Hoher Sieg in Neuwied/ Finale gegen Landau

Und gleich noch der Bericht vom Kampf gegen Heimbach/Weis hinterher:

In der Vorschlussrunde ging es nach Neuwied, wo unser Gegner Heimbach-Weis auf uns wartete.

Der Aufsteiger aus der ersten Reinland-Pfalz-Liga kann an den ersten 4 Brettern Titelträger aufbieten, ist also durchaus ein ernsthafter Gegner.

Für uns war natürlich abgesehen von der weiten Anfahrt auch das nahende Saisonende eine gewisse Belastung.

Vor dem zu erwartenden „Showdown“ gegen Landau können vermeintliche „Pflichtaufgaben“ schnell zum Stolperstein werden, und kurz vor Ende sollte man sich keine Blöße geben.

Aber hier direkt ein Lob an unser Team:

Nach einer etwas „holprigen“ Anfangsphase – nicht jede Eröffnung glückte völlig – übernahmen unsere Leute bald an fast allen Brettern die Kontrolle, und am Ende wars dann ein deutliches und auch verdientes 6,5 – 1,5:

 

SC Heimbach-Weis - Caissa - 1,5:6,5

1. Boidmann,Y - Frischmann, R - 0:1

2. Schulz, K-J - Müller, R - 0:1

3. Winterberg, L - Tabatt, H - 0:1

4. Roos, T - Weller, M - 1:0

5. Fink, C - Fries, F - 0:1

6. Jahn, P - Wild, A - remis

7. Kaster, J - Grewenig, J - 0:1

8. Fink, H - Busemann, S - 0:1

 

Rick hatte diesmal in der Eröffnungsphase einige Schwierigkeiten, und kam mit Nachteil ins Mittelspiel. Da die Struktur sehr unbeweglich war, und es keine ganz direkten taktischen Schläge gab, ist schwierig zu sagen, wie groß der schwarze Vorteil war. Jedoch ließ Boidmann in der Folge die besten Möglichkeiten aus, und Rick kam zunehmend in Vorteil, und erhielt nach einem groben Fehler seines Gegners einen direkten Gewinn im Endspiel.

Ronny konnte mit Schwarz die Partie früh ausgleichen, und nachdem beide Seiten einige taktische Schwierigkeiten überwunden hatten, stand ein Endspiel auf dem Brett, dass eigentlich dem Weißen einen kleinen Vorteil bieten sollte. Aber in dieser Phase fand Ronny einfach bessere Züge als sein Gegner, zog den Vorteil immer mehr auf seine Seite, gewann schließlich einen Bauern, und dann die Partie. Gute, solide Vorstellung!

Ich spielte die Anfangsphase – weil schlecht vorbereitet – mit Weiß gänzlich unambitioniert, und stand nach wenigen Zügen bereits schlechter. Allerdings hielt sich mein Nachteil in Grenzen, und immerhin blieben alle Figuren auf dem Brett. Mein Gegner machte zunächst alles richtig, und trug seinen Vorteil ins Mittelspiel. Dort tauschte er jedoch positionell fehlerhaft einen Läufer ab, was die besseren Chancen an Weiß übertrug. Jetzt hatte ich etwas Vorteil, den ich ins Endspiel zu transportieren versuchte. Das gelang zwar – ich erhielt ein Turmendspiel mit Mehrbauern - , war aber beim Übergang etwas kurios. Ich übersah ein einfaches Damenschach, was Schwarz das bessere Turmendspiel gegeben hätte. Jedoch verzichtete mein Gegner darauf, dieses zu geben.Es wäre kurios, wenn uns beiden diese Möglichkeit entgangen wäre; vielleicht wollte mein Gegner jedoch die Damen behalten, um noch auf Gewinn spielen zu können, was aber sicher nicht stellungsgemäß gewesen wäre. Ich kann hier nur spekulieren. In jedem Fall kam es anders, und Schwarz stellte im nächsten Zug den zweiten Bauern ein, was die Partie direkt entschied.

Manuel kassierte nach einer hart umkämpften Partie die erste Saisonniederlage. Die kann man auch geben, denn sein Gegner Thomas Roos zeigte eine starke kämpferische Leistung, und belohnte sich am Ende mit dem vollen Punkt. Zwar hielt Manuel mit Schwarz bis ins Endspiel dagegen - die Partie war auch lange Zeit nicht verlustträchtig für Ihn – vergriff sich irgendwann aber, und kam entscheidend in Nachteil. Aus meiner Sicht wenig dramatisch, dass er zwischendrin ein Remisangebot seines Gegners ablehnte, finde ich sogar gut. Nicht ausgekämpfte Partien waren noch nie unser Stil, und manchmal kassiert man dann eben eine Null, und muss dem Gegner Respekt zollen.

