Nicht hoch, aber souverän

Caissa Schwarzenbach – Turm Illingen 5:3

1. Müller, R - Mayer,F remis

2. Frischmann,R - Giese,T 1:0

3. Weller,M - Schmidt,J 1:0

4.Tabatt,H - Schumacher,C 1:0

5. Fries,F - Biehler,T 1:0

6. Wild,A - Traub, B 0:1

7. Müller,M - Klein,J remis

8. Becker,J - Rückert,H 0:1

In der siebten Runde ging es für uns gegen unsere Freunde von „Turm Illingen“.

Die Begegnung hat eine lange Tradition und war immer von freundschaftlicher Atmosphäre, aber hartem Kampf an den Brettern geprägt. Genau so sollte es auch bei dem diesjährigen Aufeinandertreffen sein. Daran änderte sich Nichts durch die Tatsache, dass es für beide Mannschaften um viel ging.

Illingen befindet sich mitten im Abstiegskampf, während wir versuchen, Anschluss an Tabellenführer Koblenz zu halten, um die Chancen auf die Meisterschaft zu wahren.

Im „Haus der Begegnung“ in Homburg-Erbach, das optimale Spielbedingungen bietet, traten unsere Gäste in ihrer Bestbesetzung an. Unserem Team fehlten diesmal Andre und Jan, die durch Jörg und unsere Nachwuchshoffnung Max ersetzt wurden. Letzterer hat in jüngster Zeit einen Super-Lauf, und außerdem bereits 2 mal absolute Oberliga-Tauglichkeit nachgewiesen, so dass wir uns gut genug aufgestellt sahen.

Der Wettkampf begann recht vielversprechend für uns:

Während Ronny an Brett 1 mit Schwarz technisch versiert dem Druck des Illinger Spitzenbrettes Frank Mayer standhielt, kam ich gegen Christoph Schumacher schnell in Vorteil. Mein Gegner spielte in der Königsindischen Verteidigung einen seltsam anmutenden Damenzug, den wir beide nach der Partie für die Ursache des schwarzen Übels hielten. Allerdings war mein Rechner – zumindest nach oberflächlicher Analyse – anderer Ansicht, und hält den Zug für durchaus spielbar. Wie so oft hatte die Gegenseite deutlich mehr Ressourcen, als man während des Spielgeschehens ganz naiv vermutet. Stattdessen entwickelte sich die Partie für mich wie erhofft (und geglaubt..), und ich konnte die Mannschaft frühzeitig in Führung bringen.

Ronny spielte währendessen umsichtig weiter, und erzielte bald Ausgleich. Nach Entfernung der Damen und sämtlicher Spannungspole wurde ein stellungsgemäßes remis vereinbart.

Genau so macht man das mit Schwarz gegen starke Gegner!

Nach dem guten Auftakt wurde es noch besser:

Manuel gelang ein absolut sehenswerter Schwarz-Sieg gegen Johannes Schmidt. In einer taktisch wie positionell sehr stark geführten Partie überspielte er seinen Gegner überzeugend. Schön anzusehen war das Ganze auch noch!

Ebenfalls beeindruckt hat mich Freddys Sieg ( auch mit Schwarz ) gegen Thomas Biehler. Freddy erreichte mit positionell starkem Spiel erkennbaren Vorteil. Es zeichnete sich bald ab, dass wir hier auf mehr als einen halben Punkt hoffen durften. Bei der Vorteilsverwertung ging es allerdings etwas „holprig“ zu. Die Stellung war taktisch kompliziert, und folglich wurde beidseitig nicht immer genau agiert. Freddy konnte jedoch den Druck aufrecht erhalten, bis Thomas schließlich die Partie mit einem groben Fehler einstellte. By the way: Freddy hat jetzt 6 aus 6!

3,5 zu 1,5 also der Zwischenstand, und auch die noch laufenden Partien waren vielversprechend:

Rick hatte soliden Endspielvorteil gegen Till, auch wenn aufgrund der Anwesenheit ungleicher Läufer noch Remis-Gefahr bestand. Erfahrungsgemäß gewinnt Rick aber seine Endspiele, und wir waren guter Hoffnung.

Max spielte in einer hochspannenden Partie mit taktischen Komplikationen gegen Joachim Klein.

Dieser machte seinem Stil gemäß dem gegnerischen König das Leben schwer, aber Max hielt mit Schwarz großartig gegen. Auch als Joachim mit vernichtenden Opfern drohte, behielt Max die Nerven und verteidigte umsichtig. Die Partie beendete Max schließlich mit einem stellungsgemäßen Dauerschach. Nach erstem Nachspielen mit dem Rechner hatte trotz aller Schwierigkeiten keine Seite irgendwann entscheidenden Vorteil gehabt! Ein ganz starker Vortrag von beiden Spielern!

