Schwarzenbach siegt gegen Heidesheim (Nachbericht)

2 Spielberichte (gegen Heidesheim und bei Gambit) standen noch aus.

Hier ist der erste:

 

Nach der unerfreulichen Auftaktniederlage in Worms gastierten in der zweiten Runde die Schachfreunde aus Heidesheim bei uns. Diese hatten zum Auftakt mit einem glatten 8:0 bei „Gambit Saarbrücken“ imponiert.

Mit einer jungen und talentierten Mannschaft, die durch die beiden Kader-Spieler Carow und Perske angeführt wird, gehört Heidesheim diese Saison klar zu den Aufstiegskandidaten, und drohte, unsere eigenen Ambitionen für diese Spielzeit bereits frühzeitig zu beerdigen.

Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie unser Team (inklusive mir selbst) die Erstrundenpleite verdaut hatte.

Zumindest der Matchplan war einfach: Vorne gegenhalten, hinten gewinnen.

Der Bitte um Verschiebung des Matches (Die Heidesheimer Kaderspieler hatten die Möglichkeit, an der Blitz-und Schnellschachweltmeisterschaft in Berlin teilzunehmen..) kamen wir gerne nach, denn unsere Gegner hatten sich uns gegenüber in der Vergangenheit auch schon sehr entgegenkommend gezeigt.

So gingen wir 2 Wochen verspätet aber mit aller Ernsthaftigkeit in die Zweitrundenbegegnung, und hofften, den kompletten Fehlstart abwenden zu können.

Ronny landete gegen Johannes Carow mit Schwarz in einem gedrückten Mittelspiel, das ihm wenig Perspektive bot. Auch Rick glückte mit Weiß die Eröffnung gegen Thor Perske nicht so wirklich, und im frühen Mittelspiel stand eher Schwarz etwas angenehmer.

Andre trennte sich gegen Andreas Haasler frühzeitig von einem Bauern, und erhielt dadurch eine Initiative, welche durch die Anwesenheit ungleichfarbiger Läufer gestützt wurde.

Bei Manuel, der mit Weiß auf Elmar Karst traf, sah es lange Zeit nach einem Theorieduell aus. Er brachte dabei einen Freibauern auf der h-Linie bis auf die siebte Reihe vor. Im Gegenzug hatte Schwarz Spiel im Zentrum und am Damenflügel. Ich selbst spielte mit den schwarzen Steinen gegen Till Willhelm, der positionell solide agierte, und mit gesunden Entwicklungszügen zwar auf Vorteil verzichtete, mir aber auch wenig Aussichten ließ.

Freddy hatte es wie bereits letzte Saison mit Stefan Enzmann zu tun, der eine etwas dubiose Gambit-Variante aufs Brett brachte, die Freddy einen Mehrbauern ließ.

Jan spielte – ebenfalls wie im letzten Jahr – gegen Annelen Carow, und es entwickelte sich ein scharfer taktischer Kampf.

An Brett 8 traf Achim auf Dirk Loef, und konnte mit Weiß einen Minimalvorteil ins Damenlose Mittelspiel transportieren.

Also alles noch einigermaßen im Lot nach Abschluss der Eröffnungsphase.

Dann ging es allerdings schnell zur Sache:

Andre konnte zur Freude der Umstehenden seine Partie nach Opfer weiterer Bauern nach Hause bringen. Die Lobeshymnen auf ihn tat er jedoch selbst schnell ab, und bezeichnete die Partie - den exakten Wortlaut weiß ich nicht mehr - als „ungenau bis fehlerhaft“, oder so ähnlich.Der Computer sollte ihm hinterher Recht geben, war aber trotzdem ganz nett anzuschauen:).

Ronny musste sich kurz darauf dem Druck Carows beugen, der mit präzisem Spiel Nichts zuließ, seinen Vorteil vergrößerte, und schließlich den verdienten Punkt einfuhr.

Freddy brachte uns wieder in Führung: Schwarz konnte für den geopferten Bauern nie so Recht Kompensation nachweisen, und mit einem taktischen Schlag in bereits klarer Gewinnstellung holte er uns den wichtigen Sieg. Dann konnte sich Jan im scharfen taktischen Duell gegen Annelen für seine Niederlage letztes Jahr revanchieren, und gewann die sehenswerte Begegnung verdientermaßen.

Leider ließ kurz darauf Manuel den Heidesheimer Anschlusstreffer zu:

In klarer Gewinnstellung (ok..., laut Rechner „klar“, war aber alles andere als einfach für den Menschen...) versäumte er kurz vor der Zeitkontrolle die richtige Fortsetzung, und wurde daraufhin Opfer seiner Grundreihenschwäche.

Nun stand es 3:2 für uns, und die noch laufenden Partien sollten für den Mannschaftssieg genügen. Rick hatte die Partie weitgehend zu seinen Gunsten drehen können, und hatte nun einen Mehrbauern im Schwerfigurenendspiel.

Ich selbst hatte nach einer positionellen Unaufmerksamkeit meines Gegners wohl entscheidenden Vorteil gehabt, vergab diesen aber wieder durch unnötige Hektik in der Zeitnotphase, und versuchte nun, ein remis-Enspiel mit Damen zu gewinnen. Achim hatte taktisch nicht aufgepasst, und musste sich nun in einem Endpspiel mit Minusbauern behaupten, dass jedoch beiden Seiten noch Einiges an taktischen Möglichkeiten ließ.

Mir glückte dann aufgrund eines groben taktischen Patzers meines Gegners der nicht ganz verdiente Sieg, denn einen Zug vor Schluss war die Position noch komplett remis.

Damit stand der Mannschaftssieg so gut wie fest, den Rick konnte praktisch nicht mehr verlieren. Im Damenendspiel mit 4 gegen 3 Bauern willigte er aber aufgrund seines „schach-anfälligen“ Königs ins remis ein, und sicherte uns die 2 Punkte.

Am Ende konnte Achim nach zähem Kampf seinen Gegner taktisch noch auskontern, und stellte den Schlussstand zum 5,5 – 2,5 her.

Entsprechend gelöst war die Stimmung nach dem Erfolg, denn nach dem Desaster Ende letzter Saison und dem völlig mißglückten Auftakt in der laufenden, hatten wir zurück in die Spur gefunden, was wir 2 Wochen später bei Gambit Saarbrücken bestätigen konnten (Bericht folgt).

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.