Freddy kam mit Weiß nicht gut in die Partie herein. Zugunsten „positioneller Vorteile“ spielte er zu undynamisch, und vernachlässigte die Entwicklung. Das ist fast immer ein schlechter Tausch.Seinem Gegner gelang es jedoch nicht, die Stellung früh zu öffnen, um den weißen Entwicklungsrückstand zu bestrafen. Stattdessen ging er auf Bauernjagd, und hatte damit scheinbaren Erfolg. Er gewann erst einen, und dann einen zweiten Bauern. Freddy nutzte die Zeit jedoch, um seine Entwicklung zu beenden, und hatte erstaunlicherweise nun volle positionelle Kompensation für die beiden Bauern. Seine Raum – und Positionsvorteile nutzte er dann bei günstiger Gelegenheit zum Materialrückgewinn, und kam schließlich in ein Endspiel mit Mehrbauern, was er souverän verwertete. Am Ende ging das Eröffnungskonzept also doch noch irgendwie auf:)

Achim hatte mit den schwarzen Steinen keinerlei Schwierigkeiten, ein gutes Mittelspiel zu erreichen. Er hatte bereits etwas Positionsvorteil, als sich für ihn die Möglichkeit zum Figurengewinn ergab. Dafür hätte Weiß 2 Bauern und etwas Spiel erhalten, der Vorteil läge aber sicher auf Seiten von Schwarz. Statt einfach zu spielen, wählte Achim dabei leider einen Weg, der nicht funktionierte. Am Ende hatte er statt Mehrfigur einen Minusbauern. Allerdings fand sein Gegner in der Folge die starken Züge nicht, und Achim konnte die Partie einigermaßen sicher in den Remishafen steuern.

Jan lieferte die souveränste Leistung ab, und ließ seinem Gegenüber von Beginn an keine Chance. Mit Weiß bestrafte er die fragwürdige Partieanlage des Nachziehenden sofort, kam in Vorteil, baute diesen aus, und holte sich schließlich den verdienten Sieg. Zwischendrin gab es verschiedene Möglichkeiten für Ihn zu gewinnen, und Jan wählte richtigerweise immer diejenigen, die Nichts anbrennen ließen. Starke Leistung!

Auch unser Ersatzspieler Stephan an Brett 8 konnte auftrumpfen: Von Beginn übernahm er mit Schwarz die Initiative, und ließ seinen Gegner in der Folge nicht mehr zur Ruhe kommen.In einer positionell sauber geführten Partie nutzte er die Aktivität zum Bauerngewinn, und verwertete schließlich ungefährdet sein gewonnenes Endspiel. Ebenfalls ein ganz starker Vortrag!

 

 

So, da wären wir nun. Noch eine Runde zu spielen, und es geht um Alles!

Die Losung und die Tabellensituation haben uns einen echten „Showdown“ gegen Landau beschert, denn ein drittes Team kann in den Titelkampf nicht mehr eingreifen.

In knapp einer Woche wird die Meisterschaftsfrage entschieden, und wir gehen mit minimalem Vorteil in das alles entscheidende Match, weil uns ein 4:4 zum Aufstieg genügen würde.

Das ist allerdings wirklich nicht überzubewerten. Dass der Kampf ausgerechnet 4:4 endet ist unwahrscheinlich, und kann zudem für negative Ablenkung in unseren Köpfen sorgen. Wenn wir zu zaghaft an die Sache gehen, werden wir scheitern. Landau hat nämlich den „Vorteil“ (hört sich wohl etwas polemisch an, ist aber durchaus so gemeint), zu wissen, dass sie gewinnen müssen, und zu wissen, dass sie aufsteigen, wenn sie gewinnen.

Das wissen wir natürlich auch, aber das mögliche „Zweitergebnis“, das auch reichen würde, stört irgendwie.

Daher heißt es für uns, wie die ganze Saison schon mit vollem Einsatz in das Match zu gehen, und den Teufel zu tun, auf „weiche Remisen“ zu spekulieren.

Wir erwarten den härtesten Kampf der Saison, und ein hochspannendes Match mit knappem Ausgang. Das bessere Schach und die besseren Nerven werden die Entscheidung bringen.

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