Bei Achim und Jörg hatte ich direkt nach dem Match „verschenkte Brettpunkte“ moniert. Diese Einschätzung muss ich jetzt ein wenig revidieren. Zwar standen beide unserer Spieler durchaus angenehm, mehr aber nicht. Während des Wettkampfes hatte ich unsere Positionen überschätzt. Sicher war es nicht notwendig, die Partien zu verlieren, aber nach dem Durchspielen muss ich auch sagen, dass die beiden Illinger das gut gemacht haben.

Achim hatte ein leicht vorteilhaftes Mittelspiel gegen Boris, der aber in gedrückter Stellung gut agierte. Dennoch vollkommen richtig von Achim, Gewinnversuche zu unternehmen. Leider ging die Abwicklung nicht auf, und Achim landete in einem Endspiel mit Minusbauern, das wahrscheinlich nicht mehr haltbar war.

Jörg spielte gegen Helge gutes Schach, bekam aber ebenfalls keinen klaren Vorteil. Nach Ablehnen eines Remis-Angebotes – halte ich nach wie vor für die richtige Entscheidung von Jörg – verlor er kurz nach Übergang ins Endspiel den Faden, und stand bald auf Verlust.

Tut mir leid für Jörg, denn eine Niederlage hatte das weiße Spiel nicht verdient gehabt.

Kurz darauf erlöste uns Rick, und fuhr gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Till den Sieg ein. Das sorgte für gewisse Erleichterung bei uns, denn Achim kämpfte bereits auf verlorenem Posten, und musste sich schließlich geschlagen geben.

Mit dem Sieg halten wir unsere Chancen aufrecht, müssen aber im nächsten Saar-Derby gegen SVG Saarbrücken wieder gewinnen, um Anschluss an Koblenz zu halten.

Für Illingen, die eine unglückliche Saison spielen, wird es jetzt leider ganz eng werden.

Sollte es für Illingen nicht mehr reichen, bin ich sicher, dass sie übernächste Saison wieder in der Oberliga zu sehen sind. Aber die Saison ist noch nicht rum, und theoretisch ist der Klassenerhalt noch möglich, also kämpft bis zum Ende!

4 Antworten

  1. Jörg Becker
    17. Lxh6 statt Dg6 war gewonnen für mich, ebenso war 29. Lg4 statt Le2? mit Bauerngewinn klar besser. Ich hatte einen schlechten Tag, vielleicht lags auch an der schlechten Luft im Spielsaal. Bitte mal lüften! Jörg
    • Helge Rückert
      Hallo Jörg, ja, da hast du genau die beiden Stellen in der Partie genannt, an denen du was ausgelassen hast (hinterher bekommen wir ja so Sachen immer alle von den Rechnern angezeigt). Ich muss sagen, dass ich während der Partie 17. Lxh6 null Komma null auf dem Schirm hatte und bei der nachträglichen Computeranalyse richtig erschrocken bin, als die Maschine das ausspuckte. Allerdings meint der Rechner auch, dass es dann zwar großen Vorteil für Weiß gibt, aber auch noch keinen riesigen, sodass die Sache selbst dann noch nicht völlig entschieden gewesen wäre. Lg4 war dann später in der Partie ne Möglichkeit, für dich wieder in Vorteil zu kommen (allerdings recht moderat; ich glaube, der Rechner zeigt ca. 0,5 an). Dass dein Läufer auf der Diagonale den e6 angreifen könnte (zuvor meist von h3 aus), war ja längere Zeit ein durchgängiges Motiv, und an der einen Stelle wäre es wirklich gut für dich gewesen. Nur zwei wirklich eindeutige Fehler (einmal, wo die Comp-Bewertung ca. 1 nach unten geht und einmal 0,5) sind aber für das Niveau, auf dem ich Schach spiele, recht wenig (bei meinen meisten Partien schlägt die Comp-Bewertung viel häufiger Purzelbaum!), insofern bin ich mit meiner Partie recht zufrieden. lg Helge
  2. Hallo Hendrik, Dein Bericht über Eure Begegnung mit Turm I ist wieder mal wohltuend mitfühlend und fair. Boris hat mich auf ihn hingewiesen und den Vorschlag gemacht, ihn auf unserer Website zu bringen - keiner unseres Teams hat die Kraft, momentan was zu schreiben. Verständlich! Teile mir bitte mit, ob wir Deinen Bericht bringen dürfen. Viele Grüße und alles Gute für Euren Endspurt, Wolfgang
  3. Hallo Wolfgang, selbstverständlich dürft Ihr das!

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