und wollte einfach gut spielen. All das war am Ende wohl ausschlaggebend für meinen Erfolg.

In dieser Phase ging es hin und her.

Nach der vorherigen Niederlage gewann ich direkt im Anschluss überzeugend gegen den späteren 4. Platzierten IM Matthias Dann nach 24 Zügen.

In der nächsten Partie gegen IM Christian Maier war ich es dann, der direkt aus der Eröffnung in eine komplett verlorene Stellung raste.

Anschließend spielte ich mit Weiß gegen den späteren Turniersieger GM Andreas Heimann. Auch er rannte geradewegs in eine von mir ausgiebig analysierte Variante. Nach 20 Zügen hatte ich eine Figur mehr und tat mich mit der Verwertung nicht mehr sonderlich schwer.

Ich konnte noch einige Punkte sammeln und war mit 19,5 Punkten vor der letzten Runde punktgleich mit dem Fünften. Ich spielte gegen den Zweitplatzierten Zelbel. Als ich eine bessere Stellung erhielt, bat mir mein Gegner Remis an, das ich nach kurzer Überlegung annahm. Da mein Konkurrent in der letzten Runde verlor konnte ich mich dank 20/31 Punkten über einen ausgezeichneten 5. Platz freuen. Mit einem satten Elo-Gewinn von +87 und einem neuen Blitz Rating von 2451 verabschiede ich mich – zumindest in diesem Bereich – vom 20er-Faktor. Ich hätte natürlich keine Einwände falls dies demnächst auch im Standard- und Rapid-Bereich der Fall wäre 🙂

Anzumerken ist, dass das Turnier sehr gut organisiert war. Der Ausrichter hat einen wirklich schönen Turniersaal gewählt und für die Verpflegung der Spieler war immer bestens gesorgt. Die Siegerehrung mit gemeinsamen Abendessen fand im Leonardo Hotel Völklingen statt. Ein paar Impressionen sowie die Endtabelle, findet man unter https://ssv1921ev.de/index.php/dbem.

Damit nicht genug: Wer uns Schachspieler kennt, der weiß, dass es nach dem Essen natürlich direkt weiter mit dem Blitzen ging. In äußerst amüsanter und geselliger Runde spielten wir noch bis in die Morgenstunden. Jan Grewenig (der durfte jetzt auch mitmachen) und ich schlugen uns auch hier sehr ordentlich. Jans Vater Paul bekam noch handgeschriebene Analysen von seinem Idol GM Peter Enders. Alle waren happy und wir konnten uns nach einem gelungenen Tag gegen 3 Uhr früh auf den Heimweg machen.

Bericht von Rick Frischmann

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